Die Börse ist schon ein verrücktes Wesen. Mal himmelhoch jauchzend, dann wieder zu Tode betrübt. Aktuell dominieren ganz klar die Moll-Töne und sie sind sogar in jenen Sektoren überdeutlich zu hören, die von der aktuellen Lage eigentlich besonders stark profitieren müssten. Ein Beispiel für diese Sektoren ist die Goldbranche.

Das Gold gilt gemeinhin als Krisenmetall und feiner Indikator für die Inflation. Es wird normalerweise gekauft, wenn die Anleger Grund haben, um ihre Ersparnisse zu fürchten. Bei Inflationsraten von über acht Prozent sollte man annehmen, dass dieser Grund derzeit eigentlich gegeben ist.

Doch blickt man auf den Goldpreis und die aktuellen Kurse der Goldproduzenten, gewinnt man eher den Eindruck, die Inflation sei niedrigen und der Bedarf, sich mit Gold vor ihr zu schützen, sei es auch. Noch schlimmer als den Goldpreis trifft es die Unternehmen die das Gold entweder selbst fördern oder als Explorer nach ihm suchen.

Die Ignoranz der Anleger führt zu absurd niedrigen Bewertungen

Ihre Kurse werden von den Anlegern gerade in den Boden gestampft und selbst herausragende Goldfunde führen nicht zu neuen Kurssprüngen, sondern vielmehr zu weiteren Abverkäufen, frei nach dem Motto: „Ab jetzt kann es ja nur noch schlechter kommen.“

Nun gehen insbesondere die Unternehmen, die Goldliegenschaften entwickeln wollen, als Reaktion auf die anhaltende Ignoranz der Anleger dazu über, ihre Strategie zu ändern. Anstatt bestehende Mineralisierungen zu vergrößern, wird das vorhandene Geld genutzt, um damit auf noch nicht erkundeten Liegenschaften die sogenannte Greenfieldexploration zu betreiben und ganz neue Lagerstätten zu entdecken.

Die Hoffnung, die hinter diesem Strategiewechsel steht ist folgende: Wenn die Anleger schon nicht bereit sind, signifikante Erweiterungen der Mineralisierungen mit steigenden Kursen zu belohnen, vielleicht werden sie dann wenigstens bereit sein, neue Goldfunde an anderen Stellen zu honorieren.

Ob diese Rechnung langfristig aufgehen wird, bleibt abzuwarten. Sollte der Strategiewechsel den Anlegern allerdings gefallen, könnten die dunkelsten Tage der aktuellen Börsenphase und mit ihnen auch die tiefsten Kurse zumindest bei den Goldminen- und Exploreraktien möglicherweise schon bald hinter uns liegen.





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