Die deutschen Hersteller haben ihre Preise im November so stark erhöht wie seit 1951 nicht mehr. Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte stiegen um 19,2 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das deutsche Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Die Inflation droht damit weiter aus dem Ruder zu laufen.

Die deutschen Hersteller haben ihre Preise im November so stark – um 19,2 Prozent – angehoben wie seit 70 Jahren nicht mehr, berichtet die Handelszeitung. Das ist der stärkste Zuwachs seit November 1951 mit damals 20,6 Prozent. Neben Energie verteuerten sich vor allem Vorprodukte wie Holz, Baustoffe und Metalle.

Corona, Ampel, Kanzlerwahl - doch wer schaut auf die galoppierende Inflation?

Die Produzentenpreise gelten als ein wichtiger Indikator für die Entwicklung einer Inflation – und lassen daher nichts Gutes vermuten. Seit Januar 2021 steigt die Inflation von Monat zu Monat. Zuletzt war das mit 5,2 Prozent so viel wie seit fast 30 Jahren nicht mehr. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) sagte dazu:

“Die Inflation wird vorerst hoch bleiben, auch weil die Lieferengpässe weiterhin die Herstellungskosten erhöhen und das Konsumgüterangebot verknappen”.

So dürften die Verbraucherpreise in Deutschland sowohl im zu Ende gehenden als auch im kommenden Jahr um durchschnittlich rund drei Prozent steigen. Es könnte aber deutlich mehr sein. 

Hauptverantwortlich für die hohen Erzeugerpreise waren den Statistikern zufolge abermals die Energiekosten. Sie verteuerten sich im November um fast die Hälfte auf durchschnittlich 49,4 Prozent. Klammert man Energie aus, lagen die Erzeugerpreise insgesamt 9,9 Prozent über dem Vorjahreswert. Erdgas verteuerte sich mit 83,4 Prozent besonders stark, elektrischer Strom um 48 Prozent.

Explodierende Preise – Wie es dazu kam und warum es noch viel schlimmer kommt

Vorleistungsgüter kosteten knapp ein Fünftel mehr als vor einem Jahr. Metalle stiegen um 37 Prozent deutlich. Dabei kletterten die Preise für Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen mit 54,4 Prozent besonders intensiv. Vor allem hohe Anstiege wurden zudem bei Sekundärrohstoffen (+79,1 Prozent), Verpackungsmitteln aus Holz (+73,7 Prozent) sowie Nadelschnittholz (+72,5 Prozent) ermittelt.

Düngemittel und Stickstoffverbindungen kosteten 43,4 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Bei Papier und Pappe lag das Plus bei 28,0 Prozent. Nahrungsmittel waren 4,7 Prozent teurer als im Vorjahresmonat. Vor allem bei pflanzliche, nicht behandelte Öle (+59,0 Prozent) und Butter (+37,3) merkt das jeder Verbaucher im Supermarkt. Rindfleisch kostete 17,5 Prozent mehr als im November 2020, Backwaren 3,9 Prozent mehr. Dagegen wurde Schweinefleisch um 5,8 Prozent billiger.

Zum 1. Januar 2022 steigt auch die CO2-Steuer. Statt 25 Cent je Tonne ausgestoßenem Kohlendioxid sind dann 30 Cent fällig. Das wird sich unter anderem weiter auf Kraftstoffpreise auswirken. Ebenfalls verteuert die Deutsche Post ihre Portokosten im Schnitt um 4,6 Prozent. Ein Standardbrief kostet dann beispielsweise 85 anstatt 80 Cent. 

Mehr zum Thema – Strompreis in Deutschland erreicht weiteres Allzeithoch





Quelle: