Neben den Insolvenzen stellt die Zahl der neugegründeten Unternehmen einen wichtigen frühen Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung in der mittelfristigen Zukunft dar, denn wenn diese als schlecht oder gar sehr schlecht eingeschätzt wird, lassen die Unternehmer Vorsicht walten und legen ihre Gründungspläne entweder ganz aufs Eis oder zögern diese zumindest hinaus.

Ein solches Verhalten ist momentan noch nicht zu erkennen, denn wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch mitteilte, wurden in Deutschland im ersten Quartal 2022 insgesamt rund 35.000 neue Betriebe gegründet, deren Rechtsform erwarten lässt, dass sie eine größere Bedeutung für das Wirtschaftsgeschehen entfalten werden.

Mit dieser Zahl von Neugründungen konnte das erste Quartal 2021 um 2,7 Prozent übertroffen werden. Auch das Vorkrisenniveau des ersten Quartals 2019 wurde mit einem Zuwachs von 0,5 Prozent leicht überschritten. Zugenommen hat auch die Zahl der Kleinunternehmen. Sie erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 3,2 Prozent und stieg auf rund 36.700 an, lag damit aber noch immer um 22,0 Prozent unter dem Vorkrisenniveau des Jahres 2019.

Die Zahl der aufgegebenen Nebenerwerbsbetriebe nimmt deutlich zu

Schwach war im ersten Quartal die Anmeldung von Nebenerwerbsbetrieben. Sie sank zwischen Januar und März 2022 auf nur noch rund 85.500 Anmeldungen und stellte damit im Vergleich zum ersten Quartal 2021 einen Rückgang von 9,9 Prozent dar. Die Gesamtzahl der Gewerbeabmeldungen verringerte sich im ersten Quartal um 3,4 Prozent auf nur noch rund 192.100.

Deutlich gestiegen ist hingegen die Zahl der vollständigen Gewerbeaufgaben. Sie erhöhte sich im Vergleich zum ersten Quartal 2021 um 6,2 Prozent auf rund 121.500 Abmeldungen. Verglichen mit dem Vorkrisenniveau von 2019 ergab sich hingegen ein Rückgang um 12,6 Prozent. Einen Grund für den starken Rückgang im Vergleich zum Jahr 2019 könnten die in den vergangenen beiden Jahren gezahlten Unterstützungen darstellen.

Insgesamt rund 25.700 Betriebe mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung gaben ihre Tätigkeit im ersten Quartal 2022 vollständig auf. Das entsprach im Vergleich zum Vorjahr einem Anstieg um 0,8 Prozent. Die Zahl der aufgegebenen Kleinunternehmen erhöhte sich hingegen gegenüber dem Vorjahresquartal um 3,8 Prozent auf rund 43.200. Dagegen lag die Zahl der aufgegebenen Nebenerwerbsbetriebe um rund 52.600 oder 11,4 Prozent über jener des ersten Quartals 2021.





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