Das Personalkarussell in der SPD dreht sich munter weiter. Den größten Sprung nach oben scheint nun der 32-jährige Kevin Kühnert zu machen – er soll Lars Klingbeil als neuer Generalsekretär beerben.

Der ehemalige Juso-Chef soll Nachfolger von Lars Klingbeil als Generalsekretär der SPD werden. Das berichtete der Spiegel. Auf diese Personalie habe sich eine Spitzenrunde der Partei geeinigt, an der neben dem designierten Führungsduo Klingbeil und Esken unter anderem die stellvertretenden Parteivorsitzenden teilnahmen. Der NRW-Landeschef Thomas Kutschaty könnte darüber hinaus zum Parteivize emporsteigen.

Der Vorschlag soll am Freitag von Präsidium und Parteivorstand beschlossen werden. Des Weiteren steht die Vorbereitung des digitalen Parteitags am Samstag und des Wahlparteitags am 11. Dezember an. Kühnert liebäugelte schon länger mit dem Posten. 2019 hatte er mit dem SPD-Nachwuchsverband wesentlichen Anteil an der Wahl von Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans zu den Parteivorsitzenden.

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Daneben gilt er als enger Vertrauter von Klingbeil, der wiederum bei dem Wahlparteitag Nachfolger von Walter-Borjans werden will. Der 32-jährige Kühnert wurde 2017 zum Juso-Bundesvorsitzenden gewählt. Nach dem Scheitern der damaligen Jamaikasondierungen machte er sich als lautstarker Kritiker der Großen Koalition einen Namen. Doch nicht immer fanden das alle Genossen gut. Im Dezember 2019 wurde Kühnert zum stellvertretenden Parteivorsitzenden gewählt, im Januar 2021 trat er vom Juso-Vorsitz zurück. Bei der Bundestagswahl gewann er seinen Berliner Wahlkreis Tempelhof-Schöneberg direkt und zog in den Deutschen Bundestag ein.

Ein 2009 nach dem Abitur begonnenes Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Freien Universität Berlin, in das er sich zuvor eingeklagt hatte, brach er abund arbeitete anschließend dreieinhalb Jahre lang in einem Callcenter. Ein 2016 begonnenes Studium der Politikwissenschaft an der Fernuniversität Hagen ruht seit Kühnerts Wahl zum Bundesvorsitzenden der Jusos.

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