In Österreich kennt sich bald niemand mehr aus, wer gerade Minister ist oder nicht. In der ÖVP aber auch bei den Grünen gilt das Motto „jeder darf es mal versuchen“. Um 11 Uhr will die Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger ihren Rücktritt bekanntgeben – so berichtet die österreichische Presse einhellig unter Berufung auf Vorab-Informationen.

Ein Kommentar von Willi Huber

Vor wenigen Tagen wurde eine Regierungsumbildung noch dementiert. Jetzt will gewöhnlich aus Regierungskreisen so gut informierte wie auch finanzierte Kurier will wissen, dass es sich beim bevorstehenden Rücktritt Köstingers nicht um den einzigen Rücktritt handeln solle. Auch Wirtschaftsministerin Schramböck stehe vor der Ablöse. Ebenso wird offenbar intensiv über die Personalie der ÖVP-Generalsekretärin Laura Sachslehner diskutiert.

Köstinger galt als enge Vertraute des zurückgetretenen Bundeskanzler Sebastian Kurz. Dieser soll aber laut einigen Beobachtern vor einem Comeback stehen – er selbst schließt das freilich kategorisch aus. Ein Indiz für eine Rückkehr in die Bundespolitik ist sein mit Spannung erwarteter Auftritt am ÖVP-Parteitag am kommenden Samstag in Graz.

Diverse Medien warfen bereits die Frage auf, ob Karl Nehammer der richtige Mann an der Spitze des Landes und der Partei ist. Unter Nehammer setzte die ÖVP ihren Sturzflug in Umfragen fort, und rangiert nur noch in der Gegend von gut gemeinten 20 Prozent. Sebastian Kurz, strahlender Wunsch-Schwiegersohn der Nation, der seinen Maßanzug trägt wie kein Zweiter und als einer der wenigen ohne Spickzettel ganze Sätze in Mikrofone sprechen kann, dürfte bei einem Comeback durchaus mehr Stimmen erringen.

Auch Gerald Grosz kommentierte den Vorgang auf der zensurfreien Plattform GETTR:

Die Gundel Gaukeley der Innenpolitik ist Geschichte. Der Zerfallsprozess der ÖVP setzt sich fort!



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