Lange Zeit hat die deutsche STIKO eine allgemeine Impfempfehlung für gesunde Kinder von fünf bis elf Jahren abgelehnt – nun ist sie plötzlich eingeknickt. Der Virologie Prof. Alexander Kekulé zeigt dafür in seinem Podcast beim MDR kein Verständnis und fragt: Was ist da gelaufen?

Es sei Sache der STIKO, Impffragen wirklich objektiv zu beurteilen – rein nach wissenschaftlichen Fakten. Das sei zumindest die Hoffnung, erörtert Kekulé, „dass Fachleute, auch wenn es natürlich nie wirklich stimmt, da unparteiisch sind“.

In Anbetracht der Harmlosigkeit von Covid-19 für Kinder – die durch die Omikron-Variante sogar noch deutlicher geworden ist – hatte die STIKO eigentlich auf Impfempfehlungen vornehmlich für vorerkrankte Kinder gesetzt. Auch, weil die Übertragung des Virus durch die Impfung ja ohnehin nicht gestoppt wird. Woher also der Sinneswandel? Kekulé gibt an, sich die sogenannte wissenschaftliche Begründung angesehen zu haben – doch da sei keine einzige Studie zitiert worden. Statt neuer Studiendaten verwies man einfach auf eigene alte Arbeiten – „und ein paar Sachen, die damit gar nichts zu tun haben“.

Kekulé ist in puncto Impfnebenwirkungen unkritisch genug, dass er im Mainstream zu Wort kommen darf, denn er befindet, dass Sicherheitsdaten nicht wirklich gegen die Impfung der Kinder ab 5 Jahren sprechen würden. Doch eine Empfehlung zur Impfung kann er trotzdem nicht nachvollziehen. „Also ich wüsste gern, was da gelaufen ist“, sagt er. Wenn man als Fachkommission seine vorher begründete Position plötzlich um 180 Grad drehe, so brauche man dafür einen Grund. Da könne man nicht sagen: „Was interessiert mich mein Gewäsch von gestern.“

Ob die STIKO eine sinnvolle Begründung liefern kann, darf durchaus bezweifelt werden. Der politische Druck auf die Impfkommission war seit Beginn der Impfkampagnen immens – das Vertrauen darauf, dass hier noch wissenschaftlich fundierte und am Wohl der Menschen ausgerichtete Entscheidungen getroffen werden, dürfte bei vielen Bürgern längst gegen null tendieren.



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