Hospital an der ukrainisch-polnischen Grenze (Symbolbild:Imago)

In vielerlei Hinsicht ist das heutige Deutschland ein Spiegelbild des NS-Staates, was die Distanz politischen Handelns von rationalem Normalmaß anbelangt: So extrem und krankhaft damals nationale Eigeninteressen Deutschlands über die aller anderen Mitglieder der Völkergemeinschaft gestellt wurden, bis hin zur Negierung von deren Existenzrecht: So sehr missachtet die heute herrschende Doktrin des Linksstaats die Bedürfnisse und Sorgen der eigenen Bevölkerung, indem sie die alleinige Daseinsberechtigung Deutschlands darin sieht, für die Probleme des Auslands und der dort lebenden Erdenbürger einzustehen.

Dies beginnt bei der Priorisierung von Entwicklungshilfen vor Leistungen fürs eigene Volk, setzt sich über Aufbauzahlungen für Türkei, Afghanistan, Ukraine und sogar China fort sowie über EU-Rettungsschirme und mannigfaltige Blanko-Versprechen auf Geberkonferenzen, und endet schließlich bei der unbegrenzten Aufnahme von Migranten jeder Art und Herkunft auf einseitiges Verlangen. Früher organisierten deutsche Regierende die Deportation alles Nichtdeutschen, alles „Diversen“ und kulturell Abweichenden mit Zügen (zuerst ins Exil, dann in die Vernichtungslager) aus Deutschland weg; heute lassen sie Busse und Züge in die entgegengesetzte Richtung rollen oder buchen Charterflüge, um möglichst viele Kulturfremde, Flüchtlinge und Vertreter einer heterogenen „Vielfalt“ ins Land zu schaffen. Damals galt Deutschland, Deutschland über alles – heute heißt es Deutschland, Deutschland hinter allem. Einen gesunden Mittelweg kann und darf es nicht geben. Und damals wie heute blieb jede Folgenabschätzung des ideologiegetriebenen Treibens aus.

Die Verantwortung Deutschlands

 

Ganz in diesem Sinne muss man auch das einordnen, was heute Janosch Dahmen, der  gesundheitspolitische Sprecher der Grünen, fordert: Er will die Verlegung von geflüchteten ukrainischen Patienten, die ganz gleich wo in Europa ausharren, nach Deutschland ermöglichen – und dies nicht etwa auf Einzelfälle bezogen, sondern großflächig. Man müsse zunächst Patienten aus den EU-Nachbarländern, die an die Ukraine grenzen, „systematisch nach Deutschland holen”, sagte Dahmen den Sendern RTL und ntv. Dies sei „Teil der humanitären Verantwortung„, die Deutschland habe (und die Grüne stets gerne auf Kosten der Allgemeinheit, aber nie unter Inkaufnahme eigener Opfer wohlfeil einfordern). Die Aufnahme sei erforderlich, um „dort die Nachbarländer zu entlasten und die Menschen gut in Deutschland zu versorgen.“ Dafür stehe man in der Verantwortung. „Und das sollten wir dringend tun”, so Dahmen weiter. Durch was diese „Verantwortung“ begründet sein sollte, definiert der grüne Demagoge natürlich nicht weiter.

Man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen: Da wird die deutsche Bevölkerung, gerade mit Billigung der Grünen und namentlich ihres Impfpflicht-Fanboys Dahmen, zwei Jahre lang einem wieder und wieder verlängerten Ausnahmezustand unterworfen, muss zwei Lockdowns, Maskenzwang, Grundrechtseinschränkungen, Kontaktsperren und Restriktionen im Alltag ertragen, all das sogar monatelang trotz Abschwächung der „Pandemie“ durch Omikron bis weit unter die Gefährlichkeit beliebiger früherer saisonaler Grippewellen – und dies wird uns von Beginn an mit dem ständigen Verweis auf eine angeblich drohende Überlastung der Kliniken legitimiert; ein Totschlagargument, mit dem nicht nur das Grundgesetz ausgehebelt wurde, sondern das auch vom Bundesverfassungsgericht als hinreichender Sonderumstand gewürdigt wurde.

Triage: Deutsche oder Ukrainer?

Plötzlich aber spielt dieses vorgeschobene Argument keine Rolle mehr und soll nicht mehr gelten, sobald es darum gehen soll, die großzügige medizinische Versorgung angeblicher und tatsächlicher Kriegsflüchtlinge und ukrainischer Patienten in Deutschland zu übernehmen. Hier sind, wie üblich, Fragen nach den Konsequenzen dieser humanitären Kurzschlusshandlungen verpönt. Anders allerdings bei den schon in früheren (wenn auch später als Schwindel enttarnten) „Überlastungssituationen” der Kliniken sollen diesmal nicht nur einzelne Intensivpatienten aus Frankreich oder Italien eingeflogen werden -sondern Deutschland Kliniken sollen zu einer Art Notstandslazarett für Millionen ukrainischer Flüchtlinge werden. Wären die von Karl Lauterbach und Befürwortern der Impfpflicht bis heute an die Wand gemalten potentiellen Zusammenbruchsszenarien auch nur zu einem geringen Teil zutreffend, dann müsste Dahmens Forderung auf die Triage-Entscheidung „Deutsche oder Ukrainer” in Kliniken hinauslaufen. Da dies offenbar nicht droht und die großzüge Einfliegung ukrainischer Patienten keine Schwierigkeit darstellt, bedeutet dies im Umkehrschluss: Man hat uns nach Strich und Faden belogen, als man uns monatelang einem überflüssigen Maßnahmenterror ausgesetzt hat, der erst übermorgen enden soll (was vielen trotzdem noch als unverantwortlich „früh“ erscheint).

Man kann es auf diesen Punkt bringen: Um Deutsche einzusperren, die eigene Bevölkerung zu gängeln und autoritär zu bevormunden, war eine (behauptete, tatsächlich nie eingetretene) Kliniküberlastung als Rechtfertigung ausreichend. Geht es aber darum, die Solidargemeinschaft auf auswärtige Anspruchsteller beliebig auszuweiten und Deutschland nicht nur zum Auffanglager und Sozialamt, sondern auch noch Krankenhaus der Welt zu machen, dann ist die „systemische Überlastung“ plötzlich kein Thema mehr und irrelevant – und wer fragt, was auf ihr geworden ist, setzt sich dem Vorwurf des menschenverachtenden Zynismus aus. Eben immer grade so also, wie es beliebt – und den linksgrünen Hypocrits in den Kram passt.



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