Es läuft schlecht für Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). Dass das Volk zunehmend weniger hinter ihm steht, hat sich in den vergangenen Wochen und Monaten bereits herauskristallisiert – doch nun beginnen auch die ihm gegenüber sonst so zahmen Systemmedien, scharf zu schießen. Der Tagesspiegel stellt seine akademische Vergangenheit infrage – und der Focus kritisiert seine zweifelhafte Arbeitsmoral und weist darauf hin, dass sowohl im Gesundheitswesen als auch unter den Abgeordneten große Unzufriedenheit mit dem Minister herrscht.

Der Tagesspiegel schrieb am 25. Mai:

Bei Gesundheitsminister Lauterbach finden sich kaum Anzeichen einer fundierten akademischen Vergangenheit. Das ergaben eine Suche und Gespräche mit alten Mitarbeitern.

Der Artikel stützt sich einerseits auf Recherchen zu Lauterbachs Publikationen und andererseits auf Gespräche mit seinen ehemaligen Mitarbeitern. Die Vorwürfe wiegen durchaus schwer: So sollen Medienauftritte Karl Lauterbach seit jeher wichtiger gewesen sein als wissenschaftliche Arbeit. Dass Lauterbach in Wahrheit kein Epidemiologe ist, berichtete Report24 bereits im Juli 2021. Tatsächlich konstatiert der Tagesspiegel, dass seine Dissertation sich auch nur am Rande mit gesundheitsökonomischen Aspekten befasse – womit auch Lauterbachs Professur der Gesundheitsökonomie fragwürdig erscheint. Ein Kollege soll ihn eher als „Wissenschaftsmanager“ bezeichnet haben, nicht als Wissenschaftler im klassischen Sinne. Das dürfte stark mit Lauterbachs Selbstbild kollidieren.

Pikant dabei ist, dass der Tagesspiegel gemeinhin als SPD-nah gilt. Tichys Einblick schreibt über die Zeitung:

Sie wird oft von Sozialdemokraten genutzt, um sogenannte U2-Meldungen zu platzieren. U2 bedeutet, dass ein Politiker einem Journalisten eine Information zukommen lässt und will, dass dieser sie auch veröffentlicht – allerdings ohne dass der Politiker selbst im Text als Quelle erscheint. Stattdessen bemüht der Journalist die „gut informierten Kreise“ oder Ähnliches als Quelle. Es spricht also viel dafür, dass der Tagesspiegel aus Reihen der SPD mit Material über Lauterbach gefüttert wurde und wird.

Auch Focus hebt allgemeine Unzufriedenheit mit Lauterbach hervor

Das scheint keinesfalls abwegig. So erschien am heutigen Mittwoch im Focus – der eigentlich als sehr regierungstreu gelten darf – ein Artikel, der Karl Lauterbach kurzerhand als eines der zwei Probleme von Bundeskanzler Olaf Scholz benennt (das andere Problem heiße Christine Lambrecht.):

Er macht auf Polit-Star im deutschen Fernsehen. Sie chauffierte ihren erwachsenen Sohn im Regierungshubschrauber. Beide interessiert an ihrem Job offensichtlich nur das, was ihnen Nutzen bringt. Sich mit unspannenden Materien zu befassen und anzupacken – darauf haben, so scheint es, weder Lauterbach noch Lambrecht Lust.

Tatsächlich wird im Folgenden darauf eingegangen, dass Kritik an Lauterbach nie lange auf sich warten lasse – nicht beim 126. Deutschen Ärztetag, nicht im Gesundheitswesen allgemein, und auch nicht im Kreise anderer Abgeordneter. Lauterbach ziehe Talkshow-Besuche seinen Verpflichtungen vor:

Wie FOCUS Online aus Kreisen des Gesundheitsministeriums erfuhr, werden Termine dort regelmäßig verschoben oder gleich ganz abgesagt. Der SPD-Politiker trete lieber regelmäßig im TV auf.

Das überrascht nicht: Report24 berichtete jüngst über den kritischen Tweet von CDU-Gesundheitssprecher Tino Sorge, der Karl Lauterbach – wieder einmal – bei einer Sitzung des Gesundheitssausschusses vermisste: #WoistKarl? Scharfe Kritik an Lauterbach – der besucht lieber Talkshows als Bundestagssitzungen

Der Focus moniert weiterhin, dass Lauterbach zwar auf Instagram stolz von seinen langen Spaziergängen mit bekannten oder weniger bekannten Prominenten berichte, gleichzeitig aber wenig Interesse an den Tag lege, sich mit echten Problemen zu beschäftigen:

Während Lauterbach spaziert, warten andere seit Monaten dringend auf einen Termin mit dem Minister – um etwa zu besprechen, wie Gesetze vorangebracht werden können, oder um zu diskutieren, ob den unausweichlichen Beitragserhöhungen in Kranken- und Pflegeversicherungen noch entgegengesteuert werden kann. Doch hier sieht Lauterbach offenbar keinen Zeitdruck.

Lauterbach genieße große Auftritte und halte sich in der ersten Reihe für unverzichtbar, so das knallharte Fazit. Sogar die Affenpocken-Manie des Ministers wird kritisch kommentiert: „Viele im Gesundheitswesen schütteln schon jetzt mit dem Kopf. Zwar sei es wichtig, Vorsorge zu treffen, allerdings fürchtet man schon jetzt, Lauterbach könne sich hier in etwas hineinsteigern: seine nächste Chance auf ein paar Monate Rampenlicht.“

Lauterbach-Besuch in Bremen: Kein herzlicher Empfang

Ein großer Teil der Bürger kritisiert Lauterbach seit Monaten für genau das, was Mainstream-Medien nun endlich aufgreifen. Der Gesundheitsminister tritt wissenschaftliche Erkenntnisse mit seinen stetigen Horror-Prophezeiungen mit Füßen, legt einen unwürdigen politischen Zick-Zack-Kurs bar jeder Evidenz an den Tag und fällt mit einer extrem fragwürdigen Ignoranz gegenüber Kritik und unliebsamen Fakten auf. Das Vertrauen in die (Gesundheits-)Politik der Regierung nimmt seit langem ab – befindet sich seit Covid-19 aber zusehends im Tiefflug. So hat auch bei der jüngsten NRW-Wahl in Wahrheit niemand gewonnen – die Mehrheit der Wahlberechtigten hält das Abgeben der eigenen Stimme für politische „Vertreter“ bereits für vollkommen sinn- und zwecklos. Ein Armutszeugnis der deutschen Regierung, zu dem der Gesundheitsminister seinen Teil beigetragen haben dürfte.

Bei seinem jüngsten Besuch in Bremen schlug Karl Lauterbach der Unmut der Bevölkerung mit beeindruckender Lautstärke entgegen: Eine Rede halten konnte er unter den ohrenbetäubenden „Hau ab!“-Rufen der Umstehenden nicht – er zog es daher vor, sich als Vertreter der „Mehrheit“ zu bezeichnen, Corona-Maßnahmen für den Herbst anzukündigen und den Anwesenden zum Abschluss zu drohen:

„Ich wünsche Ihnen trotzdem alles Gute und viel Glück, denn Sie werden es möglicherweise brauchen.“

Da bleibt dem staunenden Bürger wohl nur, auch Lauterbach von Herzen viel Glück zu wünschen: „Sie werden es möglicherweise brauchen.“



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