Sie essen gerne Nudeln und möchten diese auch in Zukunft immer wieder auf Ihrem Teller sehen? Dann müssen Sie darauf hoffen, dass Deutschland den für die Herstellung der Nudeln benötigten Hartweizen auch in Zukunft problemlos auf dem Weltmarkt zukaufen kann, denn beim Hartweizen ist die Bundesrepublik von einer Selbstversorgung weit entfernt.

Gerade einmal 15 Prozent der in Deutschland benötigten Menge wir auch auf deutschen Feldern produziert. Damit ist der Selbstversorgungsgrad im Gegensatz zu anderen Getreidesorten beim Hartweizen ausgesprochen niedrig. Wesentlich besser aufgestellt ist das Land bei Weichweizen. Hier betragt der Selbstversorgungsgrad nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) hohe 125 Prozent.

Auch bei der Geste erreicht die Bundesrepublik mit einer Produktion von 113 Prozent des landesweiten Verbrauchs einen hohen Selbstversorgungsgrad. Gemittelt über alle Getreidesorten wird der Bedarf zu 101 Prozent gedeckt. Allerdings ist die Verteilung sehr unterschiedlich. Neben dem Hartweizen mit 15 Prozent ist die Eigenversorgung auch beim Körnermais mit 59 Prozent vergleichsweise gering.

Im Jahr 2021 importierte Deutschland 11,4 Millionen Tonnen Getreide

Die nicht vollständige Selbstversorgung macht Deutschland abhängig von den weltweiten Getreidemärkten. Sie stehen bereits seit einiger Zeit unter Druck. So lagen beispielsweise die Einfuhrpreise für Getreide im März 2022 um 53,6 Prozent über jenen des März 2021. Einen stärkeren Preisanstieg hatte es zuletzt im Mai 2011 gegeben, als die Getreideeinfuhr um 74,0 Prozent teurer war als noch ein Jahr zuvor.

Der Krieg in der Ukraine treibt diese Entwicklung weiter an, weil beide kriegführenden Länder wichtige Getreideexporteure sind. Die deutschen Getreideimporte erfolgen allerdings nur zu 1,9 Prozent Prozent aus der Ukraine und lediglich zu 0,1 Prozent aus Russland. Importiert wurden im letzten Jahr rund 11,4 Millionen Tonnen Getreide.

Wichtige Anbauländer sind die USA, Kanada, Australien und die südamerikanischen Staaten. Das von ihnen zur Verfügung gestellte Angebot hat sich im letzten Jahr jedoch deutlich verknappt. Verantwortlich dafür waren hohe Preise für Düngemittel,  ungünstige Wetterbedingungen, die zu schlechteren Ernten führten, sowie steigende Transport- und Energiekosten.

Nun muss die Welt gerade vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine darauf hoffen, dass die Getreideernten des Jahres 2022 weltweit wieder deutlich besser ausfallen.





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