Über 12.000 Mitarbeiter der Gesundheitsberufe ließen sich trotz Erpressung nicht impfen. Weil Engpässe gedroht hätten, lenkte die Provinzregierung von Quebec nun ein. Widerstand zahlt sich aus. Report24 berichtete auch bereits umfangreich über die Entwicklungen in Grobritannien und Österreich. Am 20.11. waren mehrere Tausend Mitarbeiter von Pflegeberufen in Wien auf der Straße und demonstrierten gegen die Impfpflicht.

Anfang November kündigte die Regierung der kanadischen Provinz Quebec an, sie werde einen Rückzieher von ihrer bisher strikt verfochtenen generellen Impfpflicht für Mitarbeiter im Gesundheitswesen machen. Nun folgt die Umsetzung dieser – in diesen Zeiten erfreulichen – Rückkehr zu Augenmaß und Verhältnismäßigkeit, von der man in Österreich und Deutschland nur träumen kann, denn hier stehen alle Zeichen strikt auf zunächst berufsgruppenbezogener, dann genereller Impfpflicht. Auch wenn die Regierung ihren Kurs nicht aus freien Stücken, sondern notgedrungen revidierte.

Regierung blieb gegen Standhaftigkeit des Gesundheitspersonals keine Wahl

Die betroffenen Mitarbeiter sind in Quebec fortan von der Impfpflicht entbunden. Allerdings müssen sich Ungeimpfte fortan verpflichtend regelmäßig testen lassen und verlieren den Anspruch auf ihren „Retentionsbonus“, eine gerade in der angelsächsischen Welt übliche Zahlung für Mitarbeiter, die bis zu einem bestimmten Zeitpunkt im Unternehmen bleiben. Bei neu eingestellten Mitarbeitern gilt nach wie vor eine Impfpflicht.

Immerhin reagiert die Politik auf die „Abstimmung mit den Füßen“ des Gesundheitspersonal gegen die von Beginn an hochumstrittene Impfpflicht – und zeigt Korrektur- und Einsichtsfähigkeit. Eine andere Wahl blieb ihr allerdings auch nicht, wollte sie keine ernsthaften Versorgungsschwierigkeiten in der medizinischen und pflegerischen Grundversorgung riskieren, denn Anfang November waren nicht weniger als 12.805 Mitarbeiter im Gesundheitswesen der Provinz noch ungeimpft. Diese tiefe Skepsis zwang die Provinzregierung derart in die Defensive, dass sie ihre Ratlosigkeit öffentlich eingestehen musste: So äußerte Gesundheitsminister Christian Dubé sein Erstaunen darüber, dass eine so hohe Anzahl die Impfung verweigere.

“Kompromisse” damit das Gesundheitssystem nicht zusammenbricht

Auch der Premier von Quebec, François Legault, sagte auf dem Glasgower Klimagipfel, er sei „verärgert“, weil es ihm schwerfiele, zu verstehen, „warum jemand, der Gesundheitswissenschaften studiert habe, die Impfung verweigert, obwohl Experten auf der ganzen Welt [angeblich] einstimmig sagen, dass es das Richtige wäre.“ Um die Patientenversorgung aufrechterhalten zu können, habe man jedoch Kompromisse machen müssen. Daher habe man sich zur Abkehr von der strikten Impfpflicht durchgerungen.

Die richtige Frage, die Legault hätte stellen müssen, wäre wohl eher die: Was sagt es wohl über diese „Experten auf der ganzen Welt“ aus, wenn ihnen mittlerweile schon die misstrauen, die tagtäglich mit der Realität konfrontiert sind, die mit Pandemie und Patienten vor Ort zu tun haben? Public Health Director Dr. Horacio Arruda bestätigte ebenfalls, dass man sich angesichts der hohen Zahl von Impfverweigerern zu diesem Kompromiss habe entschließen müssen, weil ansonsten das gesamte Gesundheitssystem der Provinz in Gefahr geraten wäre.

Es bleibt zu hoffen, dass das Gesundheitspersonal anderer Länder an diesem Beispiel sieht, dass Widerstand und Beständigkeit sich auszahlen und letztendlich sie als arbeitende Menschen am längeren Hebel sitzen als eine abgehobene, arrogante Politikerkaste. In Österreich scheint sich durch die massiven Proteste ein ähnlicher Trend abzuzeichnen.

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