Die Außenpolitik des russischen Präsidenten Vladimir Putin zielt im Grunde darauf ab, die Zeit des Kalten Krieges wiederzubeleben. Sowohl die Sowjetunion wie auch die USA hatten in dieser Zeit ihre Einflusszonen und diese wurden von der anderen Seite respektiert.

Das führte dazu, dass der Westen weder 1961 beim Bau der Berliner Mauer noch 1968 beim Prager Frühling eingriff und man sich am Ende um eine Entspannungspolitik bemühte, die den Status Quo für beide Seiten etwas angenehmer machen sollte. Dass Russlands Präsident erneut von einer derartigen Aufteilung der Welt in verschiedene Einflusssphären träumt, ist unverkennbar.

Der wiederholte Verweis auf die angeblich vom Westen nicht beachteten russischen Sicherheitsinteressen ist an dieser Stelle Hinweis genug. Die Position übersieht jedoch, dass auch andere Länder ebenso legitime Sicherheitsinteressen haben, etwa die baltischen Länder, Schweden und Finnland und selbstverständlich auch die Ukraine.

Ein Eigentor nach dem anderen

Ist es realistisch zu erwarten, man könne ein Fußballspiel noch gewinnen, wenn man schon in den ersten Minuten fünf Eigentore schießt? Ein wenig erinnert die russische Politik an diese Frage, denn sie war in den letzten Jahren nicht geeignet, die direkten Nachbarn zu beruhigen.

Im Gegenteil: Im Baltikum kam schon nach der Annektion der Krim 2014 Unruhe auf. Schweden und Finnland werden aktuell durch den russischen Angriff auf ein Nachbarland aufgeschreckt und stellen sich zwangsläufig die Frage, sind wir die nächsten Länder auf Wladimir Putins Zettel.

Wenn es das Ziel der Politik des russischen Präsidenten war, die NATO von den eigenen Landesgrenzen fernzuhalten, so hat er nach Lage der Dinge exakt das Gegenteil erreicht, denn nun suchen auch Schweden und Finnland nach stärkeren Partnern und werden vermutlich schon in Kürze Anträge zur Aufnahme in die NATO stellen.

Damit passiert genau das, was eigentlich verhindert werden sollte.





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