Eine eigentlich unscheinbare Meldung in den Nachrichtenagenturen hat beim Spiegel zu einer irrwitzigen Überschrift geführt. Ein Vergleich darüber, wie andere Mainstream-Medien berichtet haben, zeigt auf, dass es dem Spiegel nur um anti-russische Propaganda und nicht um Berichterstattung geht.

Am 29. Dezember hat der Spiegel einen Artikel mit der Überschrift „Nord Stream 2 – Putin erhöht Druck auf Deutschland“ veröffentlicht. Wer den Artikel liest, der fragt sich jedoch, worin denn der Druck, den Putin angeblich auf Deutschland erhöht, bestehen soll. In dem Artikel wird berichtet, dass auch der zweite Strang von Nord Stream 2 mit technischem Gas gefüllt und die Pipeline damit startklar ist. Es fehlt nur noch die Betriebsgenehmigung und dann kann das Gas fließen.

Für den Spiegel ist es russischer Druck, wenn Russland verkündet, es könne die von der EU selbst verursachte Gaskrise lindern. Auf so eine Logik muss man erst einmal kommen. Normalerweise wird Russland von Politik und Medien im Westen vorgeworfen, Gas als Druckmittel zu nutzen. Aber was ist das für ein Druck, wenn Russland höhere Gaslieferungen anbietet, um der EU zu helfen und die Gaspreise in der EU zu senken?

Nachdem ich den Spiegel-Artikel gelesen hatte, habe ich mich gefragt, wie andere deutsche Medien über die Meldung berichtet haben. Der Spiegel-Artikel war offensichtlich eine umgeschriebene Meldung einer Nachrichtenagentur, in diesem Fall der dpa. Wenn man erfahren möchte, wie andere Medien über die gleiche Agenturmeldung berichten, gibt es dafür einen einfachen Weg: Man kopiert ein Zitat aus dem Artikel und gibt ihn in eine Suchmaschine ein, die dann zeigt, in welchen Artikeln dieser Satz noch zu finden ist. Also habe ich mir folgendes Putin-Zitat aus dem Spiegel-Artikel kopiert und gegoogelt:

„Russland hat aber die Möglichkeit, seine Gasexporte zu steigern“

Die Suchergebnisse zeigen, dass nur der Spiegel aus der Tatsache, dass die zweite Röhre von Nord Stream 2 betriebsbereit ist und dass Putin erklärt hat, Russland sei bereit, mehr Gas zu liefern, eine Überschrift produziert hat, in der der Leser erfährt, dass Russland angeblich den Druck auf Deutschland erhöht. Die anderen Überschriften waren sachlich und haben lediglich gemeldet, dass die zweite Röhre von Nord Stream 2 betriebsbereit ist.

Beim Spiegel sieht man seinen einzigen Existenzzweck offensichtlich darin, anti-russische Propaganda zu verbreiten. Mich überrascht das nicht, ich finde es nur immer wieder amüsant, wenn der Spiegel das so deutlich zeigt.

Die Originalmeldung der dpa kann man übrigens bei der Süddeutschen Zeitung finden, die sie direkt aus dem dpa-Newskanal veröffentlicht hat. Von russischem Druck ist darin nicht die Rede, den hat der Spiegel sich ausgedacht.

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