Der neue norwegische Klimaminister Espen Barth Eide kratzt am Image der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg und scheint genug von ihrem Aktionismus zu haben: 

“Das Engagement sollte in politisches Handeln umgewandelt werden, nicht in eine Ablehnung der Idee eines demokratischen, politischen Wandels.”

Die ständige Behauptung Thunbergs, es ändere sich umweltpolitisch nichts, sei falsch. “Die Politik helfe”, um sich dem Thema Klimawandel anzunehmen. Mit ihrer Haltung und ihren Aussagen allerdings, schüre sie nur das “Misstrauen der Jugend” gegenüber der Politik. Und dies wiederum erschwere die Klimaarbeit: 

“Wenn man behauptet, dass Politik keine Bedeutung hat, dass man ihr fast nicht begegnen kann, sind wir auf einem etwas gefährlichen Kurs. Ich bin der Ansicht, wenn etwas passieren soll, muss das starke und vernünftige Engagement in politisches Handeln umgewandelt werden, nicht in die Ablehnung der ganzen Idee des demokratischen, politischen Wandels.” 

Die Kritik Thunbergs am Klimagipfel COP26 in Glasgow war zu erwarten. Bei einer Klima-Demonstration hatte Thunberg gesagt: 

“Innerhalb der COP gibt es nur Politiker und Machthaber, die vorgeben, sich um unsere Zukunft zu kümmern.”

Im Vorfeld sagte sie, es sei alles nur leeres Gerede: “Blah-Blah-Blah”. 

Auf Twitter teilte sie einen BBC-Artikel zu dem Thema und kommentierte dazu: 

“Auf der COP26 sind mehr Delegierte mit der fossilen Brennstoffindustrie verbunden als aus jedem anderen Land.”

“Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich fühle mich sicher nicht wohl dabei, wenn einige der größten Schurken der Welt das Schicksal der Welt beeinflussen und diktieren.” 

Neben der Empörung in Schweden, dass es ein Politiker des skandinavischen Nachbarlands wagt, ihre Ikone zu kritisieren, kommt ausgerechnet von junger Seite her Zuspruch an der Kritik des Klimaministers.

Lisa Nåbo, Vorsitzende der Schwedischen Sozialdemokratischen Jugendunion (SSU), fordert von ihr politisches Engagement. Gegenüber den schwedischen SVT-Nachrichten sagte Nåbo es sei wichtig, Aktivist zu sein, aber Politiker zu sein, sei wichtiger: 

“Die Lösung sehe ich darin, dass man stattdessen in die Politik geht und die Staatsmacht übernimmt. Wäre ein Fünftel aller Jugendlichen, die in Stockholm für das Klima demonstrieren, den Sozialdemokraten beigetreten, hätten sie diese Partei übernommen.”

Am Dienstag reagierte Greta Thunberg auf die Äußerung des norwegischen Politikers, ohne ihn direkt zu nennen. Auf Twitter schrieb sie: 

“Der Kampf der Klimagerechtigkeit ist auch ein Kampf für die Demokratie. Unsere Zivilisation wird zunehmend bedroht sein, wenn der Planet destabilisiert wird, was alles gefährdet, auch die Demokratie. Dies ist eine große Bedrohung. Demokratie ist alles. Ohne sie können wir den lebendigen Planeten nicht retten.” 

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