Bild: Guggenbichler

Wels ist uralter geschichtlicher Boden. Wer dort baut, stößt leicht auf römische Relikte. Wenn das passiert, wird das Bauen meist eingestellt und Archäologen rücken an. Mit dem schon vorhandenen „Ovilava-Plan“ kann man sich unangenehme Baustopps ersparen.

Von Kurt Guggenbichler

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Denn mit diesem digitalen Plan, in dem mehr als 500 römerzeitliche Fundstellen eingetragen sind, vermögen Bauherren nun schon im Vorfeld abzuschätzen, ob sie dort, wo sie graben lassen wollen, möglicherweise auf wertvolle Relikte aus jenen Tagen stoßen, als Wels noch Ovilava hieß und eine Großstadt im römischen Imperium war.Neuesten Erkenntnissen zufolge sollen in Ovilava – nicht wie bisher angenommen – nur etwa 6000 Menschen gelebt haben, sondern eher an die 10.000, sagt die Welser Stadtarchäologin und Römerexpertin Renate Miglbauer. Dementsprechend viele und prächtige Bauten hätte es daher im römischen Wels gegeben, deren Reste noch immer im Erdreich unter der heutigen Stadt lägen. Bei Grabungen stößt man laufend auf Relikte aus dem 2., 3. oder 4. Jahrhundert nach Christus. Meist fände man Grabsteine, Mosaiken, Hausfundamente, Schmuckstücke, Reste eines Brustpanzers oder auch eines Schwerts. Letzteres habe man 2015 bei der Rainer-Schule entdeckt, erläutert Miglbauer. Leider, bedauert sie, hätten sich keine oberirdischen Römer-Bauten in Wels erhalten.

Noch viele Schätze im Boden

Dabei seien solch aufragenden Gebäude, oder zumindest deren Reste, noch im 15. Jahrhundert in Wels zu sehen gewesen, weiß die Expertin und verweist auf Münzfunde, die mit alten römischen Steinresten 2008 auf dem Kaiser-Josef-Platz aus dem Boden geklaubt wurden. Diese Tatsache beweise, dass die Welser des Mittelalters die Steine der alten römischen Gebäude als Baumaterial verwendet hätten. Die Münzen dürften die Bauarbeiter beim Abtragen der Steine verloren haben.
Auch dieser Fundort sei natürlich in der digitalen Karte verzeichnet, weshalb diese nicht nur eine wertvolle Hilfe für künftige Häuslbauer sei, sondern auch für künftige archäologische Grabungen, betont Miglbauer.
Wo aber wären in Wels potenzielle Fundstellen zu vermuten? Vor allem dort, wo Grünflächen sind, ist immer einiges zu erwarten, sagt die Archäologin. Sie freut sich auch darüber, dass viele Bauherren diesen Plan bereits nutzen. Nach Carnuntum (NÖ) und Virunum (Kärnten) sei Ovilava der drittwichtigste römische Ort in Österreich.

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