Die Inflation ist so hoch wie seit 30 Jahren nicht mehr. Doch die EZB bleibt bei ihrer Nullzinspolitik. Die Politik duldet die drastische Enteignung der Bürger.

Gemessen am Produzentenpreisindex ist die Geldentwertung in den USA im Oktober im Vergleich zum Vorjahr auf 8,6 Prozent gestiegen, gemessen am Konsumentenpreisindex waren es 6,2 Prozent. Das ist der höchste Wert seit 1990. In der Eurozone ist die offizielle Inflation mit 4,1 Prozent zwar niedriger. Bei einem teilweise negativen Zinsniveau trifft sie europäische Sparer und Anleihenkäufer aber fast genauso hart wie ihre Leidensgenossen in den USA.

Trotz dieser drastischen Enteignung durch die Hintertür halten sowohl die Fed als auch die EZB an ihrer Nullzinspolitik fest. Es ist vor allem die extrem hohe Staatsverschuldung, die sie vor Zinserhöhungen zurückschrecken lässt. Vielleicht spielt auch die Angst vor dem Platzen der gigantischen Spekulationsblasen eine gewisse Rolle, doch darüber sprechen die Zentralbanker zumindest in der Öffentlichkeit nicht.

Politiker ignorieren die Enteignung der Bürger

Nun wird die hohe Inflation aber langsam zu einem innenpolitisch bedeutenden Thema, zumindest in den USA. Der Unmut in der Bevölkerung nimmt zu und mit ihm die Angst der Politiker, bei der nächsten Wahl ihr schönes Pöstchen zu verlieren. Ich habe den Eindruck, dass wir in vielerlei Hinsicht auf sehr aufregende Zeiten zusteuern: an den Finanzmärkten, in der Realwirtschaft und in der Politik.

Dazu passend, ist der Goldpreis über die Widerstandsmarke bei rund 1.840 Dollar pro Unze gestiegen. Damit hat er die Bodenformation der vergangenen fünf Monate beendet und ein charttechnisches Kaufsignal gegeben. Der nächste charttechnische Widerstand befindet sich bei 1.960 Dollar. Das zeigt der folgende Chart.

Entwicklung des Goldpreises

Goldpreis pro Unze in Dollar, Momentum-Oszillator, 2020 bis 2021. Der Ausbruch über die in Blau eingezeichnete Obergrenze einer fünfmonatigen Bodenformation hat stattgefunden, ein Kaufsignal.Quelle: StockCharts.com / Claus Vogt

Aus meiner Sicht noch viel wichtiger als die Charttechnik ist jedoch das Kaufsignal des hier nicht gezeigten mittel- bis langfristig orientierten Momentum-Indikators. In ihm sehe ich das Alles-klar-Signal für den Anstieg auf neue Hochs. Und der Preis-Momentum-Oszillator im unteren Teil des Charts lässt immer noch viel Platz für weiter steigende Kurse. Ich gehe davon aus, dass der Goldpreis am Beginn einer Aufwärtsbewegung steht, in der er neue Hochs erreichen wird.

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