Seit der Jahrtausendwende bestimmt die zunehmende Globalisierung die Welt. Sie hat schon immer polarisiert und war für die Einen ein Segen und für die Anderen ein nicht minder schrecklicher Fluch. Beiden Richtungen zugrunde lag die Überlegung, dass das Wesen der Globalisierung in höheren Profiten bestehe.

Produziert wurde deshalb dort, wo es am günstigsten war. Die alte Anregung von Adam Smith, jedes Land solle am besten das produzieren, was es am besten und damit auch am preiswertesten produzieren kann, schien endlich in einem weltweiten Maßstab verwirklicht werden zu können.

In der Zwischenzeit wissen wird durch die Corona-Pandemie auch um die Schattenseiten dieser vermeintlich so günstigen Arbeitsteilung, die sich allein am maximalen Profit orientiert: Lieferketten sind angespannt und können reißen und die gegenseitigen Abhängigkeiten machen Staaten erpressbar.

Neben den Profit tritt der Aspekt der Sicherheit

Der Aspekt der eigenen Sicherheit war gerade in den mit der Globalisierung zusammenhängenden Fragen lange Zeit ein weitgehend unbeachteter Faktor. Auch ethische Überlegungen wurden weit hinten angestellt. Was zählte, war primär der höhere wirtschaftliche Nutzen.

War die Corona-Pandemie eine Art Dämmerung, so schrillt jetzt mit dem Krieg in der Ukraine unüberhörbar der Wecker. Wir wachen auf und registrieren, dass es kein mehr Sicherheit bringt, wenn man sich von den Ölscheichs am Golf unabhängig macht, indem man sich Moskau zuwendet und auf russisches Gas setzt.

Hinterher ist man natürlich immer klüger und der große Fehler besteht nicht darin, eine einzige falsche Entscheidung getroffen zu haben. Viel grundlegender und damit letztlich auch viel entscheidender ist der Fehler, nicht in Alternativen gedacht zu haben. Er holt uns in diesen Tagen gerade an vielen Stellen auf eine sehr unangenehme Art und Weise ein.





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