Ein polnischer Soldat starb im Grenzgebiet zu Weißrussland – durch den Schuss eines Kameraden. Der Unfalltod kommt zu einem Zeitpunkt, an dem jede Meldung dieser Art zu einer Eskalation an der Grenze führen könnte.

Ein polnischer Soldat ist am Samstag an der Grenze zu Weißrussland versehentlich durch den Schuss aus der Waffe eines Kameraden getötet worden. Dies teilte der Sprecher der polnischen Sicherheitskräfte am Samstagabend auf Twitter mit, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete.

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“Nach vorläufigen Erkenntnissen gab es einen Schuss aus einer Dienstwaffe, in dessen Folge der Soldat starb. Es waren keine Dritten an dem Ereignis beteiligt”, heißt es in einer Erklärung des Kommandanten der Einheit des Soldaten, die von seinem Sprecher Stanislaw Zaryn auf Twitter veröffentlicht wurde. Die Militärgendarmerie ermittelt gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Białystok. 

Die Lage an der polnisch-weißrussischen Grenze bleibt nach wie vor angespannt. Im Laufe des Sommers nahm der Strom von Flüchtlingen aus dem Nahen Osten zu. Sie nutzen Weißrussland als Transitland und versuchen, über Polen und die baltischen Staaten nach Westeuropa zu gelangen.

Die Situation eskalierte am 8. November, als sich rund 2.000 Menschen am Absperrdraht im Grenzgebiet zwischen Polen und Weißrussland versammelten. Polnische Sicherheitskräfte vereitelten mehrere Durchbruchsversuche, unter anderem durch den Einsatz von Tränengas. Die Migranten errichteten ein improvisiertes Zeltlager.  

Warschau hat an der polnisch-weißrussischen Grenze 15.000 Soldaten, Panzer, Flugabwehrgeräte und andere schwere Waffen konzentriert. Auch das Vereinigte Königreich hat ein Militärteam zur Verstärkung der Grenzschutzvorrichtungen geschickt. 

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Auch die weißrussische Seite zieht die Streitkräfte entlang der Grenze zusammen. Der Präsident Alexander Lukaschenko warnte vor Waffenschmuggel an die Migranten aus der Ukraine. “Das sind Kurden, sie sind kampferprobt”, sagte er. Auch die Ukraine verstärkte die Grenzüberwachung zu Weißrussland und schickte zusätzliches Militär zur Grenze. 

Die westlichen Länder geben den Weißrussen die Schuld an den Entwicklungen. Lukaschenko sei Menschenschmuggler und führe einen “hybriden Krieg” gegen Europa. Inzwischen wird auch Russland die Schuld an der Krise gegeben. 

Lukaschenko sagt, das Land werde den Zustrom von Menschen nicht länger aufhalten: Wegen der westlichen Sanktionen gebe es “kein Geld und keine Kraft”, dies zu tun. Die Hilfsgelder für Grenzschutz würden von der EU gestrichen.

Alexander Lukaschenko wird von den Nachbarstaaten im Westen nicht als legitimer Präsident anerkannt, was direkte Gespräche unmöglich macht. Der russische Präsident Wladimir Putin rief vor allem die deutsche Seite dazu auf, mit Minsk Verhandlungen aufzunehmen.

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