Die offiziellen Inflationszahlen steigen und die Teuerung hat in vielen Staaten bereits Niveaus erreicht, die sich noch zu Beginn des Jahres kaum jemand vorstellen konnte. Zu lange hatte man sich an die niedrigen Inflationsraten der letzten Dekade gewöhnt und im Ohr war dabei immer die beständige Klage der Notenbanken, dass die Inflation den Zielwert von zwei Prozent noch nicht erreicht habe.

Inzwischen werden Teuerungsraten weit über diesem Zielwert gemeldet. 4,5 Prozent waren es im Oktober in Deutschland und in den USA berichtete das Bureau of Labor Statistics (BLS) von einem Preisanstieg von 6,2 Prozent. Die ganze Wahrheit scheint dies aber nicht zu sein, denn die Zahlen wurden vor Jahren so geändert, dass die wahre Teuerung den Menschen nicht mehr so deutlich ins Auge springt.

Geschehen ist dies, indem man die Berechnungsmethode geändert hat. Würde die Inflation in den USA heute noch nach den gleichen Methoden wie 1980 berechnet, läge die Teuerung nicht bei 6,2 Prozent, sondern bei schwindelerregenden 14,3 Prozent, wie John Williams auf seiner Webseite Shadow Government Statistics darlegt.

Viele Amerikaner reagieren mit Goldkäufen

Besonders deutlich spüren die US-Bürger den Preisanstieg nicht nur bei den Rohstoffen. Auch Gebrauchtwagen sind extrem teuer geworden. Normalerweise gehen die Preis für gebrauchte Fahrzeuge im Oktober zurück. Zumindest war dies in den Jahren seit 1997 ein saisonal typisches Muster. Es wurde in diesem Jahr signifikant durchbrochen, denn die Preise für Gebrauchtwagen stiegen in den USA um satte 38 Prozent.

Es ist naiv anzunehmen, dass die US-Bürger die Teuerung wie einen unvermeidlichen Herbstregen einfach über sich ergehen lassen. Aufhorchen lassen an dieser Stelle die Verkaufszahlen der US-Münzanstalt. Sie erfreut sich seit 2020 einer sehr starken Nachfrage nach ihren Gold- und Silbermünzen. Vor dem Ausbruch der Pandemie waren die Goldkäufe in den USA im Jahr 2019 auf den niedrigsten Stand seit 1986 zurückgegangen.

Aktuell deutet sich an, dass das Jahr 2020 den stärksten Absatz von Goldmünzen seit über 20 Jahren bringen könnte. Das Hoch von 2016 ist bereits überwunden, ebenso das Niveau von 2008. Noch nicht ganz erreicht sind die Jahre 2009 und 2010, die von sehr starken Goldkäufen der US-Bürger gekennzeichnet waren.



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