Ein Solotänzer will Gerechtigkeit in den Herzen der Zuschauer wecken.

Der Vorhang öffnet sich und der Haupttänzer Steven Wang entfaltet ein Transparent in seinen Händen. Darauf sind fünf chinesische Zeichen zu lesen: Falun Dafa ist gut.

Für den Mut, diese wenigen einfachen Worte auszusprechen, werden Millionen von Menschen in China, darunter auch Wangs Familie, vom kommunistischen Regime schwer verfolgt.

Steven Wang ist ein klassischer chinesischer Tänzer. Seine Karriere begann vor fast zwei Jahrzehnten, als er im Alter von zwölf Jahren in eine professionelle Tanzakademie aufgenommen wurde. Heute ist er Solotänzer bei Shen Yun Performing Arts, dem weltweit führenden Ensemble für klassischen chinesischen Tanz, das sich der Wiederbelebung der authentischen traditionellen chinesischen Kultur verschrieben hat.

5.000 Jahre lang war China ein Ort, an dem die Harmonie zwischen Himmel, Erde und Menschheit der zentrale Glaube in der Bevölkerung war. Die Menschen glaubten, dass ihre Kultur göttlich inspiriert sei – Konfuzianismus, Buddhismus und Taoismus hatten einen großen Einfluss auf die Gesellschaft. Prinzipien wie Loyalität, Integrität, Freundlichkeit, Weisheit und Gerechtigkeit wurden hochgeehrt.

Shen Yuns Mission liegt Wang persönlich am Herzen.

„Mein Vater kam durch die Verfolgung ums Leben“, sagte Wang in einem Interview auf der Website von Shen Yun Creations. Viele Künstler des in New York ansässigen Ensembles für darstellende Künste wurden auf dieser neuen Video-Website porträtiert. 

Sie erzählen von ihrem Glauben und der Freiheit, die sie suchten, als sie sich Shen Yun anschlossen. Als amerikanisches Unternehmen erlaubt Shen Yun seinen Künstlern, ihren Glauben und ihre Kultur frei zum Ausdruck zu bringen und diese mit der Welt zu teilen.

Die tragische Ironie: Ein Kunstunternehmen, das das göttlich inspirierte Erbe der 5.000 Jahre alten chinesischen Zivilisation retten will, kann nicht einmal einen Fuß in das moderne China setzen, das von der Kommunistischen Partei Chinas regiert wird.

Wang selbst konnte wegen der Verfolgung durch die Partei nicht nach China zurückkehren, als er vom Tod seines Vaters erfuhr. Somit konnte er nicht einmal an der Beerdigung teilnehmen.

„Ich hatte keine Möglichkeit, zurückzukehren, um ihn ein letztes Mal zu sehen“, sagte Wang. Seine Mutter befindet sich bis heute in China und ist noch immer der Verfolgung ausgesetzt.

Ein spirituelles Erbe

Die Tänzerinnen und Tänzer von Shen Yun meditieren alle. Viele Shen-Yun-Darsteller praktizieren Falun Dafa, eine spirituelle Praxis, die die drei Prinzipien Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht lehrt. Die Tradition der spirituellen Kultivierung war ein großer Bestandteil der traditionellen chinesischen Kultur. Als der Kommunismus im letzten Jahrhundert an die Macht kam, sollte diese Tradition ausgelöscht werden.

„Ich war etwa acht Jahre alt, als ich zum ersten Mal mit der spirituellen Kultivierung in Berührung kam“, sagte Wang. Als jüngstes von vier Geschwistern war er ein verschmitztes Kind, das oft in Schwierigkeiten geriet. Doch er erinnert sich, dass sich vieles änderte, als seine Eltern mit der Kultivierung begannen.

Die Prinzipien des Falun Dafa lehren die Menschen, zuerst sich selbst zu ändern und „nach innen zu schauen“. „Wenn du auf Probleme stößt, betrachte nicht alles aus deiner eigenen Perspektive, sondern aus der Perspektive der anderen“, sagt Wang. „Das Ergebnis war, dass unser Familienleben viel harmonischer wurde.“

Seine Eltern waren nicht mehr so jähzornig und sie disziplinierten ihn mit Vernunft. Sie fingen an, mehr miteinander zu reden, und so entwickelte sich ein gutes Verhältnis zueinander.

Doch es war nur von kurzer Dauer: Im Jahr 1999 nahm die Kommunistische Partei Chinas, die Falun Dafa ausrotten wollte, die 70 bis 100 Millionen Anhänger der spirituellen Praxis ins Visier.

„Es kam zu Verfolgung und Massenverhaftungen“, so Wang. Auch seine Familie litt darunter. „Polizisten brachen in unser Haus ein und schlugen und traten wie wild um sich. Sie richteten ein riesiges Chaos an, nahmen uns alle Bücher der Falun-Dafa-Lehre weg und entführten letztlich meine Eltern.“

Seine Eltern waren in getrennten Gefängnissen inhaftiert.

„Jedes Mal, wenn wir sie besuchten, sahen sie aus, als wären sie ausgehungert worden. Sie haben mir nie gesagt, wie es da drinnen zugeht. Sie sagten mir nur, dass es ihnen gut ginge. Aber wir konnten uns vorstellen, dass sie sehr wahrscheinlich gefoltert worden waren. Wir sahen es an ihren erschöpften Gesichtern“, sagte er.

Von diesem Zeitpunkt an erlebte Wang nie wieder ein stabiles Familienleben. Wenn sein Vater entlassen wurde, wurde seine Mutter verhaftet.

„Diese Verfolgung hörte nie auf“, sagte er. Er erinnert sich, dass er das Neujahrsfest mit seinen drei älteren Schwestern ohne Eltern zu Hause verbrachte.

Schließlich kam Wang in die Vereinigten Staaten, um seine Tanzkarriere fortzusetzen. Während Wang im Ausland war, wurde sein Vater im Gefängnis gefoltert und dann freigelassen, weil die Wärter dachten, er könnte in der Haft sterben. Im Jahr 2009 starb sein Vater dann an den gesundheitlichen Folgen der Verfolgung, wovon Wang erst einen Monat später erfuhr.

„Kultivierung ist kein Verbrechen“, sagte Wang. „Ich konnte nicht nach China zurückkehren, also blieb mir nichts anderes übrig, als diese Verfolgung mithilfe der Kunst aufzudecken.“

Wang, wie auch andere Mitglieder von Shen Yun, können nicht nach China reisen. Als Einzelpersonen könnte ihnen Verfolgung drohen und als Gruppe erlaubt die Kommunistische Partei Chinas dem Ensemble nicht die Einreise nach China, weil sie dessen Einfluss auf die Verbreitung der traditionellen Kultur fürchtet.

Zwei Jahre nach dem Tod seines Vaters spielte Wang in einem Stück von Shen Yun die Rolle eines Falun-Dafa-Anhängers, der auf dem Platz des Himmlischen Friedens ein Transparent hochhält.

„Unser Tanz basiert auf wahren Begebenheiten, die für die Bühne angepasst werden“, sagte er. „Als die Verfolgung begann, gingen viele Praktizierende auf den Platz des Himmlischen Friedens und hielten aus Protest ein Transparent hoch.

Als ich den verfolgten Praktizierenden darstellte, griff ich auf meine früheren Erfahrungen zurück. Das sind Dinge, die wirklich Menschen passiert sind, die mir nahe stehen.

Ich hoffe, dass durch diese Form der Kunst noch mehr Menschen auf die grausame Unterdrückung in China aufmerksam werden. Die Herzen der Menschen möchte ich erreichen und ihren Sinn für Gerechtigkeit wecken, um sich dieser Diskriminierung zu widersetzen.

Dann wird diese Verfolgung eines Tages endlich ein Ende haben.“



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!




Quelle: