Für die Gastronomie und den Handel in den oberösterreichischen Wintersport-Orten dürfte die heutige Wintersaison aus geschäftlicher Sicht gelaufen sein. Auch wenn der Lockdown nicht verlängert werden sollte, sind die Menschen in Hinterstoder und auch in Grünau überzeugt, dass sie kaum noch was verdienen werden.

Von Kurt Guggenbichler

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Denn eine unbeschwerte Pistengaudi so wie früher dürfte vor Weihnachten und vermutlich auch noch danach kaum möglich sein, auch wenn die oberösterreichische Seilbahnholding auf einen guten Skiwinter hofft. Denn wenn sich nicht noch im letzten Moment was ändert, dann dürfen nach einer Vorschrift des Gesundheitsministeriums die sogenannten Aufstiegshilfen wie Seil- oder Zahnradbahnen nur von Genesenen oder Geimpften in Anspruch genommen werden. Die nicht Geimpften müssen mit eigener Muskelkraft den Berg erklimmen, um von dort abfahren zu können. Ob die Skihütten auf den oberösterreichischen Ski-Hausbergen geöffnet haben werden, steht in den Sternen. „Ich vermute eher nicht“, sagt eine Verkäuferin im geschlossenen Intersportgeschäft in Hinterstoder, wo sie gerade mit Aufräumarbeiten von Waren beschäftigt ist.

Leere Hütten

„Im Vorjahr waren auch alle Hütten zu!“ Lustig wäre ein Take-Away-Betrieb auf den Hütten ohnehin nicht, weil der Verzehr dann vermutlich 50 Meter von der Hütte entfernt erfolgen müsste. Denn Reinlassen dürften die Hüttenwirte niemanden. Es sei denn, Gefahr wäre im Verzug, beispielsweise durch ein drohendes Unwetter.
Auf derart „feinsinnigen Verordnungsfirlefanz“ kann ein bereits pensionierter Unternehmer und begnadeter Pistenwedler aber verzichten, wie er betont (Name d. Red. bekannt). Aus diesem Grund hat er sich bereits zum Überwintern in seine kleine Ferienwohnung nach Kroatien verabschiedet. Nach Hause kommen will er erst wieder, wenn „der ganze Lockdown-Zirkus in Österreich vorüber ist.“

Flucht ins Ausland

Auch der ehedem sehr bekannte Welser Fußballspieler Heuchert, der ebenfalls schon lange seine Pension genießt, ist zeitgerecht vor Verhängung des Lockdowns vorübergehend nach Kroatien emigriert, wo eine gute Bekannte des Mannes eine Pension betreibt. Wer es sich leisten kann, sowohl zeitlich als auch finanziell, der hat Oberösterreich während der Quarantäne den Rücken gekehrt. Die Daheimgebliebenen werden sich dann bei entsprechendem Winterwetter als Tagesskifahrer auf dem Kasberg, auf der Höss, auf der Wurzeralm, auf dem Krippenstein, auf dem Hochficht oder auch dem Feuerkogel vergnügen können, falls sie unter den gegebenen Bedingungen überhaupt Lust dazu verspüren.

Tagesskifahrer als winzige Chance

Für das Intersportgeschäft in Hinterstoder, das auch einen Tagesskiverleih betreibt, wären die Tagesskifahrer noch eine winzige Chance, um in der heurigen Wintersaison noch ein wenig Geld in die Kasse zu bekommen. Da man dort 90 Prozent des Jahresumsatzes im Winter macht, ist der Lockdown natürlich „eine Katastrophe“, wie eine Verkäuferin seufzend bemerkt. Eigentlich sollten die Liftbetriebe am 4. Dezember (Wurzeralm und Dachstein-West), am 8. Dezember (Hinterstoder/Höss), am 11. Dezember (Grünau/Kasberg) und am 18. Dezember (Feuerkogel) starten. Teilweise musste dies nun bereits verschoben werden.

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