Würden Sie ein Medikament vorsorglich einnehmen, das Ihnen dann, wenn Sie an einer bestimmten Krankheit, die relativ selten ist, erkranken, vielleicht eine schwere Erkrankung erspart?

Viele Leute werden auf diese Frage mit “NEIN” antworten. Warum soll man sich mit Medikamenten vollstopfen, um sich gegen eine Krankheit zu versichern, an der man nur eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit hat, überhaupt zu erkranken?

Nun stellen wir die Frage anders:

Würden Sie eine Gentherapie durchführen, die Ihnen dann, wenn Sie an einer bestimmten Krankheit, die relativ selten ist, erkranken, vielleicht eine schwere Erkrankung erspart?

Wir vermuten, die Anzahl derjenigen, die die Gentherapie verweigern würden, wäre noch höher als wenn von einem Medikament die Rede ist.

Stellen wir die Frage noch einmal anders.

Würden Sie einen Impfstoff vorsorglich einnehmen, der Ihnen dann, wenn Sie an einer bestimmten Krankheit, die relativ selten ist, erkranken, vielleicht eine schwere Erkrankung erspart?

Irgendwie sorgt der Austausch des Wortes “Medikament” mit dem Wort “Impfstoff” dafür, dass die Menge der Leute, die sich nun zur Impfung und nicht zur Medikamentierung bereiterklären, geschweige zur Gen-Therapie, dass die Bereitschaft, sich “impfen” zu lassen höher ist, als die Bereitschaft sich medikamentieren zu lassen. Einfach deshalb, weil es eine kulturelle Zuschreibung gibt, die “Medikament” dem Fall einer Erkrankung vorbehält, während Impfung zur Vorbeugung dient.

Wir haben in den letzten Wochen und Monaten mit Bezug auf die mRNA-Produkte von Pfizer und Moderna von Impfstoffen geschrieben. Das war ein Fehler, denn beides sind keine Impfstoffe.

Das U.S. Center for Disease Control and Prevention, definiert einen  Impfstoff als ein “product that stimulates a person’s immune system to produce immunity to a specific disease, protecting the person from that disease.” Immunität ist definiert als “Protection from an infectious disease,” d.h. “If you are immune to a disease, you can be exposed to it without becoming infected.”

Ein Impfstoff ist also ein Produkt, das das Immunsystem einer geimpften Person anregt, damit diese Person Immunität gegenüber einer bestimmten Krankheit erreicht, vor dieser Krankheit geschützt ist. Immunität ist definiert als Schutz vor einer ansteckenden Krankheit. Wer durch Impfung Immunität vor einem bestimmten Pathogen erreicht hat, kann dem Pathogen ausgesetzt werden, ohne davon infiziert zu werden oder an der von diesem Pathogen ausgelösten Krankheit zu erkranken.

Weder der Impfstoff von Moderna noch der von Pfizer erfüllt diese Kriterien. Deshalb wurden eiligst Definitionen weltweit so angepasst, dass auch mit Bezug auf diese beiden Medikamente von “Impfstoffen” gesprochen werden kann. Im Gegensatz zu Impfstoffen benutzen die Medikamente von Moderna und Pfizer kein Antigen der Krankheit, die verhindert werden soll, sondern RNA-Fragmente von SARS-CoV-2, die in lipiden Nanopartikeln eingeschlossen sind und deren einziger Zweck darin besteht, die klinischen Symptome, die vom S1-Spike-Protein des Virus ausgehen, abzumildern, also nicht das gesamte Virus zu bekämpfen. Die Medikamente von Moderna und Pfizer stellen keine Immunität gegenüber einem Pathogen und der von ihm ausgelösten Krankheit her. Sie verhindern keine Ansteckung und keine Übertragung. Die Medikamente von Moderna und Pfizer sind nur dazu gedacht, die Symptome zu mildern, die sich bei einer Erkrankung an COVID-19 einstellen.

Sie erfüllen damit keine medizinische Definition von “Impfstoff”. Comirnaty und SpikeVax sind keine Impfstoffe. Es sind Medikamente, Medikamente die über eine Gen-Therapie vor schweren Symptomen bei Erkrankung schützen sollen. Mehr nicht.

Warum wird dennoch von Impfstoffen gesprochen?

Wir haben den Grund Eingangs in den Beispielen bereits angesprochen: Wer würde sich vorsorglich einer Gen-Therapie unterziehen, um vor einer Erkrankung geschützt zu sein, die er sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ohnehin nie einfangen wird?

Der Etikettenschwindel, der aus mRNA-Gentherapie-Medikamenten einen Impfstoff gemacht hat, stammt aus der Hexenküche des Nudgings, der Versuche, Menschen hinters Licht zu führen, um sie zu Handlungen zu bewegen, die sie, hätte man ihnen reinen Wein eingeschenkt, nie von sich aus getätigt hätten. Tatsächlich gibt es ein berühmtes Vorbild, das Amos Tversky und Daniel Kahnemann in den 1980er Jahren in einem Text publiziert haben, in dem sie die Heuristiken darstellen, die Menschen anwenden, um Entscheidungen zu treffen. Mit ihren Arbeiten haben Tversky und Kahnemann einer Vielzahl böswilliger Akteure die Munition geliefert, mit der sie seither versuchen, Willensfreiheit zu torpedieren.

Das Beispiel, das Tversky und Kahneman benutzen, um die Macht des Framings zu demonstrieren, das die Risikoaversion, die die meisten Menschen auszeichnet, offenlegt, ist eines, das wie die Faust auf das Auge der heutigen Zeit passt:

“Die USA bereiten sich auf den Ausbruch einer ungewöhnlichen Asiatischen Krankheit vor. Es wird erwartet, dass die Krankheit 600 Menschen das Leben kosten wird. Zwei Alternativen stehen zur Bekämpfung der Krankheit zur Verfügung. Die exakten wissenschaftlichen Schätzungen der Wirkung beider Programme sind die folgenden [Angaben in Klammer geben den Anteil der Probanden an, die sich für das entsprechende Programm entschieden haben]:

Die erste Formulierung der Alternativen lautete:

  • Wenn Programm A eingesetzt wird, werden 200 Menschen gerettet [72%].
  • Wenn Programm B eingesetzt wird, besteht eine Wahrscheinlichkeit, von einem Drittel, dass alle 600  überleben und eine Wahrscheinlichkeit von zwei Drittel, dass niemand überlebt [28%].

Die zweite Formulierung der Alternativen lautete:

  • Wenn Programm C eingesetzt wird, werden 400 Menschen sterben [22%]
  • Wenn Programm D eingesetzt wird, besteht eine Wahrscheinlichkeit von einem Drittel, dass niemand sterben muss und eine Wahrscheinlichkeit von zwei Drittel, dass alle 600 Menschen sterben. [78%]

Offenkundig sind die Alternativen A und C und B und D im Ergebnis identisch. Dennoch entscheiden sich unterschiedlich viele Probanden, denen Tversky und Kahneman dieses Problem vorgelegt haben, für die jeweiligen Alternativen des selben Ausgangs. Damit ist die Macht von Worten, die über Framing zum Tragen gebracht werden kann, dargelegt und der Boden für all die vielem Möchtegern-Diktatoren, die ihr mickriges Dasein dadurch aufpeppen wollen, dass sie andere hinters Licht führen, indem sie deren Risiko-Aversion ausnutzen, bereitet.

Und es ist klar, warum von Impfung und nicht von Gen-Therapie, wie es korrekt wäre, die Rede ist.

Impfung ist positiv konnotiert und wird von den meisten als Schutz vor Erkrankung verstanden.
Gen-Therapie ist negativ konnotiert und wird von den meisten als ein Risiko wahrgenommen, das man nur dann eingeht, wenn äußerste Lebensgefahr besteht.

Tingelten Polit-Darsteller durch die Lande, um Menschen die Gentherapie von Pfizer oder Moderna anzudrehen, sie wären wohl mit Ladenhütern konfrontiert. Deshalb nutzen dieselben Polit-Darsteller einen Etikettenschwindel und versuchen auf diese Weise Menschen zu einer Handlung zu übertölpeln, die viele von ihnen dann, wenn man ihnen gegenüber ehrlich gewesen wäre, nicht ausgeführt hätten.

Auch wir haben zu unkritisch von “Impfung” geschrieben, waren zu sehr damit beschäftigt, die nicht vorhandene Wirkung der Gentherapien von Pfizer und Moderna zu thematisieren. Das wird sich ab sofort ändern.  Sensibilisiert für diese Sauerei hat uns Peter Doshi, der Herausgeber des British Medical Journal. Im widmen wir den nächsten Post.


Tversky, Amos & Kahneman, Daniel (1986). Rational Choice and the Framing of Decisions. Journal of Business 59(4): S251-S.278.



Folgen Sie uns auf TELEGRAM

 

Anregungen, Hinweise, Fragen, Kontakt? Redaktion @ sciencefiles.org


Sie suchen Klartext?
Wir schreiben Klartext!

Bitte unterstützen Sie unseren Fortbestand als Freies Medium.
Vielen Dank!



ScienceFiles Spendenkonto:

HALIFAX:

IBAN: GB15 HLFX 1100 3311 0902 67
BIC: HLFXGB21B24


Bleiben Sie mit uns in Kontakt.
Wenn Sie ScienceFiles abonnieren, erhalten Sie bei jeder Veröffentlichung eine Benachrichtigung in die Mailbox.


 

Print Friendly, PDF & Email





Quelle: