Hohe Rohstoffpreise, anhaltender Materialmangel und dann auch noch die Gefahr eines neuerlichen Lockdowns. Man sollte meinen, dass die Neigung der Unternehmen angesichts dieser Umstände, ihre Stammbelegschaften auszubauen, nicht allzu groß sein kann. Doch eher das Gegenteil ist der Fall, denn viele Firmen würden die Zahl ihrer Mitarbeiter gerne erhöhen.

Zu scheitern droht das neue Wunder auf dem deutschen Arbeitsmarkt jedoch an den auch weiterhin fehlenden Fachkräften. Das ist bitter, denn nach einer noch unveröffentlichten Studie des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), über die die WirtschaftsWoche berichtet, wollen 82 Prozent der Betriebe der Branche in den nächsten sechs Monaten zusätzliche Mitarbeiter einstellen.

Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen, gut 60 Prozent, suchen in erster Linie Fachkräfte mit abgeschlossener Ausbildung. Rund 40 Prozent der Firmen sind an der Einstellung von Experten, also Ingenieuren und anderen Beschäftigte mit einer akademischen Ausbildung interessiert.

Die demographische Entwicklung als Herausforderung

Das Problem, dem sich die Personalverantwortlichen gegenübersehen, sind allerdings erhebliche Engpässe bei der Akquise dieser Mitarbeiter. Allein bei den Hilfskräften herrscht kein Mangel. Sie stehen in ausreichender Zahl zur Verfügung, doch bei den Experten und insbesondere bei den Fachkräften hat sich die Lage seit dem Sommer nochmals deutlich verschärft.

Auch wenn sich das Problem kurzfristig entschärfen sollte, wofür es derzeit allerdings keine Anzeichen gibt, dürfte der Fachkräftemangel die deutsche Industrie noch lange beschäftigen, denn in den kommenden Jahren gehen die geburtenstarken Jahrgänge 1946 bis 1964 nach und nach in Rente. Viele Stellen, die heute noch von Angehörigen dieser Jahrgänge besetzt sind, werden dann frei.

Sie mit adäquatem Nachwuchs zu besetzen, stellte eine enorme Herausforderung dar, denn allein in diesem Jahr bleiben 40 Prozent der Lehrstellen unbesetzt. Von daher wundert es nicht, dass nach einer Umfrage des DIHK bei 23.0000 Unternehmen der Mangel an geeigneten und gut ausgebildeten Arbeitskräften in den Augen der Firmenchefs schon heute das größte Geschäftsrisiko darstellt.



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