Kleine Öllämpchen.Foto: iStock

Eine hinduistische Meditationsgruppe hat jüngst ein leerstehendes Hotelgebäude im Harz erworben und will daraus ein spirituelles Zentrum machen. Aus der EKD werden darob Bedenken laut: Die Vereinigung würde den Westen herabwürdigen und pflegte zweifelhafte Kontakte.

Wie die „Mitteldeutsche Zeitung“ erstmals Ende Oktober berichtete, hat die „Spiritual Science Research Foundation“ (SSRF) das leerstehende frühere „Hotel Waldesruh“ in Allrode im Harz (Sachsen-Anhalt) erworben. In der EKD ist man alarmiert: Bei dieser Vereinigung handelt es sich um eine hinduistische Vereinigung, die der sogenannten Satsang-Lehre anhängt.

Während es der Selbstdarstellung der Gruppe zufolge in deren Arbeit um spirituelles Wachstum, Heilungen oder Lebensbewältigung geht, spricht der Weltanschauungsbeauftragte der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Sören Brenner, von „intransparenten Organisationsstrukturen“ und ultranationalistischen Verbindungen, die sich herstellen ließen.

EKD weist auf Verwicklungen von Guru Athavale hin

Im Gespräch mit dem MDR klagt Brenner, dass die SSRF esoterische Angebote mache, die Menschen bei Stress und Alltagsproblemen helfen und diese von zivilisationsbedingten Schwierigkeiten heilen sollten. Dass durch solche Angebote dem Westen „unterstellt“ werde, dass er „Menschen krank macht mit seiner Lebensart“, würde die Betonung einer „kulturellen und spirituellen Überlegenheit der eigenen Lehre deutlich“ machen – was aus seiner Sicht problematisch sei. Die Evangelische Kirche in Deutschland selbst hat seit mehreren Jahrzehnten mit einem deutlichen Mitgliederschwund zu kämpfen.

Zudem lasse sich jede Gruppe, die sich auf Satsang berufe – und in Deutschland gibt es davon offenbar bereits mehrere – auf einen Guru namens Jayant Athavale zurückführen. Dieser soll Hindu-Nationalist sein und nicht nur spirituelle Vereine gegründet haben, sondern auch die Vereinigung „Sanatan Sanstha“. Diese soll in Indien in kriminelle und terroristische Umtriebe verwickelt sein, unter anderem in Bombenanschläge oder die Ermordung linker und atheistischer Aktivisten.

Der Chef der Einrichtung im Harz, der Franzose Cyriaque Vallee, bestätigte Medien gegenüber zwar, dass Athavale ein spiritueller Anführer der Bewegung sei. Zu „Sanatan Sanstha“ bestünden allerdings keine Verbindungen und die Gruppe habe mit deren Aktivitäten auch nichts zu tun. Auch der Verfassungsschutz hat die Vereinigung bis dato nicht im Visier.

Bürgermeister: „Habe nicht den Eindruck, dass sie jemandem schaden“

Vallee wolle künftig in Allrode wohnen und dort als fester Lehrer und Ansprechpartner fungieren. Während des Aufbaus des neuen Vereinssitzes ist sogar SSRF-Präsidentin Bhavna Shinde aus den USA angereist. Im kommenden Jahr wolle der Verein seine ersten Veranstaltungen abhalten. Allerdings müssten noch einige Genehmigungen eingeholt werden und Detailfragen über die Belegung der Stätte geklärt werden, die dem Flächennutzungsplan zufolge nur für touristische Zwecke genutzt werden darf.

Ortsbürgermeister Wolfgang Kurch hätte sich auch eigenen Angaben zufolge gewünscht, einen Erwerber zu finden, der das Anwesen als Hotel weiterführt. Offenbar fanden sich diesbezüglich jedoch keine passenden Interessenten, sodass eine Wellnesseinrichtung unter dem Banner der Satsang-Gruppe das höchste der Gefühle bleiben dürfte. Der Erwerb des Anwesens, so heißt es aus der Vereinigung, sei durch Spenden ermöglicht worden.

Kurch gibt sich den Medien gegenüber pragmatisch und warnt vor vorschneller Bedenkenträgerei gegen das Projekt. Gegenüber der MZ äußert er: „Man sollte denen auch Luft lassen. Ich habe bis jetzt nicht den Eindruck, dass sie jemandem schaden.“

Völkische Gemeinschaften siedelten sich ebenfalls im Harz an

Ein deutlich größeres Problem für das Gemeinwesen scheinen insbesondere im Harz die Aktivitäten völkisch-esoterischer und radikal-nationalistischer neuheidnischer Sekten zu sein. Dem Verfassungsschutz und diversen Beobachtungsportalen zufolge ist jener Teil Sachsen-Anhalts ein Brennpunkt der Aktivitäten der „Artgemeinschaft – Germanische Glaubensgemeinschaft wesensgemäße Lebensgestaltung“ und ähnlicher Vereinigungen, die sich auf Rassentheorien des 19. und 20. Jahrhunderts stützen.

Die völkischen Gemeinschaften, von denen die Verfassungsschützer sprechen, sind teilweise bis hinein in Rechtsaußen-Parteien vernetzt und versuchen unter anderem auf dem Wege der Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen, neue Mitglieder zu rekrutieren.

Eher in den größeren Städten als auf dem flachen Land dürften hingegen radikal-islamistische Vereinigungen oder die ebenfalls seit den 1990er-Jahren vom Inlandsgeheimdienst beobachtete „Church of Scientology“ präsent sein. Aber auch hier gibt es Ausnahmen: Mit dem „Vogtländisch-Islamischen Zentrum“ soll es sogar im beschaulichen Plauen eine salafistisch orientierte Moschee mit 250 Besuchern geben. Die Leipziger Al-Rahman-Moschee sollen etwa 1.000 Menschen besuchen, von denen die Mehrheit allerdings nicht dem salafistischen Spektrum angehöre.

Alle übrigen einem radikalen Islam zugeordneten Vereinigungen in Sachsen-Anhalt, Thüringen oder Sachsen weisen eine zweistellige oder niedrige dreistellige Mitgliederzahl auf. An aktiven Scientology-Anhängern soll es in den mitteldeutschen Ländern maximal zehn bis zwanzig geben. Die Corona-Krise hat demnach – mit Ausnahme der „Artgemeinschaft“ – allen als extremistisch eingestuften religiösen Vereinigungen die Rekrutierung neuer Mitglieder erschwert.



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