Kein Kino, kein Restaurant, keine Kultur, keine Krankenhausbesuche – so stellt sich der Berliner Senat die kommenden Monate für Ungeimpfte vor. Weil die Inzidenz bei über 200 liegt, sollen die strengeren 2G-Regeln eingeführt werden.

Der Berliner Senat plant den weitgehenden Ausschluss von Ungeimpften aus dem gesellschaftlichen Leben. Gesundheitssenatorin Kalayci, die schon in Bezug auf die Impfung von Kindern und Jugendlichen bundesweit vorgeprescht war, erklärte nun gegenüber dem Tagesspiegel, der Berliner Senat bereite eine umfassende 2G-Regel vor.

Spruchreif wird dies zwar vermutlich erst mit der nächsten Senatssitzung am 16. November werden. Sowohl Bürgermeisterkandidatin Giffey als auch ihre Koalitionspartner von Linken und Grünen befürworten aber die schärferen Maßnahmen.

“Ungeimpfte können zum Beispiel keinen Zugang zu Kultureinrichtungen, Clubs, Fitnessstudios, Restaurants, Kinos oder auch zu Besuchen in Krankenhäusern oder Pflegeheimen bekommen”, äußerte Giffey gegenüber der dpa.

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In allen Bereichen außerhalb der Grundversorgung soll der Zugang nur noch für Geimpfte und Genesene möglich sein. Anlass dafür ist der Anstieg der Inzidenz, sprich der positiv Getesteten, auf über 200 bzw. zwei Personen von tausend.

Auch an den Grundschulen soll wieder die Maskenpflicht eingeführt werden, zusätzlich zu den ohnehin schon stattfindenden drei Tests pro Woche und ungeachtet der Tatsache, dass Kinder im Falle einer Infektion so gut wie nie schwer erkranken. Die Grundschulen sind die einzigen Schulen, an denen Berlin die Maskenpflicht aufgehoben hatte.

Die Fraktionsvorsitzende der Berliner Grünen, Bettina Jarasch, fordert, das Maßnahmenpaket solle gleich bis zum Frühjahr in Kraft bleiben, um Planbarkeit und Verlässlichkeit herzustellen. Zusätzlich zu den 2G-Beschränkungen plädierte sie für die Wiedereinführung kostenloser Tests, insbesondere für Geimpfte und Genesene.

Der Fraktionschef der Linken, Carsten Schatz, wünscht sich gar eine Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheits- und Bildungswesen, obwohl beide Sektoren unter einem Arbeitskräftemangel leiden.

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