In Chile hat der Sozialist Gabriel Boric die Präsidentenwahl gewonnen. Eine Nachricht, die hier in Europa vollkommen untergegangen ist. Zu allgegenwärtig ist die Hysterie um Corona und die drohende Omikron-Katastrophe. Außerdem ist man viel zu beschäftigt damit, das Klima und damit quasi die Welt zu retten.

Doch gerade die Klimaaktivisten sollten bei der Nachricht über Borics Wahl zum chilenischen Präsidenten extrem hellhörig werden, denn der 35-jährige ehemalige Studentenaktivist könnte ihren Klimaschutzaktivitäten ganz gehörig in die Parade fahren, um nicht zu sagen, sie massiv sabotieren.

Der Grund für diese pessimistische Einstellung ist Gabriel Borics ablehnende Haltung zum Bergbau. Im Wahlkampf hat er angekündigt, hart und entschieden gegen die chilenische Bergbauindustrie vorzugehen. Diese Ankündigung ist für jeden Klimaaktivisten Grund genug, nun nervös zu werden, denn in Chile steht der Bergbau für rund elf Prozent des Bruttoinlandsprodukts des Landes.

Ohne Kupfer und Lithium keine Elektromobilität

Abgebaut werden im Andenstaat insbesondere die Rohstoffe Kupfer und Lithium. Beide sind unverzichtbar, wenn die angestrebte Dekarbonisierung der Welt gelingen soll. Auf den Punkt gebracht muss sich unsere Welt somit entscheiden zwischen Kohle, Öl und Gas auf der einen Seite und Metallen und Mineralien auf der anderen Seite. Beides gleichzeitig ablehnen und in Grund und Boden verdammen geht nur um den Preis, den Rohstoff- und Energieverbrauch der heutigen Bevölkerung wieder auf das Maß des Mittelalters zurückzuführen.

Beim Kupfer hat die Welt auch ohne den Schwenk hin zur Elektromobilität in den nächsten zwanzig Jahren ein gewaltiges Problem, denn die großen Kupferminen in Chile werden in 10 bis 15 Jahren erschöpft sein. Sofern nicht davon ausgegangen wird, dass neues Kupfer zufällig und in ausreichender Menge vom Himmel fällt, müssen die erschöpften Lagerstätten beizeiten durch neue ersetzt werden.

Das benötigt Zeit, die im Grunde schon nicht mehr zur Verfügung steht, denn im Bergbau vergehen je nach Größe des Projekts zwischen zehn bis 15 Jahre, ehe eine Mine aufgebaut und in Produktion gebracht ist. Werden die aktuellen Pläne etwa der EU jedoch nur ansatzweise umgesetzt, wird das heute verfügbare Kupfer und Lithium nicht annähernd ausreichen, um den massiv steigenden Bedarf an Kupfer und Lithium zu decken.

Sozialistische Präsidenten, die an dieser Stelle meinen, dem Bergbau zusätzliche Steine in den Weg legen zu müssen, sind deshalb die Gewähr dafür, dass ehrgeizige Pläne vor die Wand gefahren werden. Denn selbst wenn es Gabriel Boric nur gelingen sollte, neue Kupfer-Projekte zu verzögern, wäre der Schaden enorm, weil gar nicht das Kupfer zur Verfügung stehen wird, das nötig ist, um den Schwenk hin zur Elektromobilität vollziehen zu können.



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