In dieser Woche wuchsen die Inflationssorgen der Anleger an den internationalen Finanzmärkten, denn in die USA stiegen die Einzelhandelsumsätze im Oktober stärker als es im Vorfeld erwartet worden war. Prognostiziert hatten die Volkswirte einen Anstieg um 1,4 Prozent. Tatsächlich wuchsen die Umsätze im US-Einzelhandel im Oktober im Vergleich zum September jedoch um 1,7 Prozent.

Besonders starke Zuwächse verzeichneten die Tankstellen. Ihre Umsätze wiesen ein Plus von 3,9 Prozent aus. Aber auch der Verkauf von Elektroartikeln und anderen Haushaltsgeräten wie Waschmaschinen verzeichnete einen kräftigen Zuwachs von 3,8 Prozent. Auch Baumaterialien waren stark gefragt, denn die Umsätze der Baumärkte erhöhten sich um 2,8 Prozent.

Mit welcher extremen Leidenschaft in den USA gerade wieder eingekauft wird, zeigt sich aber erst, wenn die Umsätze vom Oktober mit denen des Vorjahrs verglichen werden. Auf Jahressicht ergibt sich ein kräftiger Anstieg von 16,3 Prozent. Zu berücksichtigen ist dabei, dass die US-Statistiker die Zahlen bereits saisonal bereinigt haben. Ohne diese Bereinigung hätte der Umsatzanstieg im Vergleich zum September sogar bei sehr hohen 4,3 Prozent gelegen.

Die Wall Street bereitet sich auf ein neues Zeitalter der Inflation vor

Als Reaktion auf die sehr ausgeprägte Shoppinglaune der US-Konsumenten stiegen die Zinsen für für zehnjährige US-Staatsanleihen weiter an. Sie kletterten auf 1,63 Prozent und erreichten damit fast das Hoch der letzten drei Wochen. Die Aktienmärkte schüttelten diese Belastung allerdings schnell wieder ab und setzten ihren Anstieg fort.

Das ist zumindest sportlich, denn steigende Zinsen waren schon immer Gift für den Aktienmarkt und werden es auch in Zukunft sein. Daran werden auch die jungen Aktionäre und Trader, die derzeit in Massen an die Börsen stürmen, nichts ändern. Gefährlich wird es für die überhitzten Aktienmärkte, sobald die US-Zinssätze die Schwelle von 2,0 Prozent überschreiten.

Das könnte schneller geschehen, als vielen Anlegern derzeit bewusst ist, denn als Reaktion auf die hohen Umsatzzahlen im Einzelhandel schossen auch die US-Inflationserwartungen auf ein neues Rekordhoch. Diesem Druck wird sich die US-Notenbank nicht ewig entziehen können. Vor allem dann nicht, wenn die Inflationsrate auch weiterhin hoch bleiben sollte.

Zu rechnen ist in diesem Fall mit einer schnelleren Straffung der Geldpolitik und einer ersten Zinsanhebung, die bereits einige Monate früher als es jetzt noch erwartet wird, eintreten könnte.



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