Unsere einzige Option besteht darin, die Erde zu heilen und damit unsere Menschlichkeit zu heilen und zurückzufordern und so Hoffnung für unsere einzig mögliche Zukunft zu schaffen — als eine Menschheit auf einem Planeten. Die beiden Optionen von Stephen Hawking — aussterben oder vom Planeten Erde auf andere Planeten flüchten — sind nicht die einzigen beiden Zukunftsoptionen, die der Menschheit zur Verfügung stehen.

Es gibt eine dritte Option jenseits von Aussterben und Flucht: die Alternative der Regenerierung der Erde, um weiterhin hier leben zu können, an unseren jeweiligen Orten auf dem Planeten, den wir Heimat nennen. Dies ist unsere evolutionäre Herausforderung. Wenn wir zu unserer Intelligenz und unserem evolutionären Potenzial erwachen und zu der Intelligenz, die unseren Planeten und das Universum durchdringt, brauchen wir nicht in die Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit einer unabwendbaren Auslöschung oder in die Hybris einer Eroberung und Beherrschung anderer Planeten abzugleiten.

Elon Musk will eine Space-X-Stadt auf dem Mars schaffen: „Indem ich über die Aufstellung von Space-X-Mars spreche, möchte ich den Mars als Möglichkeit aufzeigen — ihn so darstellen, als ob er etwas sei, das wir zu unseren Lebzeiten erreichen können“, schreibt er und fügt hinzu: „Es gibt immer einen Weg, den jeder gehen könnte, wenn er wollte.“

Musk glaubt, dass die Schwelle für eine sich selbst versorgende Stadt auf dem Mars bei einer Million Menschen läge. Aktuelle Berechnungen deuten darauf hin, dass es zwischen vierzig und hundert Jahre dauern würde, „bis eine sich vollständig selbst erhaltende Zivilisation auf dem Mars erreicht ist“.

Die Herren des Universums würden sich wünschen, dass ein Achtel Promille der menschlichen Bevölkerung in ein Raumschiff steigt und zum Mars flüchtet — über den Rest der Menschheit und den Rest der Spezies wird natürlich nicht gesprochen.

In weniger als hundert Jahren könnte die Menschheit jedoch den Planeten, die Böden der Erde, das Wasser und die biologische Vielfalt regenerieren, ein Gleichgewicht zwischen den Menschen herstellen und genügend Nahrung für alle bereitstellen.

Für Musk wie für Hawking gibt es nur zwei mögliche Wege für die Menschheit — dass wir für immer auf der Erde bleiben und schließlich aussterben oder eine „Weltraum-Zivilisation und eine multiplanetarische Spezies“ werden. Musk scheint, wie alle Menschen, die unter technologischer Hybris leiden, nicht zu verstehen, dass die Bewohner eines Planeten keine Raumfahrt brauchen. Ein Erdbewohner zu sein bedeutet, sich bewusst zu sein, dass wir Teil des Universums und der Erde sind und dass wir in Übereinstimmung mit den Gesetzen des Universums wie der Erde leben müssen. Das grundlegendste Gesetz ist die Erkenntnis, dass wir den Planeten mit anderen Wesen teilen und dass wir die Pflicht haben, für unser gemeinsames Zuhause zu sorgen.

Die physische Kapazität zur Organisation von Raumflügen wurde erreicht. Wir müssen nun jedoch unser planetares Bewusstsein als Erdenbürger weiterentwickeln. Je weiter unser Bewusstsein reicht, desto kleiner wird unser ökologischer Fußabdruck. Ich möchte für den gegenwärtigen evolutionären Moment Gandhis Worte zur universellen ökologischen Verantwortung übernehmen:

„Die Erde bietet genug für die Bedürfnisse aller, aber nicht genug für die Gier einiger weniger Menschen.“

Heute müssen wir uns klarmachen, dass die Erde genug bietet: für alle Lebewesen und ihre zukünftige Entwicklung. Nur in einer Weltsicht, die von Gier, von Hybris und von einer mechanistischen, militaristischen Eroberungsintelligenz getrieben wird, scheint ein Aussterben unvermeidbar. Die Annahme, dass ein Flug zum Mars gleichbedeutend ist mit der Schaffung von Leben auf dem Mars und mit dem Aufbau einer sich selbst erhaltenden Zivilisation, beweist Hybris und Arroganz, Ignoranz und Gleichgültigkeit.

Sowohl Hawking als auch Musk scheinen die Tatsache überhaupt nicht zu berücksichtigen, dass die Erde ein selbstorganisierter, lebendiger Planet ist, der die Bedingungen erst erschafft: für sein Leben und das aller Arten, die sich auf ihm entwickelt haben; dass die Erde und jedes Lebewesen, auch die kleinsten Zellen, die Fähigkeit haben, zu heilen, sich zu erneuern und zu regenerieren. Aus diesem Potenzial, aus der Tatsache, dass wir den Planeten mit Millionen von Arten teilen, erwächst Hoffnung. Es ist unverantwortlich, unmoralisch und unethisch zu glauben, dass wir den Planeten weiter verwüsten und auf einen anderen fliehen können, selbst wenn dies technologisch machbar wäre.

Zu Hause zu bleiben ist ein ökologischer und ethischer Imperativ. Es ist auch eine freudige Option. Es ist die Praxis von Oikonomia (des Haushaltens) als Lebenskunst. Es ist Erddemokratie in Aktion, die die Freiheiten aller Wesen kultiviert und erweitert.

Während wir mit dem Hyper-Anthropozentrismus und der Hyper-Gier des 1 Prozents, das die Artenvielfalt ausrottet und die 99 Prozent versklavt, konfrontiert sind, nehmen wir unsere Kraft für Veränderungen daher, dass wir Teil der Erdenfamilie sind.

In dem Bewusstsein, dass wir eins sind mit der Erde und all ihren Wesen, wird uns bewusst, dass wir als Menschheit eins sind. Das Netz des Lebens verbindet uns. Die Macht von Big Money und seiner politischen Maschinerie spaltet uns, indem sie uns in eingesperrte, konstruierte Identitäten aufsplittert, wodurch die Illusion entsteht, dass wir von der Erde getrennt sind. Durch diese Trennung entsteht die Illusion, dass es die Geldmaschine ist, die unser Leben bestimmt: Dass wir ohne Monsanto und Cargill nichts zu essen haben, ohne Cola und Pepsi kein Wasser, ohne Big Pharma keine Gesundheit, ohne Facebook keine Freunde, ohne Twitter keine Kommunikation, ohne Big Banks kein Geld, ohne Big Oil keine Energie und ohne Big Data kein Wissen.

Das mechanistische Denken hält uns in dem Glauben gefangen, dass jede Einbeziehung von etwas anderem in unser Sein und Bewusstsein einen Übergriff auf unseren Raum und unsere Freiheiten bedeutet. Aber der ökologische Raum, in dem sich das Leben erneuert und regeneriert, ist kein zweidimensionaler kartesianischer Raum. Er ist ein vierdimensionaler Raum von „desha“ und „kala“, Raum und Zeit, in dem sich das Leben in Intelligenz, Lebendigkeit und Vielfalt entwickelt. Je mehr Interaktionen und Beziehungen im ökologischen Raum des Lebens stattfinden, desto mehr erweitern wir unsere eigenen Freiheiten und Möglichkeiten.

Das Geschäft des An-Sich-Reißens und Profitmachens durch eine gewalttätige Rohstoffwirtschaft, die das 1 Prozent aufgebaut hat, belastet die Erde und die Menschheit mit unermesslichen, nicht tragbaren Kosten und hat uns an den Rand des Aussterbens gebracht. Wir müssen nicht von der Erde fliehen, wir müssen vor den Trugbildern fliehen, die unser Denken versklaven und die Auslöschung unausweichlich erscheinen lassen.

Wir durchleben die jüngste Phase eines epischen Kampfes, der die Menschheitsgeschichte im Laufe der Jahrhunderte geprägt hat: zwischen der Macht von Herrschaft, Zerstörung und Besitz und der gewaltlosen Macht von Ko-Kreation, Kooperation und Ko-Evolution.

Die Macht von Gewalt und Zerstörung entspringt der Trennung — von der Natur und voneinander. Unsere gewaltlose Macht entspringt Verbundenheit und Einheit. Aus diesem Grund säen wir eine Alternative, die auf Intelligenz und Wissenschaft, Verantwortung und Bewusstsein, Fürsorge und Mitgefühl beruht: Saat für Saat, Bauer für Bauer, Teller für Teller.

Und in diesem Prozess gedeihen mehr Arten, gibt es mehr Nahrung und eine Regeneration unserer biologischen Vielfalt, unseres Bodens und unseres Wassers. Das Potenzial für einen gesünderen Planeten und eine gesündere Gesellschaft mit mehr Wissen für mehr Menschen und mit einer Erddemokratie, die auf der Intelligenz allen sich entwickelnden Lebens beruht, liegt vor uns und ist real. Sie läutet das Wiedererstehen des Realen ein.




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