Am Freitag wollen Bund und Länder über zusätzliche Corona-Maßnahmen entscheiden. In einer Umfrage kurz vor der ersten Beratung von Kanzler Olaf Scholz (SPD) mit den Ministerpräsidenten im neuen Jahr sprach sich ein Großteil der Befragten für eine Verkürzung der Quarantäne aus.

Kurz vor der Bund-Länder-Runde über neue Corona-Maßnahmen hat sich in einer Umfrage eine Mehrheit der Bürger in Deutschland für eine Verkürzung der Quarantänedauer ausgesprochen. Demnach befürworten zwei Drittel (67 Prozent) der Befragten, die Quarantänedauer für Kontaktpersonen von Infizierten zu reduzieren, wenn diese symptomfrei sind, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage von infratest dimap für den ARD-Deutschlandtrend hervorgeht. Ebenso viele befürworten es, die Isolationszeit für Infizierte zu kürzen, wenn diese negativ getestet und symptomfrei sind.

Am Freitag wollen Bund und Länder über zusätzliche Corona-Maßnahmen entscheiden. Im Gespräch war eine einheitliche Linie bei weitergehenden Vorgaben für Zugang nur für Geimpfte und Genesene (2G). Für Personal in wichtigen Versorgungsbereichen sollen wohl Quarantänezeiten mit Absicherung durch Labortests verkürzt werden.
Die Wirtschaft setzt sich für kürzere Quarantänezeiten für weitere Branchen ein. Es sei zu kurz gesprungen, nur an Gesundheitswesen, Energie- und Wasserversorgung zu denken, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Peter Adrian.

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Kritisch für das Funktionieren des Alltags seien auch Bereiche wie die Belieferung mit Lebensmitteln, Medikamenten oder Heizmaterial und Personal an Supermarktkassen. Lauterbach und die Gesundheitsminister der Länder hatten jeweils Vorschläge vorgelegt. Sie zielen auch auf Quarantäne-Verkürzungen für Personal in Kliniken und Pflegeheimen und mehreren anderen Bereichen der “kritischen Infrastruktur”.

Nach den aktuellen Regelungen wird bei der Dauer zwischen verschiedenen Virusvarianten unterschieden. Im Falle einer Omikron-Infektion müssen Infizierte für mindestens 14 Tage in Isolation und benötigen anschließend einen negativen Test. Enge Kontaktpersonen von Omikron-Infizierten müssen für 14 Tage in Quarantäne.

In der Umfrage bewertet eine relative Mehrheit von 42 Prozent die aktuell geltenden Corona-Maßnahmen in Deutschland als angemessen. Das sind den Angaben zufolge 22 Prozentpunkte mehr als Anfang Dezember. Damals hatte eine Mehrheit gesagt, die Corona-Maßnahmen gingen nicht weit genug. Das sagen nach der Anpassung der Maßnahmen vor Weihnachten jetzt nur noch 31 Prozent (60 Prozent im Dezember). Für jeden Vierten (25 Prozent) gehen die Corona-Maßnahmen aktuell zu weit (plus 8 Prozentpunkte).

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Wörtlich lauteten die Fragestellungen folgendermaßen:

Sind aus Ihrer Sicht die geltenden Corona-Maßnahmen in Deutschland alles in allem angemessen, gehen sie zu weit oder gehen sie Ihnen nicht weit genug?

Corona-Infizierte müssen sich derzeit in Deutschland für mindestens 14 Tage isolieren und danach einen negativen Test vorweisen und symptomfrei sein. Um zu vermeiden, dass erhebliche Teile der Bevölkerung gleichzeitig ausfallen, etwa am Arbeitsplatz, wird derzeit über eine Verkürzung der Isolationsdauer für Corona-Infizierte diskutiert. Halten Sie eine solche Verkürzung für Infizierte, die negativ getestet und symptomfrei sind, grundsätzlich für richtig oder für falsch?

Enge Kontaktpersonen von Corona-Infizierten müssen sich in Deutschland derzeit in eine Quarantäne begeben. Bei einer Omikron-Infektion sind dies 14 Tage, auch wenn die Kontaktperson vollständig geimpft oder genesen ist. Um zu vermeiden, dass erhebliche Teile der Bevölkerung gleichzeitig ausfallen, wird auch über eine Verkürzung dieser Quarantänedauer diskutiert. Halten Sie eine solche Verkürzung für Kontakt-Personen ohne Symptome grundsätzlich für richtig oder falsch?

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(dpa/ rt de)





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