Die Vertrauenskrise

Unter den bunten Zwiebeltürmen wird wieder wild getestet. Auf Geheiß der Putin-Regierung werden die russischen Bürger nun verstärkt als virologische Babuschka-Puppen betrachtet, die immerzu eine Virenlast in sich tragen könnten. Das heißt testen, bis irgendwann vielleicht der Arzt kommt, um gesunden Menschen zu erklären, sie seien krank. Die Impfkampagne im Riesenland wird indes auch immer aggressiver. Die Impfbereitschaft ist unter den Menschen Russlands äußerst gering. Prozentual liegt die Impfquote unter dem Alkoholgehalt der bekanntesten russischen Wodka-Sorten. Nicht einmal ein Drittel der Russen haben sich zum Piksen verleiten lassen. Geprägt durch die Erfahrungen der chaotischen 90er-Jahre, haben die Russinnen und Russen einen gewissen Argwohn gegenüber Experimenten entwickelt — das gilt wohl auch für experimentelle Impfstoffe.



Quelle: