Ein Werk in Tscheboksary hat am Sonnabend den ersten russischen Traktor mit Elektroantrieb in Serienreife präsentiert. Den ersten? Nun, erste Experimente mit Elektrotraktoren hat es in der Sowjetunion schon in den Zwanziger und Vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts gegeben. Da war Elon Musk noch gar nicht geboren.

In Russland wurde ein serienreifes Modell eines elektrischen Traktors vorgestellt. Das Wunderwerk der Technik basiert auf dem Serienmodell des “KM Universal” Traktors, der vom Werk für Kraftaggregatoren in Tscheboksary produziert wird. Das Design des Elektrotraktors nimmt Anleihen bei dem legendären “Bettler” – dem T-16 Traktor, der von der Charkower Traktorenfabrik zwischen 1961 und 1967 hergestellt wurde. Der neue Traktor unterscheidet sich jedoch von dem Klassiker dadurch, dass sich die Ladefläche nun an der Vorderseite der Traktorenkabine befindet.

Der neu entwickelte Elektrotraktor wurde am Sonnabend vom Kalugaer Unternehmen Activ Techno und der in Skolkowo bei Moskau ansässigen Firma A priori Lösungen für Maschinen vorgestellt. Der Elektromotor und die Batterien ermöglichen den Verzicht auf den Zweitakt-Dieselmotor und das hydrostatische Getriebe. Die elektrische Energie treibt nicht nur das Fahrgestell des Traktors an, sondern auch alle angehängten landwirtschaftlichen Anbaugeräte. Die intelligente Steuerung ermöglicht es dem Elektrotraktor, bis zu 90 Prozent der Maschinenleistung auf das Getriebe und das Anbaugerät zu übertragen, während es bei Traktoren mit Verbrennungsmotor maximal 65 Prozent sind.

Die KPRF stellt sich hinter Putins Ukraine-Kurs

Bei Tests mit dem elektrischen Traktor erreichte der Prototyp eine Geschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde. Der Elektroschlepper kann auf seiner Ladefläche mehr als eine Tonne Ladung transportieren.

Der Elektrotraktor ist nicht nur eine Hommage an den Umweltschutztrend. In erster Linie, so Grigori Bolotin, Aktionär des Werkes in Tscheboksary, wird der Elektrotraktor die Bedürfnisse einer Reihe von Kunden erfüllen, darunter Versorgungsunternehmen und Landwirte, die in großen Gewächshäusern arbeiten.

Die Idee eines Traktors mit Elektroantrieb ist übrigens nicht neu in Russland: Der erste elektrische Traktor kam dank einer Initiative der Arbeiter des Petrograder Elektrizitätswerks auf den Markt. Im Frühjahr 1920 installierten sie zwei elektrische Winden, die einen Pflug zogen, auf zwei Fahrgestellen. Dies beeindruckte Wladimir Lenin sehr, den die Idee begeisterte, elektrische Traktoren zu entwickeln. Auf den Feldern tauchten Elektrotraktoren erstmals 1949 auf, damals waren sie eine Mischung aus Traktor und Trolleybus. Die Idee fand damals keine Verbreitung: Die Kosten des Betriebs eines ET-5 mit Elektroantrieb waren doppelt so hoch wie die des DT-54 mit Dieselantrieb.

Video: ET-5 im Feldeinsatz

Das zweite Aufkommen der Elektrotraktoren könnte erfolgreicher sein. Außerdem hat Russland mit dem Elektrotraktor bereits das Modell von Tesla überholt, das noch nicht auf dem Agrarmarkt ist. An der Entwicklung von Elektrotraktoren wird parallel unter anderem auch in Deutschland, der Ukraine und Indien gearbeitet. In Deutschland wurde vor kurzem ein E-Traktor der bayerischen Firma Fendt der Öffentlichkeit vorgestellt. 

Mehr zum ThemaMoskaus Reaktion auf westliche Sanktionen: Schritte zur Stabilisierung der heimischen Wirtschaft

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten.





Quelle: