Angela Merkel ist nun nicht mehr Kanzlerin der Republik. Sie möchte allerdings nun nicht einfach von der Bühne abtreten, sondern eine Autobiographie „entlang den großen politischen Krisen ihrer Kanzlerschaft“ vorlegen. Dort möchte sie, so ein Agenturbericht, ihre zentralen politischen Entscheidungen „in eigenen Worten erklären“. Viele Menschen dürften gespannt sein.

Merkel will sich erklären

„Nach ihrem Abgang aus dem Amt will Angela Merkel eine Autobiografie schreiben, erzählt entlang den großen politischen Krisen Ihrer Kanzlerschaft. „Die Kanzlerin möchte nicht ihr ganzes Leben nacherzählen, sie möchte ihre zentralen politischen Entscheidungen in eigenen Worten erklären, und mit Rückgriff auf ihren Lebensweg“, sagte Merkels langjährige Büroleiterin Beate Baumann dem „Spiegel“.

Das Buch wird ein gemeinsames Projekt von Merkel und Baumann, die seit fast 30 Jahren zusammenarbeiten. Das Projekt ist laut der Bürochefin auf zwei bis drei Jahre angelegt, einen Verlag gibt es noch nicht. Eine Unterstützung durch externe Autoren ist nicht geplant: „Die Bundeskanzlerin und ich sind ganz sicher: Wenn wir dieses Buch machen sollten, dann machen wir es allein, also ohne Ghostwriter, ohne Historiker, ohne Journalisten.“ Die Ex-Büroleiterin will künftig als politische Beraterin Merkels arbeiten.

„Ich bin aus der Position der Büroleiterin herausgewachsen.“ Baumann, die bislang keine Interviews gegeben hatte, hadert mit ihrem Bild in der Öffentlichkeit als harte, unerbittliche Machtperson im Schatten von Merkel. „Ja, es hat mich zum Teil sehr verletzt“, sagte die 58-Jährige. „Vor allem aber habe ich sehr darunter gelitten, dass sich meine Familie, besonders meine damals noch lebenden Eltern, Sorgen gemacht haben, warum so über mich geschrieben wurde.“

Aber die studierte Anglistin und Germanistin räumt auch ein: „Meine große Schwäche ist das Aufbrausen. Manchmal verkämpfe ich mich.“ Baumann, die Merkel als „machtpolitisches Naturtalent“ lobt, hat diese als Umweltministerin, CDU-Generalsekretärin, Parteivorsitzende, Fraktionsvorsitzende und Kanzlerin begleitet. „Ich habe nie gedacht: Das wird etwas Großes“, erinnert sie sich.

Aber nach Merkels Aufstieg zur CDU-Chefin sei ihr klar gewesen: „Jetzt geht es um etwas Großes.“

Bericht mit Material der dts Nachrichtenagentur



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