Rauch in Severodonetsk, der ostukrainischen Region Donbass. Symbolbild.Foto: ARIS MESSINIS/AFP via Getty Images

Die Kämpfe im Osten der Ukraine gehen weiter. Auch wenn den ukrainischen Soldaten die Munition ausgeht, könnten sie zur Partisanen-Taktik übergehen und das den Krieg verlängern, meint ein Militärexperte. Mit den negativen Auswirkungen des Krieges für die westliche Bevölkerung könnte jedoch auch die öffentliche Unterstützung für Krieg schwinden und sich das politische Klima im Westen verändern.

Der ukrainischen Artillerie geht allmählich die Munition aus. Es fehlt an Nachschub der 152-mm-Kanone russischer Bauart für das ukrainische Militär. Die Waffen- und Kampfsysteme aus dem Westen lassen auf sich warten. Nach Aussage von Russland sei ein Gefechtsführungsstand der Ukraine mit 50 Generälen und Offizieren ausgeschaltet worden, während die russische Armee weiter in den Osten der Ukraine vorrückt.

Trotz der schlechten Aussichten prognostizierte NATO-General Stoltenberg einen langen Krieg. Ein Militärexperte sieht Hoffnung für den Osten der Ukraine und hält drei Faktoren für den weiteren Kriegsverlauf für entscheidend. „Es sieht sehr schlecht aus, da darf man sich keinerlei Illusionen hingeben“, sagte der deutsche Politikwissenschaftler Carlo-Antonio Masala der Universität der Bundeswehr München im Interview mit der „Welt“. Dennoch sei der Osten der Ukraine noch nicht ganz verloren. Auch hält er einen längeren Krieg für nicht ausgeschlossen, obwohl die Unterstützung seitens der Bevölkerungen in den westlichen Ländern wahrscheinlich mit den negativen Begleiterscheinungen des Krieges schwinden könnte.

Zuerst sei entscheidend, wann die schweren Artilleriesysteme des Westens geliefert würden. Sie seien kein „Gamechanger“, könnten jedoch, wenn sie rechtzeitig in der Ukraine ankommen und richtig von den Ukrainern genutzt würden, den Vormarsch der Russen verlangsamen. Zweitens hänge der weitere Verlauf des Krieges davon ab, wie die Ukrainer an die 152-mm-Kanone als Munition für ihre eigene Artillerie gelangen. Rumänien habe diesbezüglich angekündigt, eine Fabrik aufzubauen, die die 152-mm-Munition produziere. „Da müssen wir sehen, wie schnell das ist“, sagte Masala.

Ukraine könnte zur Partisanen-Taktik übergehen

Als dritte Option geht der Politologe im Falle einer schnellen Besetzung des kompletten Donbass davon aus, dass die Ukraine zu einer Partisanen-Taktik übergehe. „Das heißt dann zwar, dass diese Kämpfe Armee gegen Armee aufhören, aber auch, dass die ukrainische Armee versucht, die Russen in den Städten und auf den Straßen in den Häuserkampf zu stellen, im Sinne einer Partisanen-Taktik“, so Masala weiter. Diese Kämpfe würden dann noch lange weitergehen.

Masala zufolge spekuliert Putin darauf, dass die Unterstützung vom Westen bei einem anhaltenden Krieg nachlässt: „Je mehr sich diese Kämpfe in den Herbst und in den Winter ziehen, desto mehr wird die Bevölkerung der europäischen Staaten  – da muss man noch einen Unterschied machen zwischen West- und Osteuropa […] – die Frage stellen, inwieweit diese Unterstützung der Ukrainer überhaupt noch sinnvoll ist.“

Insbesondere bei einer Verschiebung der Machtverhältnisse nach den US-Midterm-Wahlen von den Demokraten zu den Republikanern hin würde sich die USA dem Experten zufolge die Frage stellen, inwieweit die Unterstützung der Ukraine noch sinnvoll sei.

„Je mehr Leute diesen Krieg persönlich an den Gasrechnungen, Lebensmittel- und Benzinpreisen spüren, desto mehr wird die öffentliche Unterstützung möglicherweise für die Ukraine erodieren“, so der Militärexperte weiter. Dies könnte weiter dazu führen, dass „einige Staaten aus der Front herausbrechen und sagen, jetzt muss man endlich mal Verhandlungen machen. ‚Wir müssen akzeptieren, dass das Territorium weg ist.’“ (nh)



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