Wie fängt man einen Beitrag an, in dem es um das geht, was man früher als bekannt voraussetzen konnte, darum, dass Akteure von ihren Interessen geleitet sind, dass von Interessen geleitete Akteure, vor allem wenn sie mit viel Geld oder mit dem, was manche für Macht halten, verbunden sind, komprimittiert und jenseits dessen, was man als Moral bezeichnen kann, sind, dass Opportunismus unter Menschen nach wie vor die herrschende Form des Umgangs ist, wenn die genannten Bedingungen gegeben sind?

Unter Opportunismus verstehen wir, was Oliver Williamson so trefflich zum Ausdruck gebracht hat:

also das arglistige Verfolgen eigener Interessen unter Verwendung von allem, was die Werkzeugkiste von Betrug und Täuschung, von Lügen und Stehlen zur Verfügung stellt.

Jahrzehnte sozialwissenschaftlicher Forschung haben die Erkenntnis etabliert, belegt und wieder belegt, dass Menschen, die nicht durch eine starke moralische Selbstverpflichtung gebunden sind, die nicht von Arglist und Betrug abgeschreckt werden, weil die Kosten bei Entdeckung den kurzfristigen Nutzen übersteigen, eben diese Arglist einsetzen werden, um ihre Interessen durchsetzen zu können.

Und ganz so, als gäbe es diese Erkenntnis, die Forschung, die Belege, all das, was z.B. in die Neue Institutionenökonomie eingegangen ist, nicht, wird heute erzählt, Menschen seien zutiefst soziale, vor allem altrustische Wesen, die nur das Beste für ihre Nächsten im Schilde führten, dann jedenfalls, wenn sie durch eine pure, eine reine Motivation, wie man sie nur bei Woken, Linken, Extremlinken findet, getrieben sind. Alle anderen gehören auf die andere Seite, auf die Seite des Bösen, auf die Seite derer, die man aus der Gesellschaft entfernen, eliminieren muss, damit die Gesellschaft das soziale Paradies sein kann, das denen vorschwebt, die nicht mit der Wimper zucken, um denjenigen, die ihren Interessen nicht entsprechen, in jeder nur erdenklichen Weise zu schaden.

WIe es nun einmal so ist, mit Extremisten, diese altruistischen Gutmenschen zeigen in allem, was sie tun, dass die Beschreibung von Opportunismus, wie wir sie eingangs dargestellt haben, korrekt ist, denn sie verhalten sich in genau der beschriebenen Weise opportunistisch. Sie täuschen, betrügen, heucheln, versuchen, ihre Überzeugungen mit Nudging und anderen Formen der arglistischen Täuschung durchzusetzen, gehen voller Hass und mit aller Gewalt, derer sie habhaft werden können, gegen alle vor, die kritisieren, die zweifeln, an der Corona-Erzählung der Guten, der Rechtsextremismus-Erzählung der Guten, der Klimawandel-Erzählung der Guten an all dem, was die angeblich Guten an Gutem in dieser sozialsten aller Welten tun, dieser Welt, die nur von linken Altruisten bevölkert werden kann, und aus der “rechte Egoisten” mit allen Mitteln entfernt werden müssen, um den egoistischen Traum der altruistischen Linken durchzusetzen.

Links sein bedeutet, eine hohes Maß an Ambiguitätstoleranz gegenüber den eigenen, den gelebten Widersprüchen aufzubringen, eine Anforderung, die durch eingeübte Denkbehinderung in Kombination mit einem übersteigerten Narzissmus, wie in ich ich ich Emilia an den Tag legt, leicht erbracht werden kann.

Als direkte Folge aus dieser dichotomen, dieser naiv-dummen Sicht auf die Welt, in der es nur Gute und Böse, nur Planetenretter und Klimawandelleugner, nur Transsexuelle oder Homophobe, nur volksgesundheitsbegeisterte Impflinge und volksgesundheitsfeindliche Coronaleugner, nur gute Kombattanten und böse Russen gibt, finden sich in Medien die Strukturen einer Propaganda längst vergangener Tage, als Stalingrad noch als taktischer Rückzug verklärt wurde, oder der Endkampf mit Rentnern und Kindern gewonnen werden sollte.

Wenn wir uns heute MS-Medien zumuten, dann fühlen wir uns regelmäßig, als hätten wir eine Zeitreise gemacht, in die Zeiten, in denen die Feinde klar benennbar waren und mit allen Übeln dieser Welt assoziiert wurden, während man selbst natürlich auf der Seite der Guten, der Wohltäter der Menschheit gestanden hat. Von differenziertem Denken, vom Versuch, beide Seiten der Medaille zu betrachten, keine Spur. Wann haben Sie zum letzten Mal in einem MS-Medium einen Versuch entdeckt, eine Geschichte mit Abstand und ohne die eigene “Haltung” schon in der Überschrift zur Schau zu stellen, damit der Leser weiß, wer die Guten und wer die Bösen sind, gelesen oder gesehen?

Ernstgemeinte Frage.

Das Freund-Feind-Muster, es findet sich derzeit in allen ideologischen Themen, die durch MS-Medien geprügelt werden.

  • Wer am von Menschen gemachten Klimawandel zweifelt, der gilt den “Guten” als Klima[wandel]leugner und wird diskreditiert, zensiert, eliminiert.
  • Wer an der COVID-19 Erzählung und der Wirksamkeit von COVID-19 Impfstoffen / Gentherapien zweifelt, der gilt den “Guten” als Coronaleugner, wird diskreditiert, zensiert, eliminiert.
  • Wer an der Ukraine-Erzählung zweifelt, der gilt als Feind des Westens als Freund Russlands, als Gefahr für die Demokratie, wird diskreditiert, zensiert, eliminiert.

Die Unfähigkeit zum Zweifel, wie sie nur sehr dumme Menschen haben können, sie scheint in den MS-Medien geradezu kultiviert zu sein, so sehr, dass alle Berichterstattung zur Propaganda verkommen ist, zum Versuch, die Seite der Guten in ein gutes Licht und die Bösen, die rechten, die weißen Männer, die Heterosexuellen, die Normalen zu diskreditieren. Es ist, als würde derzeit eine irre Minderheit ihre Wahnvorstellungen ausleben.

Verschwunden ist die Gewissheit, dass die Dinge meist nicht so einfach in gut und böse, in zwei Schubladen einzuordnen sind, dass es immer Variablen gibt, die diese Einordung verhindern, schon weil die Handlungsmotive von Menschen in der Regel so komplex sind, dass der Verständnishorizont der einfach Gestrickten, die sich in Medien und Parteien zu klumpen scheinen, weit überstiegen wird. Vielleicht ist deren Bestreben, in allem, was sie umgibt, zwei Gruppen zu finden, eine der Guten und eine der Schlechten, schlicht ein Zeichen von Überforderung, die Kapitulation des Minimal-Intellekts vor der Komplexität der Moderne. Wie dem auch sei, Konflikte um Ressourcen, Konflikte unterschiedlicher Interessen und der Krieg in der Ukraine ist ein Interessenkonflikt, werden in der Regel von Myriaden unterschiedlicher Interessen getrieben, deren Inhaber in unterschiedlichen Situationen unterschiedliche Handlungen ausgeführt haben, die mit verschiedenen Konsequenzen verbunden waren und neue Randbedingungen für Andere geschaffen haben.

Quelle

Konfliktsituationen entstehen nicht einfach so. Sie resultieren aus einem dynamischen Prozess, an dem viele Akteure, viele Entscheidungen und Handlungen beteiligt sind, die zu dem führen, was die einen dann als berechtigtes Anliegen, um ihre Sicherheit zu gewährleisten und die anderen als Überfall klassifizieren. Journalisten obliegt es eigentlich, in einer solchen Situation den Versuch zu unternehmen, die unterschiedlichen Interessen, die z.B. zum Krieg in der Ukraine geführt haben, aufzuspüren und ihren Anteil an dem, was sich nun ereignet, zu erfassen.

Das, was in MS-Medien zu lesen ist, ist weit davon entfernt. Geht es um Klimawandel, COVID-19 oder die Ukraine, dann finden sich in MS-Medien nur die Sicht von Regierungen, nur eine einseitige Sicht auf das, was sich abspielt, die Sicht von Putin als Täter, Verrücktem, der aus heiterem Himmel die Ukraine überfallen lässt und die Sicht der Männer um Volodymyr Zelenskyy, die seit Jahren in der Ukraine die beste aller Demokratien, fast so gut wie die kanadische Demokratie, verwirklicht haben und nun heldenhaft dem Tyrannen aus Moskau die Stirn bieten, im Kampf für ein freies Europa, in dem nur die Parteien zugelassen sind, die Zelenskyy noch nicht verboten hat. Plötzlich wird ein Autokrat zum demokratischen Friedensengel, plötzlich ist die Welt für die guten Menschen wieder so einfach, dass man denkt, einer Aufführung der Augsburger Puppenkiste beizuwohnen… Aber das ist vermutlich der Augsburger Puppenkiste gegenüber unfair.

Die lange Vorrede war notwendig, um die Kriegsverbrechen, die nun kommen, vorzubereiten, Kriegsverbrechen, die in einem Video dokumentiert sind, das einen Berater von Zelenskyy dazu veranlasst hat, die eigenen Soldaten darauf hinzuweisen, dass man an internationales Kriegsrecht gebunden sei, vor dem wir alle diejenigen warnen, die zart besaitet sind, denn Sie sehen Gewalt, Gewalt von den vermeintlich Guten an HILFLOSEN, also die mieseste Form von Gewalt, die überhaupt denkbar ist.

Zitieren wir vor diesem Video, was in Abkommen III der Genfer Konvention zu lesen ist:

“Teil II Allgemeiner Schutz der Kriegsgefangenen

Art. 12
Die Kriegsgefangenen unterstehen der Gewalt der feindlichen Macht, nicht jedoch der Gewalt der Personen oder Truppenteile, die sie gefangen genommen haben. Der Gewahrsamsstaat ist, unabhängig von etwa bestehenden persönlichen Verantwort­lichkeiten, für die Behandlung der Kriegsgefangenen verantwortlich.

[…]

Art. 13
Die Kriegsgefangenen sind jederzeit mit Menschlichkeit zu behandeln. Jede uner­laubte Handlung oder Unterlassung seitens des Gewahrsamsstaates, die den Tod oder eine schwere Gefährdung der Gesundheit eines in ihrem Gewahrsam befindli­chen Kriegsgefangenen zur Folge hat, ist verboten und als schwere Verletzung des vorliegenden Abkommens zu betrachten. Insbesondere dürfen an den Kriegsgefan­genen keine Körperverstümmelungen oder medizinische oder wissenschaftliche Ver­suche irgendwelcher Art vorgenommen werden, die nicht durch die ärztliche Behandlung des betreffenden Kriegsgefangenen gerechtfertigt sind und nicht in seinem Interesse liegen.

Die Kriegsgefangenen müssen ferner jederzeit geschützt werden, namentlich auch vor Gewalttätigkeit oder Einschüchterung, Beleidigungen und der öffentlichen Neu­gier.

Vergeltungsmassnahmen gegen Kriegsgefangene sind verboten.

Art. 14
Die Kriegsgefangenen haben unter allen Umständen Anspruch auf Achtung ihrer Person und ihrer Ehre.

[…]”


Sie sehen nun die Behandlung russischer Kriegsgefangener durch ukrainische Soldaten.
Noch einmal die Warnung an alle, sie sehen Gewalt, reale Menschen werden an Leib und Leben verletzt.

Ein Krieg ist eine schmutzige Angelegenheit. Ihn verklären und auf eine Auseinandersetzung zwischen Guten und Bösen reduzieren zu wollen, zeugt von ideologischer Verblödung oder arglistischen Versuchen, die eigenen Interessen durchzusetzen.



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