MA48 leistet sich teure Oldtimer-Fahrzeuge, hat aber kein Geld für saubere Mitarbeiter-Duschen

Bei der Müllabfuhr der Stadt Wien dürfte mehr Mist produziert werden, als angenommen. Jetzt stinkt es sogar dem Stadtrechnungshof, der scharfe Kritik an den 5,6 Millionen Euro hohen Ausgaben für Öffentlichkeitsarbeit und am 400.000 Euro teuren Oldtimer-Fuhrpark übt.

Grausliche Duschen für Mitarbeiter

Für FPÖ-Landtagsabgeordneten Udo Guggenbichler ist besonders pikant, dass die MA 48 (Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark) auf der einen Seite Millionen „verschwendet“, während die Mitarbeiter unter grauslichsten Umständen duschen müssen. Wie berichtet, hatten Beschäftigte der MA48 der Unzensuriert-Redaktion Bilder der unappetitlichen Sanitäranlagen auf dem Gelände der Abschleppgruppe auf der Simmeringer Haide zugeschickt. Nach Veröffentlichung der Zustände wurden an den Duschen Pickerln mit der Aufschrift „Wegen Reparatur derzeit gesperrt“ angebracht. Man darf gespannt sein, wann diese Reparaturen durchgeführt werden.

Werbeausgaben bei Präsentation einer Ski-Region

Während also bei Mitarbeitern der Sparstift angesetzt wird, soll die MA48 bei Öffentlichkeitsarbeit und Oldtimer-Fuhrpark protzen. Für den Stadtrechnungshof war etwa nicht nachvollziehbar, warum die Müllabfuhr bei der Veranstaltung „Marxer Alm / Winter Opening 2018“ Werbeausgaben hatte, denn dabei präsentierten sich Ski-Regionen aus dem Salzburger Land und luden zum Auftakt des „Party-Winters“ in die Marx Halle.

Militärflugzeug in der Oldtimer-Flotte

Darüber hinaus beschäftigte sich der Prüfbericht mit dem Fuhrpark der MA 48. Dabei rückte deren Oldtimer-/Museumsfahrzeug-Flotte in den Fokus. Davon gab es zum Erhebungszeitpunkt (2017 bis 2019) 38 Stück. Manche hätten einen Bezug zum Aufgabengebiet der MA 48, zum Beispiel Müllfahrzeuge aus den 1960er Jahren. Andere jedoch nicht wie ein Hubschrauber, ein Militärflugzeug oder ein Mehrzweckflugzeug, ein London Taxi aus 1977 oder ein Motorrad mit Beiwagen aus 1990.

Die bisherigen Anschaffungskosten der historischen Flotte beliefen sich laut Bericht auf insgesamt 27.783 Euro, die Ausgaben seit der jeweiligen Anschaffung auf rund 367.000 Euro für Instandhaltungsarbeiten.

FPÖ macht Anzeige gegen MA48-Chef

In einer Aussendung forderte der Wiener FPÖ-Obmann und Stadtrat Dominik Nepp den sofortigen Rücktritt von SPÖ-Stadträtin Ulli Sima, die im Prüfungszeitraum politisch dafür zuständig war, und ihren Ehemann, MA48-Chef Josef Thon. Außerdem kündigte Nepp eine Anzeige gegen Thon an. Wörtlich meinte er:

Es werden auch strafrechtliche Fragen aufgeworfen, wenn Steuermittel verwendet werden, um Dinge zu finanzieren, die möglicherweise mehr der persönlichen Belustigung dienen, als dass sie einen Mehrwert für die MA 48 hätten.

MA48

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