Bislang ist der deutsche Arbeitsmarkt recht gut durch die Corona-Pandemie gekommen. Dies wurde auch am Dienstag deutlich, als der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, in Nürnberg die Dezember-Statistik seiner Behörde vorstellte. Sie lässt erkennen, dass der Arbeitsmarkt auch die jüngsten Einschränkung recht gut verkraftet hat.

Erneut gab es Grund zur Freude. Zwar stieg die Zahl der Arbeitslosen im Dezember im Vergleich zum Vormonat um 12.000 leicht auf 2,33 Millionen Menschen an, doch gleichzeitig fiel der im Schlussmonat des Jahres sonst zu beobachtende Anstieg in 2021 deutlich schwächer aus als in den Vorjahren.

Er war allerdings in den östlichen Bundesländern immer noch recht deutlich zu spüren. Hier nahm die Arbeitslosigkeit um 11.000 Personen zu, sodass fast der gesamte bundesweite Anstieg in den neuen Bundesländern zu verzeichnen war. Erfreulich war jedoch der Vergleich zum Vorjahr, denn im Dezember 2020 waren noch 378.000 Arbeitslose mehr gemeldet als im letzten Monat.

Neuerlicher Anstieg der Kurzarbeit befürchtet

Deutliche gestiegen sind allerdings die Anmeldungen von Kurzarbeit. Kurzarbeit angemeldet haben im Dezember besonders häufig Unternehmen, die im Bereich des Handels und der Gastronomie angesiedelt sind. Sie haben für 300.000 Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet, was im Vergleich zum November einem Anstieg um das Doppelte darstellt.

Erst der weitere Verlauf des Jahres wird zeigen, wie viel Kurzarbeit tatsächlich in Anspruch genommen wird. Aktuelle Zahlen liegen nur bis zum Oktober vor. In ihm wurde Kurzarbeitergeld für 710.000 Beschäftigt gezahlt. Im bisherigen Spitzenmonat während der Pandemie war die Zahl der Kurzarbeiter im April 2020 zeitweilig auf fast sechs Millionen Beschäftigte angestiegen.

Ob die Zukunft eine Fortsetzung des positiven Trends hin zu weniger Kurzarbeit bringen wird, ist allerdings fraglich. Arbeitsminister Hubertus Heil geht derzeit davon aus, dass die ersten Monate des neuen Jahres einen Anstieg der Kurzarbeiterzahlen bringen werden.



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