Der deutsche Bernie lebt seit fast 25 Jahren in Australien. Über Youtube und Telegram berichtet er tagesaktuell von den Pandemie-Entwicklungen Down Under.

Die Situation in Down Under ist angespannt, vor allem für Ungeimpfte. Diese haben keinen Zutritt mehr zu öffentlichen Einrichtungen. Reisen innerhalb der Bundesstaaten sind fast unmöglich, egal ob geimpft oder ungeimpft. Melbourne hatte kürzlich mit über 272 Tagen im Lockdown einen weltweiten Rekord erzielt. Während der Staat eine Zero-COVID-Strategie gefahren ist, haben massive Proteste auf den Straßen enorm zugenommen.

Unser Interviewpartner Bernie ist Deutscher und lebt seit über 20 Jahren in Melbourne, Australien. Von dort aus berichtet er täglich über seine YouTube- und Telegramkanäle von den aktuellen Entwicklungen.

Flavio von Witzleben: Melbourne hatte mit über 272 Tagen im Lockdown den Rekord gebrochen, hat damit Buenos Aires abgelöst und ist weltweiter Spitzenreiter. Gegenwärtig wird wieder gelockert. Wie sehen diese Lockerungen aus? 

Bernie: Bis vor Kurzem hatten wir 272 Tage Lockdown. Daniel Andrews, der Premierminister von Victoria, hat diesen Lockdown angeblich aufgelöst, und die Leute haben sich gefreut. Ich nenne es einen „Lockdown light“, weil er nicht aufgelöst ist. Letzten Freitag gab es noch die Regel, dass man nicht aus Melbourne rausfahren durfte, ansonsten drohten 5.500 Dollar Strafe. Wir müssen sowohl drinnen als auch draußen Maske tragen.

Man durfte keine Leute bei sich zu Hause haben, und nur geimpfte Menschen durften in die Läden gehen. Dann wurde es wieder gelockert. Ab heute Abend 18 Uhr dürfen die Menschen wieder straffrei aus Melbourne rausfahren.

Für Ungeimpfte wie mich ist das Leben hier so gut wie vorbei. Doppelt Geimpfte dürfen in Kneipen gehen. Du musst ein Zertifikat haben, um ein Bier trinken zu können. Die Leute freuen sich sehr, dass sie das jetzt dürfen. Für mich ist das keine Freiheit, wenn man nirgendwo hingehen darf. Zwar darf ich jetzt wieder nach Melbourne fahren, aber ich darf zum Beispiel nicht in Cafés oder Läden gehen.

Letzten Freitag haben die Leute in Melbourne eine Minute vor Mitternacht von ihren Balkons gerufen: „Freiheit, Freiheit.“ Sowas habe ich nur an Silvester oder Neujahr gesehen. Die Leute freuten sich und standen Schlange, damit sie um Mitternacht in eine Kneipe reinkamen. Die ganze Welt ist wahnsinnig geworden, auch hier.

Die Bekannte meiner Frau hat ihr Baby bekommen, aber meine Frau darf nicht hingehen, weil sie nicht geimpft ist. Das ist eine absolute Katastrophe. Jetzt wurde provisorisch aufgemacht. Wir haben eine Impfrate von über 90 Prozent, die einmal geimpft sind. Etwa 80 Prozent sind zweimal geimpft. Die Menschen freuen sich, wissen aber nicht, was los ist.

Letztes Jahr sind vier Babys wegen seines dritten oder vierten Lockdowns gestorben, weil die Leute aus Adelaide nicht runterfliegen durften. Andrews hat nur mit den Schultern gezuckt nach dem Motto: Was soll’s?! Er lässt uns glauben, dass alles gut sei. Viele denken wirklich, dass alles okay ist und es wieder zur Normalität zurückkehrt. Das tut es aber nicht.

Man kann eine Million Dollar gewinnen, wenn man sich impfen lässt. So werden die Leute abgelenkt. Andrews will jetzt ein neues Gesetz ins Parlament, ins Lower House, einbringen. Bislang musste der Lockdown jeden Monat erneuert werden und ging nach den Richtlinien der Gesundheitsbehörde. Wenn das neue Gesetz durchkommt, hat Andrews 100 Prozent Macht über alle in Victoria. Im Oktober ging es schon durch das Unterhaus und wurde abgesegnet. Jetzt geht es bald zum Upper House.

Die Chancen stehen sehr gut für ihn. Dann könnte er morgens aufstehen und sagen: „Victoria, wir gehen in den Lockdown.“ Auch wenn es keine Pandemie und noch nicht einmal einen Fall gäbe. Er könnte dann in Gruppen selektieren nach Religion, Geschlecht, egal was. Er könnte Gesetze erlassen und Leute wie mich verhaften lassen. Wenn ich dann im Lockdown keine Maske tragen sollte, könnte ich für zwei Jahre ins Gefängnis kommen und bis zu 90.000 Dollar Strafe zahlen müssen.

Wenn das Gesetz durchkommt, wird es ganz schlimm. Die Leute wissen nicht, was kommt, und ignorieren es, weil sie jetzt wieder einkaufen gehen, ihre Freunde sehen und grillen können. Momentan darf man bis zu zehn Personen bei sich zu Hause haben. Andrews möchte, dass man komplett geimpft ist. Und wenn nicht, würde er ein Auge zudrücken, weil die Polizei das nicht kontrollieren könnte. Aber er bittet die Menschen, sich nicht zu treffen, wenn man nicht geimpft ist.

Flavio von Witzleben: In Melbourne und in ganz Australien gab es große Proteste gegen die Lockdown-Politik und die politische Zero-COVID-Strategie. Warst du mal auf einem der Proteste? Wenn ja, wie geht die Polizei gegen die Demonstranten vor?

Bernie: Meine Frau und ich haben fünfeinhalb Monate lang in Townsville, Queensland, gewohnt. Zwischen den Lockdowns durften wir hochfliegen und haben einige Häuser renoviert. Ich war dort auf einigen Kundgebungen. Bei der letzten Demonstration in Melbourne, an der ich teilnehmen durfte, war das Polizeiaufgebot sehr groß. Ich habe auch ein Video darüber gemacht. Es waren Tausende Polizisten da, an jeder Ecke fünf, zehn oder 20 Polizisten.

Damals war es noch ziemlich friedlich. Aber du hast gemerkt, sobald du die Linie überschreitest, werden sie dir ins Gesicht hauen. Die Atmosphäre bei der Demonstration in Melbourne war friedlich. Keiner der Demonstranten hat Gewalt angewendet. Es gab einen Idioten, der mal ein bisschen rumgeschrien hat, aber sonst war alles friedlich. Die Teilnehmer durften vom Park bis zum Parlament gehen und wollten nur für Freiheit demonstrieren. Das waren ungefähr zweieinhalb, drei Kilometer. Bis dahin war alles in Ordnung.

Nur danach wurde es ziemlich böse. Andrews sagte dann, dass keiner mehr demonstrieren dürfe. Er sagte öffentlich, dass man ein Egoist und dumm sei, wenn man demonstrieren möchte. Viele Leute sind trotzdem rausgegangen und haben demonstriert, meistens Einwohner aus Melbourne. Dann hat man Polizisten in schwarzer Montur gesehen. Das war nicht die Polizei von Melbourne oder Victoria, sondern eine ganz andere Gruppe, die Informationen zufolge von George Soros finanziert wird. Die haben richtig zugehauen. Die Videos gingen um die ganze Welt, sodass jetzt, nach fast zwei Jahren, sogar Amerika über Australien berichtet.

Letzten Monat haben sie mit Gummigeschossen auf Leute geschossen. Es war das erste Mal, dass man in Melbourne auf Demonstranten geschossen hat. Und wenn Leute noch sagen, das sei nicht wie im Krieg – es war wie im Krieg. Wegen des Pfeffersprays hast du kaum etwas gesehen.

Der Gesundheitsminister hat natürlich gesagt, Andrews wolle nicht, dass die Demos zum Superspreader werden. Das war aber nicht logisch, weil zum Rugby oder Kricket 20.000, 30.000 Leute gehen durften. Oder zum Pferderennen letztes Jahr konnten zigtausend Leute gehen.

Flavio von Witzleben: Wie gehen die Ungeimpften mit der Situation um ? Kommt der Protest in der Öffentlichkeit an?

Bernie: Es ist wie im Untergrund. Ich habe eine Gruppe und auch Kontakte, die bekanntgeben, welche Läden die Menschen, ob geimpft oder ungeimpft, nicht diskriminieren. Es waren, glaube ich, 70.000 Läden. Aber die Informationen werden zensiert oder gelöscht. Es wird immer schwieriger, sich untereinander zu vernetzen.

Jetzt sind über 90 Prozent geimpft. Die Leute, die letztes Jahr gesagt haben, sie würden das nie machen, die protestiert und demonstriert haben, gehen nun nicht mehr hin, weil sie geimpft sind. Im Oktober war der Stichtag für die erste Impfung. Anderenfalls verlierst du deinen Job. Das war der Punkt, an dem die meisten Menschen nachgegeben haben, weil sie es sich nicht leisten können, ihren Job zu verlieren.

Ich habe gestern mit Bekannten gesprochen, die ein großes Sanitärgeschäft haben. Sie waren früher dagegen und haben sich auch gefragt, was sie machen sollen. Sie haben sich jetzt impfen lassen und gehen nicht mehr demonstrieren. Sie wollen auch gar nicht mehr darüber reden. Meine Frau und ich sind die einzigen in unserem Bekanntenkreis, die nicht geimpft sind.

Flavio von Witzleben: Wie sieht die wirtschaftliche Stabilität des Landes aus? Australien galt vor Corona als eines der lukrativsten, wirtschaftlich stärksten Länder der Welt mit sehr hohem Einkommen. Wie hat sich das im Zuge dieses Megalockdowns entwickelt? 

Bernie: Ich hatte 17 Jahre lang in Melbourne mein eigenes Geschäft und habe gute Kontakte. Das Problem ist, dass wir von der Regierung keine konkreten Zahlen bekommen. Es wird überall gelogen.

Die Regierung sagt uns, es gehe uns super, wirklich klasse. Letzten Monat hat man gesagt, die Arbeitslosenzahl sei von 4,5 auf 4,6 gestiegen. Im selben Gespräch hieß es, dass 138.000 Menschen in Melbourne ihren Job verloren haben. Diese Jobs sind weg. Es wurde offiziell bestätigt, dass über 3.000 Geschäfte nicht wieder öffnen werden. Und ich spreche nur von Victoria und Melbourne.

In Queensland sieht es noch schlimmer aus. In Sydney sind sehr viele Firmen wegen des Lockdowns in Konkurs gegangen. Ein Freund von mir, der ein Restaurant in Melbourne betreibt, hat in den vergangenen anderthalb Jahren ungefähr 250.000 Dollar von seinem Ersparten verloren, um sein Restaurant nicht schließen zu müssen. Finanziell ist er fast am Ende. Wegen der Lockdowns sank sein Umsatz um 90 bis 95 Prozent. Er musste fünf Mitarbeiter entlassen. Aber offiziell ist er nicht in der Statistik.

Die Regierung sagt uns, Australien sei gut durch Corona hindurchgekommen. Nein, sind wir nicht. Wir drucken Geld und leben von einem Drucker. Wir fahren uns hier so gegen die Wand. Auch die Inflation steigt. Die Hauspreise in Victoria gehen durch die Decke und sind in den vergangenen zwölf Monaten um fast 20 Prozent gestiegen.

Wir sind eines der höchst verschuldeten Länder auf der ganzen Welt. Die Australier haben viele Schulden. Die Zinsen sind sehr niedrig, und wenn sie steigen, gehen viele pleite. Das ist eine finanzielle Bombe, die hochgeht. Daran habe ich keinen Zweifel. Menschen, die in der Wirtschaft tätig sind und mit denen ich spreche, sagen alle: „Die Zahlen der Regierung sind gefälscht.“

Wir haben auch Hilfspakete bekommen. Wenn jemand ein Hilfspaket von der Regierung bekommen hat, wird er nicht als Arbeitsloser gezählt. Dann erfassen sie dich als jemand, der in einem Arbeitsverhältnis steht. Du giltst nur dann als Arbeitsloser, wenn du wirklich arbeitslos bist und dich beim Centrelink, dem Pendant zur Arbeitsagentur in Deutschland, gemeldet hast. Wenn man in Victoria eine Stunde in der Woche arbeitet, ist man nicht arbeitslos. So kommt die Arbeitslosenquote von 4,5 Prozent zustande.

Ein Freund in Brisbane, ein Wirtschaftsprofessor, ist der Ansicht, dass in Australien ungefähr 20 Prozent der Menschen arbeitslos sind. Das wird künstlich auf 4,5 oder 4,6 Prozent runtergedrückt. Wenn ich Bekannte habe, deren Firmen pleitegehen, sehe ich das als großes Warnsignal an. In Queensland sind mittlerweile etwa 80 Prozent der Firmen in Konkurs gegangen, weil sie hauptsächlich vom Tourismus abhängig waren.

Flavio von Witzleben: Der Tourismus war und ist immer noch einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in Australien. Habt ihr aktuell Touristen im Land? Darf man als Deutscher, Europäer, Amerikaner in Australien einreisen? Oder ist der Tourismus gerade komplett auf Eis?

Bernie: In Victoria gibt es eine der größten Touristenattraktionen, die Great Ocean Road. Da sind wir letzte Woche zum Geburtstag meiner Frau hingefahren. Innerhalb von Victoria durften wir reisen. Davor war ich vielleicht acht oder zehn Mal da. Letzte Woche war fast keiner da. Normalerweise kommen Busse mit Touristen. Aber die ganze Zeit über durften keine Touristen nach Australien. Aber Australien braucht die Touristen.

Vor zwei Jahren hat man noch gesagt: „Wir brauchen die Touristen, um zu überleben, und wir brauchen Investitionen aus dem Ausland.“ Ich beobachte den Markt sehr genau. Die Investoren kamen nicht mehr nach Australien, abgesehen von Zuckerberg mit Facebook und so. Es hat kaum jemand investiert, auch nicht in Immobilien. Die Chinesen hatten bezüglich der Investitionen, auch bei Immobilien, sehr großen Einfluss. Sie alle durften nicht mehr herkommen.

Die ausländischen Studenten, auch Deutsche oder Asiaten, die normalerweise für ein Jahr nach Australien kommen und sehr viel Geld für ihr Studium bezahlen, durften auch nicht mehr nach Australien kommen – fast zwei Jahre lang. Man muss kein Wirtschaftsexperte sein, um zu sagen, was passiert, wenn der Tourismus wegfällt. In diesem Monat wurde aufgemacht, sodass wir wieder raus dürfen. Aber hereinzukommen, ist sehr schwierig. Und wer will auch hierherkommen?

Wenn man nach Australien kommen möchte, muss man doppelt geimpft sein und wird zwei Wochen lang in Hotelquarantäne gesperrt. Und du musst pro Person 3.000 Dollar bezahlen. Das heißt, zwei Wochen deines Urlaubs fallen schon mal weg. Dann musst du in dem Hotel fünf PCR-Tests machen lassen. Wenn einer positiv ist, dann bleibst du länger als zwei Wochen. Ich kenne etliche Fälle.

Eine Bekannte von mir war in Neuseeland über fünf Wochen in Quarantäne und musste dafür 7.000, 8.000 Dollar bezahlen. Die einzigen, die die Erlaubnis kriegen und kommen, sind Prominente. Letzte Woche kamen Julia Roberts und Russell Crowe. Nicole Kidman war in Australien und ist letzten Monat privat nach Hongkong geflogen und dann wieder zurück. Sie musste nicht in Quarantäne. Auch in Hongkong bekam sie eine Ausnahme. Wir haben schon eine Zwei-Klassen-Gesellschaft. Nur die Leute wollen das nicht sehen. Julia Roberts kam hier im Privatflugzeug an und wurde mit dem Privatauto abgeholt. Keiner weiß, ob und wo sie in Quarantäne war. Russell Crowe flog nach Thailand. Wir dürfen erst jetzt wieder nach Thailand fliegen.

George Clooney ist nach Sydney geflogen, aber für uns unwahrscheinlich. Ich darf zum Beispiel nicht einmal nach Townsville, Queensland, wo wir dieses Jahr fünfeinhalb Monate lang gewohnt haben. Ein Haus war noch nicht fertig renoviert. Zur Hochzeit meines Stiefsohnes fuhren wir nach Victoria. Und als wir wieder zurück nach Townsville wollten, waren wir schon im sechsten Lockdown. Queensland hatte die Grenzen zugemacht, sodass wir nicht zurückdurften. Wir dürfen immer noch nicht zurück.

Überlege dir das einmal! Jetzt können wir nach Bali, Indien und Singapur fliegen, aber nicht nach Queensland, weil die Grenze noch zu ist. Western Australia hat bis 2022 die Grenze komplett zu. Die Wirtschaft steckt in zu vielen Schwierigkeiten, aber keiner sagt es. Du kannst nicht für zwei Jahre überleben: keine Immobilieninvestoren, keine Studenten, die in Australien studieren, und keine Touristen. Es kann nicht funktionieren.

Obendrein sind sehr viele Firmen pleite. Mittelstandsunternehmen und Kleinbetriebe sind in großen finanziellen Schwierigkeiten oder sind schon zu. Abgesehen von Zuliefererdiensten, die Geld mit Amazon machen, und Social Media, die auch sehr viel Geld machen, sind die normalen Betriebe wie Friseure, Massagesalons, all die Handwerker … Die Handwerksbetriebe wurden zugemacht. Und auch die Bauarbeiter durften in Victoria nicht arbeiten. Wie kann das wirtschaftlich funktionieren? Das sind Lügen über Lügen. Ich habe so etwas noch nie gesehen. Wir sind Zeitzeugen von dem, was gerade weltweit passiert.

Mehr dazu im Video.

Das Interview führte Flavio von Witzleben. Zum besseren Verständnis wurde das Interview redaktionell bearbeitet und gekürzt.



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