Durch den russischen Angriff auf die Ukraine erfuhren viele Preise im späten Februar einen deutlichen Schub. Nicht nur die Energierohstoffe verteuerten sich quasi über Nacht nochmals sehr deutlich. Auch die Preise für Rohstoffe aller Art zogen an. Da sowohl Russland als auch die Ukraine wichtige Exporteure für Düngemittel und Weizen sind, verteuerten sich auch viele Lebensmittel dramatisch.

Ihr Preisanstieg kam ebenso wie der bei den Energierohstoffen unmittelbar beim Endverbraucher an und führte dazu, dass die Inflationsrate, die in Deutschland im Januar und Februar schon bei hohen 4,9 und 5,1 Prozent gelegen hatte, sich im März sprunghaft auf 7,3 Prozent erhöhte.

Wer geglaubt hatte, damit sei das Ende der Fahnenstange bereits erreicht, wird bereits in diesem Monat eines Besseren belehrt, denn wie das Statistische Bundesamt (Destatis) bekanntgab, erhöhten sich die Verbraucherpreise nach vorläufigen Berechnungen im April nochmals um 7,4 Prozent.

Gegenüber dem März 2022 war somit abermals ein weiterer Preisanstieg von 0,8 Prozent zu verzeichnen. Auch der Harmonisierte Verbraucherpreisindex erhöhte sich im April 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 7,8 Prozent und verzeichnete im Vergleich zum März 2022 einen weiteren Anstieg um 0,7 Prozent.

Zuletzt hatte die Teuerung in Deutschland im Herbst 1981 ein ähnlich hohes Niveau erreicht. Auch damals waren infolge des ersten Golfkriegs zwischen dem Iran und dem Irak die Energiepreise sehr stark angezogen. Anders als heute gab es damals jedoch keine Probleme durch gestörte Lieferketten und auch die anderen Rohstoffe verteuerten sich nicht im gleichen Maße wie das Öl.

Im Vergleich zum März 2022 stiegen die Energiepreise im April nicht mehr ganz so stark an. Sie erhöhten sich „nur“ noch um 35,3 Prozent, während der Anstieg im März noch bei 39,5 Prozent gelegen hatte. Das ist für die Verbraucher allerdings nur ein schwacher Trost, denn deutlich verschärft hat sich der Preisanstieg bei den Lebensmitteln. Er hatte im März schon bei hohen 6,2 Prozent gelegen und erhöhte sich im April um weitere 2,3 Prozentpunkte auf 8,5 Prozent.





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