Erinnern Sie sich an Karl Lauterbachs vollmundige Behauptung, er sei jemand, der den Ungeimpften keine Vorwürfe macht? Schon damals sorgte dieser Sager für Lacher – und er gibt sich redlich Mühe, sich selbst täglich aufs Neue zu widerlegen. So empörte er sich jüngst bei Maischberger nicht nur über das Scheitern der Impfpflicht, sondern auch – wie so oft – über die Ungeimpften.

Ein Kommentar von Vanessa Renner

Dass ein „Alleingang“ bei der Impfpflicht nicht möglich gewesen wäre und er sich in einer Koalition mit anderen Partnern einigen müsse, schien er sichtlich zu bedauern. Das krachende Scheitern des gesetzlichen Impfzwangs sei „eine enttäuschende Erfahrung gewesen“. Lauterbach ist sicher: „Wir hätten es uns allen leichter gemacht für den Herbst, wenn wir das erreicht hätten.“ Das darf in Anbetracht der mittlerweile zunehmend offenkundigen mangelnden Wirkung der Impfung freilich als unbelegte Behauptung gewertet werden.

Deutschlands Ungesundheitsminister ist all jenen dankbar, bei denen die Panikmache der letzten zwei Jahre gefruchtet hat und die auch jetzt noch mit Maulkorb durch den Supermarkt eilen. Er nannte es „die Freiwilligkeit der Vernünftigen“. Erfreulicherweise lässt sich im Alltag feststellen, dass die, die er „vernünftig“ nennt, zunehmend in der Unterzahl sind.

Über die Ungeimpften ärgert die „Covid-Heulboje“ sich freilich nach wie vor. Sehr sogar! „Es ist eine Zumutung, dass wir all dies machen müssen, um die zu schützen, die sich nicht impfen lassen wollen“, fabulierte er – und erntete in den sozialen Medien prompt das entsprechende Echo.

WHO entlarvt Maßnahmen als nutzlos – doch Lauterbach will davon nichts wissen

Lauterbach nutzte die Ungeimpften bei Maischberger als Rechtfertigung für die von ihm offensichtlich fest eingeplanten Corona-Maßnahmen im Herbst. Pikant: Die Maßnahmen der vergangenen zwei Jahre sollen aktuell von einer Experten-Kommission bewertet werden – der Lauterbach in der Sendung kurzerhand jede Kompetenz absprach: „Es wäre fahrlässig, wenn man sich auf eine Kommission, in der zwei Virologen sind, alleine verlassen würde.“

Lauterbach ist übrigens auch kein Virologe. Ihm dürfte lediglich bewusst sein, dass die Evaluation der Maßnahmen sehr zu seinen Ungunsten ausfallen könnte. Die WHO hat seinen Behauptungen, Deutschland wäre „gut durch die Pandemie gekommen“, bereits widersprochen: Eine Auswertung der WHO ergab nämlich, dass Deutschland trotz strenger Maßnahmen eine deutlich höhere Übersterblichkeit verzeichnete als etliche andere Länder – darunter auch Schweden, das auf grundrechtfeindliche Restriktionen verzichtet hat. Die Bild formulierte süffisant:

Das ist das Gegenteil von dem, was Gesundheitsminister Karl Lauterbach (59, SPD) wieder und wieder behauptet hatte: Nämlich, dass Deutschland im Vergleich mit unseren Nachbarländern beim Thema Sterblichkeit besonders gut durch die Pandemie gekommen sei – zuletzt beim Ludwig-Erhard-Gipfel Ende April.
Eine BILD-Anfrage an das Bundesgesundheitsministerium, auf welchen Daten oder Studien sich der Minister bei seiner Behauptung stützt, blieb bis heute unbeantwortet.

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Dass Lauterbach für seine steilen Thesen keine aussagekräftigen Belege anführen kann, ist freilich nichts Neues. CDU-Gesundheitsexperte Tino Sorge forderte Lauterbach nun auf, die Bewertung der Corona-Maßnahmen durch besagte Kommission „nicht länger auszubremsen“. Kassenärzte-Chef Dr. Andreas Gassen sprach sich ebenfalls für eine schnelle und unabhängige Bewertung der Maßnahmen aus – das sei umso mehr geboten, da „zahlreiche Nationen mit einer weniger rigiden Corona-Politik offenbar mitunter sogar deutlich weniger Übersterblichkeit zu verzeichnen haben“. Für Gassen ist das Ziel der Evaluation der Maßnahmen klar: „Damit wir nicht erneut ohne Evidenz in den Herbst gehen und mit wahllosen Einschränkungen möglicherweise mehr schaden als nutzen.“

Nur Karl Lauterbach scheint daran, wie so oft, keinerlei Interesse zu haben.





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