Am 12. April erschien dieser Artikel: „Wir leben in einer Demokratie“. In diesem Text ging es um die von einem Historiker untersuchte und beschriebene Bespitzelung der SPD durch den ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland (West) Konrad Adenauer. Danke für die Leserbriefe. Die Zusammenstellung enthält alle Mails, die zu diesem Artikel bis heute 14:00 Uhr erschienen sind. Albrecht Müller.

1. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Albrecht,

Konrad Adenauer ist nichts anderes als der „Reichsverweser der Nazis“ in der BRD (West) gewesen.

Niemand hat die Aufarbeitung von Nazi-Verbrechen so hintertrieben bzw. die Förderung von Karrieren ehemaliger NS- Leute so gefördert wie dieser Mann.

Natürlich gibt es in der Politik-und Geschichtsforschung Literatur über die Westanbindung und Militarisierung der Bundesrepublik und über die Umtriebe  von Nazis in den Parteien CDU / CSU / FDP u.a die SPD.

Stefanie Maskes Buch „Nach Lektüre vernichten! Der geheime  Nachrichtendienst von CDU und CSU im Kalten Krieg.“ ( 2013) dazu ist lesenswert.

Davon aber, wie die CHRISTDEMOKRATEN- UND CHRISTSOZIALEN mit Demokratie, Ethik und Moral umgehen ist nun endgültig adabsurdum geführt worden.

Wer seine Politiker/innen in dieser Tradition aufzieht, wird auch nur immer einen „Nadelstreifen- Rechten“ hervorbringen können . . . Unfähig für wirkliche Demokratische Werte und Normen.

Egon Bahr hatte es erklärt … „Kohl und andere stehen im Dienste der Anglo-amerikanischen Geheimdienste“ und „Adenauer war bereits vorher eines ihrer Werkzeuge.“

Nun stellt sich die Frage, wer regiert dieses Land wirklich ?

Diese Frage ist schwierig, weil sie auch von den RECHTEN kolportiert wird. Aber sie bedarf einer aufrichtigen Erklärung.

Mit Freundlichen Grüßen 
B. Schroeder
 

 

2. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Müller,
 
Ihr Beitrag bringt mich zu der Frage, welche Rolle geheimdienstliche Erkenntnisse spielen beim “Umdrehen” von Personen, die mal mit hehren Idealen in die Politik gegangen sind. Haben die sich wirklich alle vom System, von der vorherrschenden Meinung, von den finanziellen Möglichkeiten und Karrierechancen korrumpieren lassen bis teilweise hin zur Überzeugungstäterschaft? Oder sind manche auch deshalb auf Linie, weil sie persönlich peinliche Leichen im Keller haben?
 
Ferner bei dieser Gelegenheit noch ein paar weitere Anmerkungen aus relativ aktuellem Anlass, bzw. weil ich sie schon immer mal machen wollte.

  1. Zu Rheinland-Pfalz als Zielscheibe und Ihrer Befürchtung der besonderen persönlichen Betroffenheit durch Fallout im Falle des Einsatzes von Atomwaffen gegen Ramstein: Ganz pessimistisch denke ich, dass es, sollte so ein Szenario eintreten, früher oder später egal sein wird, wo in Deutschland man gelebt hat. Vielleicht wird es ja sogar egal sein, wo auf auf die gesamte Erde bezogen man gelebt hat.
  2. Eine Anregung: Es sind viele interessante Artikel auf den NDS zum Konflikt Ukraine/Russland veröffentlicht oder auch verlinkt worden (z.B. auch mit alternativen Einschätzungen von westlichen Militärs). Ich fände es toll, wenn diese gesammelt und als Buch veröffentlicht werden würden. So ähnlich wie die Schilderungen der Betroffenen vom Coronalockdown. Ich fürchte einfach, dass man sie in 25 Jahren nicht mehr Internet finden, offiziell ein völlig anderes Bild der Ereignisse gezeichnet werden wird und Historiker vom Schlage Ganser noch seltener geworden sein werden.
  3. Sie beschreiben oft die Strategie des Wandels durch Annäherung von Brandt/Bahr. Gibt es dazu auch eine geopolitische Einordnung sozusagen aus Perspektive der USA? War es den USA egal? Fanden Sie es schlecht, sahen aber keine Möglichkeit, es zu verhindern? Oder haben sie es unterstützt, weil sie erahnt hatten, dass es mit dazu führen könnte, was wir dann auf dem Höhepunkt 89/90 erlebt haben. Wir haben heute keinen Flickenteppich von Transatlantikern, sondern diese sind flächendeckend allgegenwärtig. Adenauer war bereits der Kandidat der westlichen Siegermächte. Wie erklären Sie in diesem Zusammenhang, dass Brandt möglich war?
  4. Ein Plus der NDS ist, dass Sie, Herr Müller, als ehemaliger Insider heutiges Geschehen aus dieser Perspektive einordnen und aus dem Nähkästchen plaudern können. In diesem Sinne hoffe ich, dass Sie der Welt noch ein wenig erhalten bleiben und wünsche Ihnen gute Gesundheit und geistige Frische.

 
Mit freundlichen Grüßen 
AN

3. Leserbrief

Zu diesem Beitrag passt folgendes, von einem Rechtsanwalt geschriebenes Buch:
amazon.de/Schattenm%C3%A4chte-Operation-Omgus-Michael-Menzel/dp/3945068487

Es behandelt in fiktiver Form die Zusammenarbeit zwischen CIA, alten Nazis wie Globke und Adenauer. Der Roman ist schlecht geschrieben, aber die historischen Fakten sind m.E. sehr gut recherchiert!

Viele Grüße!
Ulrich Koch

4. Leserbrief

Zu Adenauer gibt es noch viel Schlimmeres:

Am 5. März 1933 war die Reichstagswahl. Hitlers NSDAP erhielt 43,9% der Stimmen. Nachdem Hitler die KPD-Abgeordneten ins KZ sperren oder ermorden lassen hat, hatte er 50%. Für das Ermächtigungsgesetz brauchte er aber eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Also hat er sich die DNVP und das Zentrum dazugeholt. Die Zentrumspartei wurde von den Politikern Ludwig Kaas und Konrad Adenauer geführt.

In der Wilhelmstraße gibt dazu es eine schöne Gedenktafel:

“In diesem Hause wohnte von Mai 1931 bis März 1933 … Konrad Adenauer.”

 
Verschleiert wird hier, ob Adenauer am 5. März 1933 (also nach der Wahl) oder am 23. März (nach dem Ermächtigungsgesetz) Berlin verlassen hat.

Doch glaubt jemand im Ernst, dass Konrad Adenauer, der zweitwichtigste Zentrumspolitiker, seinen Parteigenossen Ludwig Kaas bei diesem für die Kirche so überaus wichtigen Deal mit Hitler (“Ermächtigung gegen Unantastbarkeit der katholischen Kirche”) allein gelassen hätte? Sollte er etwa schon nach Köln gereist sein, während in Berlin Kaas mit Hitler über den Schutz der katholischen Kirche verhandelt hat? – Ich denke, es ist sehr wahrscheinlich, dass Adenauer in diese Verhandlungen stark eingebunden war, dass er also ein Steigbügelhalter Hitlers war.

Und so eine Person wurde 1949 Bundeskanzler. (Kolportiert wird dabei immer, dass er sich selbst gewählt hätte. Entscheidender war aber, dass er im Vorfeld der Wahl für die Nichtzulassung der West-Berliner SPD-Stimmen gesorgt hatte. Und natürlich dass die antikommunistischen USA mit seiner Wahl einverstanden waren.)

Martin Verges.
 

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