Die Tagesschau hat sich ein weiteres Mal als disqualifiziert. Am 13. Juni hat sie über ukrainischen Beschuss auf Donezk berichtet, ihn aber allen Ernstes den Russen in die Schuhe geschoben.

Ich habe berichtet, dass Donezk derzeit unter dem schwersten ukrainischen Beschuss steht, den es bisher gegeben hat. Inzwischen ist der Beschuss noch schlimmer als 2014. Derzeit wird sogar das Zentrum von Donezk täglich massiv beschossen. Vor einigen Tagen fand wieder eine Journalistenreise statt, an der ich leider nicht teilnehmen konnte. Aber die Kollegen haben mir geschrieben, dass sie im Hotel in die Schutzräume mussten, weil der Beschuss des Zentrums so heftig war. Außerdem ist Alina Lipp, mit der ich täglich telefoniere, gerade in Donezk und auch sie berichtet mir von dem Beschuss.

In Donezk gibt es keine militärischen Ziele, die den Beschuss rechtfertigen würden. In den Straßen patroulliert auch kein Militär. Wenn man in Donezk ist, hätte man das Gefühl, in einer ganz normalen Stadt zu sein, wenn da nicht im Hintergrund laufend Explosionen zu hören wären.

Da ich im Ein-Mann-Betrieb arbeite, schaffe ich es nicht, täglich über den Beschuss von Donezk zu berichten. Aber der Beschuss hält immer noch an und die ukrainische Armee beschießt täglich zivile Ziele (Wohngebiete, Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser, etc.) in Donezk mit Artillerie, Mehrfachraketenwerfern der Typen Grad, Smertsch und Uragan und sogar mit ballistischen Raketen vom Typ Totschka-U, die einen 500-Kilogramm Sprengkopf tragen.

Am 13. Juni war eines der Ziele, die die ukrainische Armee in Donezk beschossen hat, ein Markt. Es gab schwere Zerstörungen und auch Tote und Verletzte. Die Tagesschau war so freundlich, darüber zu berichten, aber in ihrem Beitrag hieß es allen Ernstes:

„Viel ist nicht übrig von diesem Markt in der ostukrainischen Stadt Donezk. Drei Menschen sollen bei diesem russischen Angriff getötet, mehrere verletzt worden sein. Gegen den massiven Beschuss ist die ukrainische Armee zunehmend machtlos.“

Der Tagesschau ist offensichtlich jedes Mittel recht, um für mehr Waffenlieferungen an die Ukraine zu trommeln, auch wenn mit diesen Waffen dann Zivilisten abgeschlachtet werden. Immerhin schlagen seit über einer Woche auch Geschosse der frisch gelieferten amerikanischen Haubitzen vom Typ M777 in den Wohngebieten von Donezk ein.

Auch der ungebildetste Tageschau-Zuschauer dürfte wissen, dass Donezk eine Hochburg der „pro-russischen Separatisten“ ist. Ist man in der Redaktion der Tagesschau so dumm, dass man nicht weiß, wo Donezk liegt? Oder hält die Tagesschau-Redaktion ihre Zuschauer für so blöd, dass sie nicht bemerken, dass die Tagesschau gerade die Folgen von ukrainischem Beschuss gezeigt hat?

Ich weiß es nicht, aber wer nach solchen Berichten, die hinterher auch nicht richtiggestelt werden, noch der Meinung ist, er würde in der Tagesschau objektiv und kompetent informiert, dem ist einfach nicht mehr zu helfen.

Warum die Ukraine Donezk immer noch beschießen kann, habe ich in diesen Artikel erklärt, in dem ich auch den aktuellen Frontverlauf gezeigt habe.

Nachtrag

Die Tagesschau hat bewusst gelogen

Die Tagesschau hat bewusst gelogen, in der ursprünglichen Meldung der Tagesschau auf ihrer Seite war noch korrekterweise von einem ukrainischen Angriff die Rede, wie dieser Screenshot belegt.

Auch die Reuters-Meldung darüber sagt die Wahrheit, aber die Tagesschau wollte die Wahrheit nicht berichten und hat ihre Zuschauer eiskalt angelogen.

Aber in Deutschland gibt es natürlich keine Propaganda, erst recht nicht beim deutschen Staatsfernsehen…




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