Die WHO hat Staaten aufgerufen, ihre Grenzen trotz der Befürchtungen wegen der neuen Corona-Variante offen zu halten. Südafrika, wo die neue Virusvariante Omikron erstmals festgestellt wurde, prangerte verhängte Reisebeschränkungen in einigen Staaten als “ungerechtfertigt” an.

Israel hatte seine Grenzen bereits am Sonntag ab Mitternacht geschlossen. Nun kündigte Japan den gleichen Schritt an. Ab Dienstag wird ausländischen Staatsangehörigen, einschließlich Geschäftsreisenden und Studenten, die Einreise verwehrt. Die Maßnahmen gelten demnach für alle ausländischen Bürger mit Ausnahme derer, die ihren Wohnsitz in Japan haben. Das Land trifft damit eine der strengsten Einschränkungen als Reaktion auf das Auftreten einer neuen Variante des Coronavirus. Premierminister Fumio Kishida erklärte am Montag vor Journalisten:

“Es handelt sich um eine vorübergehende, außergewöhnliche Maßnahmen, die wir aus Sicherheitsgründen ergreifen, bis wir genauere Informationen über die Omikron-Variante haben.”

Südafrikas Ärzte: Keine schweren Verläufe bislang bei Omikron-Patienten

Auch Marokko schließt seine Grenzen ab Dienstagmitternacht für zwei Wochen. Inzwischen kündigte auch Australien an, dass es seine Pläne, ab 1. Dezember Studenten und Fachkräften die Einreise ins Land wieder zu erlauben, überdenken wird. Doch seitens der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es nun Kritik am Vorgehen der Staaten. Die UN-Behörde rief die Länder dazu auf, die Grenzen trotz der Sorge vor der Omikron-Variante offen zu halten und keine Flugverbote gegen südafrikanische Länder zu verhängen.

Reisebeschränkungen könnten zwar dazu beitragen, die Ausbreitung des Coronavirus “geringfügig einzudämmen”, stellten jedoch eine schwere Belastung für Menschenleben und Existenzgrundlagen dar. Wenn Maßnahmen eingeführt werden, warnte die UN-Organisation, sollten sie nicht “unnötig invasiv oder einschneidend” sein. Zudem sollten sie “wissenschaftlich fundiert” sein.

Dr. Matshidiso Moeti, WHO-Regionaldirektor für Afrika erklärte: 

“COVID-19 nutzt ständig unsere Aufteilungen aus. Wir werden das Virus nur dann in den Griff bekommen, wenn wir gemeinsam an Lösungen arbeiten.”

Seine Äußerungen kommen als Reaktion auf die Reisebeschränkungen, die bereits mehrere Länder nach der Entdeckung der Variante im südlichen Afrika erlassen hatten. Abgesehen von Südafrika hatten die USA als Reaktion auch Reisen in und aus mehreren anderen Staaten der Region eingeschränkt.

Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa sagte in einer Ansprache am Sonntag, dass “zum jetzigen Zeitpunkt” keine neuen Maßnahmen im Land verhängt würden, und er forderte andere Länder ebenfalls dazu auf, ihre Reisebeschränkungen “dringend” aufzuheben, da diese “ungerechtfertigt” seien.

Die Entscheidung, keine Reisebeschränkungen in Südafrika einzuführen, wird jedoch in einer Woche überprüft und hängt davon ab, ob sich bisdahin mehr Bürger haben impfen lassen.

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