Trump auf Twitter: „I’ll be back“? (Foto:Shutterstock)

Der schlimmste Alptraum der linken deutschen Journalistensekte, dieser unermüdlichen Framing-Arbeiter im Weinberg des Herrn der alleinseligmachenden Wahrheit, droht wahr zu werden: Musk macht ernst mit seinem wörtlich – und aus hiesiger Sicht primitiven – Verständnis von Meinungsfreiheit, und will all jene aus der Twitter-Verbannung zurückholen, die dort durch Algorithmen, Gemeinschaftsstandards und willkürliche Racheakte der globalen Mindsetter rausgeschmissen wurden. Allen voran ihr wohl prominentester und reichweitenstärkster Vertreter Donald Trump, der US-Präsident von 2017 bis 2021 (beziehungsweise wohl mutmaßlich sogar reale „president elect„, worauf gerade erst wieder die umfassende Dokumentation und Hintergrundrecherche „Mule 2000” hindeutet) .

Die Schockwellen, die die Korridore der klimatisierten Korridore und veganen Sternekantinen der gender- und ökowoken Verlags- und Senderpaläste im besten Deutschland aller Zeiten durchlaufen, sind gewaltig. Sollte all das Streben nach Spaltung, Ausgrenzung und Vernichtung toxischer Meinungen, das wenigstens Twitter zum Erfolg führte, vergebens gewesen sein? So sieht es jedenfalls aus: Gestern hatte Musk erklärt, er werde die Anfang Januar 2021 gegen Trump verhängte lebenslange Twitter-Sperre aufheben – weil diese „moralisch falsch und einfach nur dumm“ gewesen sei.

Mehr Unsinn, als widerlegbar wäre

In den deutschen Mainstream-Medien weiß man es natürlich besser; dort herrscht quasi DEFCON 3, seit Trumps Rückkehr in die unkontrollierte Öffentlichkeit droht. In der einst konservativen „Frankfurter Allgemeinen” hieß es, angeblich habe Trump seine Twitter-Präsenz nur „für Lügen, Hetze und den wenig verklausulierten Aufruf, das Kapitol zu stürmen”, genutzt. Seine Meinungsfreiheit nutze er, „um die Meinungsfreiheit abzuschaffen”. Außerdem sei er ein „Autokrat“, der die Demokratie aushöhle. „An allen Ecken und Enden“ habe er „versucht, das Institutionen-Gefüge der Vereinigten Staaten aus den Angeln zu heben.“ Deshalb, so der Rat an Musk, solle dieser „es sich zweimal überlegen, ob er diesem Trump mit Twitter bei der nächsten Präsidentschaftswahl den Steigbügel halten will.“ In dem Kommentar steckt mehr Unsinn, als man auf einmal widerlegen könnte.

Überhaupt ist die Sorge vor einer Rückkehr Trumps in Weiße Haus 2024 anscheinend unter deutschen Schreibern und Kommentatoren noch ausgeprägter als in den USA selbst – weshalb die These, er sei ein verkappter faschistischer Putschist, fröhlich fortgeschrieben wird: Unisono ist wahrheitswidrig weiter davon die Rede, dass es Trump gewesen sei, der seine Anhänger zum „Sturm aufs Kapitol“ angestiftet habe – obwohl er mit dem Eindringen ins Parlamentsgebäude und begangenen Straftaten überhaupt nichts zu tun hatte, denn der „Marsch zum Capitol Hill” war lange vor Trump immer schon ein gebräuchlicher Appell, sich unter den Augen der Volksvertreter vorm Kapitol zu versammeln und zu demonstrieren. Identisch – oder noch militanter – erging derselbe Aufruf in der US-Geschichte immer wieder auch von linken Aktivisten (Anti-Vietnam- sowie Bürgerrechtsbewegung, Abtreibungsbefürworte und -gegner und Demonstranten gegen die Irakkriege und Kritiker von Obamacare). Doch erst bei Trump wurde er als Aufruf zum Staatsstreich interpretiert, als unter bis heute nicht geklärten Umständen Freaks der America-First-Bewegung plötzlich ins fast unbewachte Kapitolgebäude gelangen konnten – das man ihnen quasi sperrangelweit geöffnet hatte, mutmaßlich als Provokation für die anschließende Kampagne gegen Trump. In diesem Kontext erfolgte dann seine Twitter-Sperre.

Brandmarkung des Unerwünschten

Einem nicht an Wahrheit, konkreten Aussagen und den eigentlichen Zusammenhängen interessierten deutschen Volk passivverblödeter Medienkonsumenten kann man jedoch auch heute noch erzählen, dass Trump für „Fake News” stehe, für „Hass und Hetze”, und dass sowohl Regierungen als auch linke Haltungsmedien die heilige Pflicht und jedes Recht hätten, das Volk vor solchen Widrigkeiten zu schützen. Dass Freiheit immer nur die Freiheit der Andersdenkenden ist, wusste schon Rosa Luxemburg; dass jedoch staatliche, ideologische oder privatwirtschaftliche Manipulatoren der Meinung immer schon Andersdenkende mit unterschiedlichen Vorwürfen kriminalisierten, müsste aus der deutschen Geschichte eigentlich zur Genüge bekannt sein. Trotzdem gehen sich für aufgeklärt haltende Menschen jenen heute wieder auf den Leim, die mit eben diesen Tricks wieder arbeiten. Ihre Labels lauten heute nicht mehr „Wehrkraftzersetzung” oder „kommunistischer Umsturz”, auch nicht „westliche Provokation” oder „Konterrevolution” – sondern „Hass und Hetze“ und „Leugnung”. Was hingegen zeitlos gleichgeblieben ist, ist die Brandmarkung des Unerwünschten als „Desinformation” und „Lüge”.

Da diese hochsubjektiven Termini und Schuldzuschreibungen spiegelbildlich von beiden Extrempositionen – Regierung wie Widerstand, Mainstream wie Gegenöffentlichkeit – gleichermaßen auf das jeweils andere Lager angewandt werden, ist Elon Musks Ansatz, zu einer „radikalen” Form von Meinungsfreiheit zurückzufinden (die in Wahrheit die einzig sinnvolle und legitime ist), der einzig richtige. Kein Wunder, dass das woke, links-globalistische Milieu, das Twitter in den letzten Jahren zu seinem höchsteigenen Privattummelplatz erkoren hatte und dort ein nahezu unbeschränktes Meinungsmonopol ausübt, nun schnappatmet und mehr Debatte fürchtet. Kein Wunder, dass die pseudojournalistische Aktivisten, NGO-und Stiftungsprofiteure (die nie das geringste Problem damit hatten, als ihnen wohlgesonnene Milliardäre Medien jeder Art kauften, solange sie diese auf Woke-Linie brachten oder halten), nun unablässig vor der Gefahr warnen, die angeblich von Twitter unter Musks Kontrolle ausgehe.

Sperre war ein Fehler

Ironischerweise sprang Elon Musk sogleich Jack Dorsey bei, der Gründer und frühere Chef von Twitter, der den damaligen Bann gegen Trump erst exekutiert hatte. Der zum Renegat gewandelte Ex-CEO führte aus: Zwar gebe es Ausnahmen, doch grundsätzlich seien „permanente Sperren ein Fehler“ und würden zudem auch nicht wirken. Musk hob indes auch hervor, dass ihm Twitter de iure noch nicht gehöre, womit formal die Rückkehr Trumps noch keine ausgemachte Sache sei.

Trump selbst hatte zwar betont, selbst dann nicht auf Twitter zurückkehren zu wollen, wenn man seine Sperre aufhebe; dennoch bleibt abzuwarten, ob er tatsächlich auf diese Möglichkeit zur Außendarstellung verzichten wird, insbesondere eben im Hinblick auf die erwähnte neuerliche Präsidentschaftskandidatur 2024 (er wäre dann übrigens nicht älter als Biden heute, aber geistig ungleich vitaler – was allerdings keine allzu große Kunst sein dürfte). Bis zu seiner Sperre hatte er dort über 80 Millionen Follower. Trumps eigene, im Februar gestartete Social-Media-Plattform „Truth Social” kämpft mit außerdem mit massiven Anlaufproblemen. Ob sie sich auf dem Markt etablieren kann, erscheint derzeit äußerst fraglich; eine Reichweite wie Twitter wird sie ihm wohl keinesfalls bescheren. Deswegen dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis Trump dorthin zurückkehrt. Im Interesse einer lebhaften Debattenkultur wäre es zu wünschen.





Quelle: