Der südkoreanische Technologiekonzern Samsung will eine Halbleiterfabrik in den USA eröffnen, um der US-Wirtschaft aus dem aktuellen Chipengpass zu helfen. Mehrere US-Ortschaften hatten mit Anreizen geworben, um das Unternehmen für eine Niederlassung zu gewinnen.

Samsung Electronics wird Berichten zufolge noch in dieser Woche den Standort seines neuen Chip-Werks in den USA bekannt geben, kurz nachdem der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Technologiekonzerns, Jay Y. Lee, von seiner US-Reise nach Südkorea zurückgekehrt ist.

Lee traf sich in Washington mit Vertretern der US-Regierung, um mögliche Wege zur Überwindung des anhaltenden Halbleiterengpasses zu erörtern. Sie sprachen auch über Anreize, die Samsung angeboten werden sollen, wenn das südkoreanische Unternehmen ein Werk in den USA eröffnet. Das berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf nicht identifizierte Personen in dem Unternehmen.

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Berichten zufolge soll die texanische Stadt Taylor den Zuschlag für das neue Werk erhalten, nachdem sie erfolgreich Anreize angeboten hatte.

Samsung erwägt dem Vernehmen nach einen Standort neben seiner bestehenden Anlage in Austin, einen Standort in Williamson County in der Nähe von Taylor sowie Standorte in Phoenix im US-Bundesstaat Arizona und im US-Bundesstaat New York. Berichten zufolge plant das Unternehmen, 17 Milliarden US-Dollar in das Werk zu investieren.

Lee brach am 14. November zu seiner ersten öffentlichkeitswirksamen Geschäftsreise seit seiner Verurteilung wegen Bestechung auf. Der Topmanager traf sich mit Satya Nadella, dem Vorstandsvorsitzenden von Microsoft, und Andy Jassy, dem Vorstandsvorsitzenden von Amazon, heißt es in einer Erklärung von Samsung.

Der sich schnell ausbreitende weltweite Mangel an Halbleitern beeinträchtigt die Produktion von Haushaltselektronik bis hin zu Autos und wird voraussichtlich bis 2022 und möglicherweise darüber hinaus andauern. Berichten zufolge wird die Krise allein die weltweite Automobilindustrie im Jahr 2021 bis zu 210 Milliarden US-Dollar an Einnahmen kosten.

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