Während in der Ukraine auch heute weiter gekämpft wurde, stellte in Wiesbaden der Präsident des Statistischen Bundesamts die endgültigen Zahlen für die Entwicklung der Inflation im April 2022 in Deutschland vor. Dass beide Ereignisse mit einander auf das Engste verknüpft sind, ist in den vergangenen Wochen sehr deutlich geworden.

Zu erwarten war gleich unmittelbar nach Kriegsausbruch eine starke Auswirkung der Kampfhandlungen auf die Energiepreise. Eine solche haben wir gesehen. Noch nicht so klar war Ende Februar, wie sich der Krieg auf die übrigen Preise, insbesondere auf die Nahrungsmittelpreise auswirken würde, denn damals musste noch mit der Möglichkeit eines schnellen Sieges der russischen Truppen gerechnet werden.

Ihn konnten die Truppen Wladimir Putins nicht erringen. Vor Kiew wurden sie geschlagen und mussten sich mit Rücksicht auf ihre angespannten Nachschubwege zurückziehen. Seitdem zieht sich der Krieg als zermürbender Stellungskrieg an den meisten Fronten einfach nur in die Länge.

Anhaltender Krieg gleich anhaltende Inflation?

Aktuell sieht es nicht so aus, als könne eine Seite das militärische Ringen kurzfristig für sich entscheiden. Auch eine Verhandlungslösung, die für beide Kriegsparteien akzeptabel wäre, zeichnet sich nicht am politischen Horizont ab. Es ist daher zu befürchten, dass die Kämpfe und mit ihnen das Sterben weitergehen werden.

Für die Ukraine bedeutet dies Tod, Leid und Zerstörung, für Russland gefallene und verkrüppelte Soldaten und für die Welt eine anhaltende Inflation, denn der Druck auf die Preise wird weiterhin hoch bleiben. Das gilt nicht nur für die bereits stark gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise, sondern vor allem für die Preise für Grundnahrungsmittel.

Sie explodieren derzeit überall auf der Welt und stellen gerade die ärmeren Bevölkerungsschichten vor erhebliche Probleme. Ihre Not wird anhalten und zwangsläufig zu neuen Konflikten führen, von denen wir wieder annehmen dürfen, dass sie nicht alle friedlich gelöst werden können.

Damit sind die kurz- und mittelfristigen Aussichten alles andere als berauschend, denn unsere Welt scheint auf eine Zeit der ausufernden Gewalt und Inflation zuzusteuern.





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