Vorsicht ist bekanntlich die Mutter der Porzellankiste und das durch den Krieg in der Ukraine und die strikte Null-Covid-Politik in China derzeit sehr viel wirtschaftliches Porzellan zerschlagen wurde, wird kaum jemand bestreiten wollen. Nun steht mit einem möglichen Lieferstopp für russisches Gas bereits die nächste Horrorvision für viele deutsche Unternehmen im Raum.

Weil Gas bei der Herstellung sehr vieler Produkte und Vorprodukte ein wesentlicher Rohstoff ist, wird sein Fehlen nahezu alle Teile der Wirtschaft erfassen. Vorsorge ist deshalb gefragt und gerade im Handel machen sich viele Anbieter bereits intensiv Gedanken darüber, wie sie ihre Produktion bzw. ihren Warenverkauf aufrechterhalten können, wenn das russische Gas nicht mehr zur Verfügung stehen sollte.

Einen gangbaren Weg stellt dabei die Reduzierung der Warenvielfalt dar. Mit diesem Schritt soll auch unter erschwerten Produktionsbedingungen eine ausreichende Warenversorgung für die Bevölkerung sichergestellt werden. Diese wird dann allerdings zu Lasten der Auswahlmöglichkeiten gehen.

Diverse Verpackungen aber nur ein einheitlicher Inhalt

Das bedeutet nicht unbedingt, dass man beim Einkauf nicht mehr unter verschiedenen Waschpulvern oder Zahncremen wählen kann. Wohl aber möglicherweise, dass trotz unterschiedlicher Verpackungen und Preise der Inhalt in allen Fällen der gleiche ist, weil nur noch ein einziges Notfallprodukt hergestellt wird.

Ein anderer Weg, die bestehenden Lieferengpässe zu umgehen, besteht darin, bestimmte nur schwer verfügbare Grundstoffe wie beispielsweise Sonnenblumenöl durch alternative Produkte zu ersetzen oder ganz aus der Rezeptur herauszunehmen. Er wird bereits jetzt beschritten, könnte aber in Zukunft leicht zu einer Art Königsweg aufsteigen.

Noch ist nicht geplant, diese Härtefallregeln überall im Land einzuführen, denn sowohl für die Hersteller wie auch für den Handel hat die Produktvielfalt einen hohen Stellenwert. Sie wird man deshalb nur ungern aufgeben wollen. Wenn die benötigten Rohstoffe und Vorprodukte allerdings nicht verfügbar sind, müssen andere Lösungen her.

Ob sie in einer Reduktion der angebotenen Waren liegen, wird durchaus bestritten, denn es gibt auch Stimmen, die davon ausgehen, dass kaum vorhersehbar ist, welche Rohstoffe und Vorprodukte wann und in welcher Menge zur Verfügung stehen werden. Die Lösung für die Hersteller bestehe daher nicht in einer einheitlichen Ware, sondern in mehr Flexibilität bei der Produktion.





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