Foto Innsbruck: (C) Kevin Kabosch; Foto Wien: (C) Peter Fenk; Komposition: Wochenblick

In Österreich gilt ab heute eine 2G-Regel. Das heißt: Ungeimpfte werden aus weiten Teilen des öffentlichen Lebens ausgeschlossen. Beim deutschen Nachbarn wollen sich die ersten Bundesländer dieses schikanöse Modell nun abschauen. Sachsen ist bereits mit einer „2G-Notbremse“ vorgeprescht. Doch Druck erzeugt Gegendruck – und so gingen mutige Bürger teils spontan auf die Straße, um gegen die unfassbaren Verschärfungen zu protestieren. 

  • Hunderte Tiroler verlangen am Innsbrucker Landhausplatz die Freiheit
  • Dort soll auch kommenden Sonntag (14.11.) um 14 Uhr ein Protest stattfinden
  • Seit Samstag campieren Aktivisten in Wien vor dem Bundeskanzleramt
  • Auch Sachsen will 2G: Polizei mit äußerster Brutalität gegen Demonstranten
  • Leipziger Oberbürgermeister bezeichnet kritische Proteste als „indiskutabel“

Widerständige Tiroler protestieren am Landhausplatz

Ein starkes Zeichen des Widerstands setzten noch am Samstag zahlreiche Tiroler. Trotz eisiger Temperaturen versammelten sie sich auf dem Landhausplatz. Sie bekannten sich dazu, mündige Bürger zu sein und forderten lautstark: „Freiheit!“ Laut Polizei seien es angeblich lediglich 400 Teilnehmer gewesen. Beobachter vor Ort halten diese Schätzung für weitaus zu niedrig gegriffen. Danach veranstalteten die Teilnehmer noch einen friedlichen Spaziergang durch die Innsbrucker Innenstadt. 

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Nicht nur die neuerliche Beschneidung der Grund- und Freiheitsrechte stößt den Tirolern sauer auf. Auch die Vorstellung, dass Landeshauptmann Platter bereits die Kinder in die Nadel treiben könnte, sorgte für Aufregung. Pikant: Zu diesem Zeitpunkt fehlte die Verordnung des Gesundheitsministeriums noch, es stand also sogar im Raum, dass die 2G-Regel bereits ab 12 Jahren gelten könnte (nunmehr ab 16) – ein indirekter Impfzwang.

Übrigens: Dieses spontane Protestpotenzial in der Tiroler Landeshauptstadt ist nur ein „Vorlauf“ für das kommende Wochenende. Denn das „Team Tirol“ ruft unter dem Motto „Tirol steht auf“ in sozialen Medien zu einer neuerlichen Demonstration gegen die Corona-Diktatur auf. Diese soll am Sonntag, den 14. November um 14 Uhr ebenfalls am Landhausplatz stattfinden.

Weitere Eindrücke vom Protest in Innsbruck:

 

Wien: Protestcamp vor dem Bundeskanzleramt

Aber nicht nur die widerständigen Tiroler begehrten gegen das Diktat der Obrigkeit auf. In Wien entschieden sich einige Aktivisten noch am Samstagabend, ein Protestcamp vor dem Bundeskanzleramt abzuhalten. Dabei harrten sie nicht nur in der Nacht auf Sonntag aus, sondern brachen auch untertags wortwörtlich ihre Zelte nicht ab. Sie wollen idealerweise vor Ort bleiben, bis die Regierung nachgibt. Hier einige Eindrücke vom Sonntag: 

Ein (leider seitwärts gedrehter) Videobeitrag dokumentiert, dass der Ort des Protestcamps relativ großflächig gewählt wurde. Auch wenn sich vorerst nur eine überschaubare Zahl an Ort und Stelle versammelte: Jeder Widerstand beginnt im kleinen Rahmen. 

Leipzig: Polizei geht brutal gegen Demonstranten vor

Während es bei den Protesten in Österreich zu keinerlei Zwischenfällen kam, war die Situation in Sachsen anders gelagert. In Leipzig versammelten sich mehrere tausend Menschen, um gegen die geplanten weiteren Einschränkungen zu demonstrieren. Einige Beobachter sprechen von bis zu 10.000 Menschen, offizielle Stellen von 1.000-3.000. Es wären sicherlich mehr geworden, hätte die Polizei nicht den Zulauf unterbunden.

Im Einsatz ging die Polizei mit teils großer Brutalität vor. Bilder von Polizisten, die älteren Personen scheinbar ohne größere Provokation eine Salve Pfefferspray mitten ins Gesicht sprühen, schockieren. Zudem kamen Schlagstöcke und auch Wasserwerfer zum Einsatz. Angeblich wurde direkt zuvor zwar eine Polizeisperre durchbrochen. Dennoch stellt sich die Frage nach der Verhältnismäßigkeit. Die Schmerzensschreie der Dame gegen Ende der Sequenz sind herzzerreißend. 

Hunderte Anzeigen, Polizisten schlagen auf Rentner ein

Insgesamt verteilten die Beamten zahlreiche Anzeigen. Hunderte Teilnehmer wurden stundenlang zur Identitätsfeststellung in Gewahrsam gehalten. Nun unterstellt man ihnen 48 angebliche Straftaten und 600 vermeintliche Ordnungswidrigkeiten. Die Exekutive erklärte dies mit der Teilnahme an einem „verbotenen Aufzug“. Den stundenlangen Kessel versuchte man dann allen Ernstes damit zu rechtfertigen, dass ohnehin Rettungsdecken ausgegeben würden…

Im Laufe des Tages gab Verletzte auf beiden Seiten. Medien suchten in der Folge die Schuld für die Eskalation bei großteils friedlichen Demonstranten. Demgegenüber steht Videomaterial, das Beamte bei einer übergriffig anmutenden Amtshandlung gegen einen Rentner zeigt.

Für SPD-Bürgermeister sind Proteste „indiskutabel“

Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) nannte die Proteste „indiskutabel“. Er bedankte sich bei „allen, die sich diesen nur am eigenen Wohl Orientierten, letztlich unsere Grundordnung Ablehnenden friedlich entgegenstellen“. Regierungskritik wird im Jahr 2021 in Deutschland nun offenbar mit einer „Ablehnung der Grundordnung“ gleichgesetzt. Sein Dank bezog sich auf eine Gruppe von Gegendemonstranten.

Letztlich waren es aber nur wenige Hunderte, die aufseiten des Corona-Regimes demonstrierten – trotz Aufrufs des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Und das, obwohl es sich bei Leipzig um die deutsche Hochburg der linksextremen Antifa schlechthin handelt. Im Vorjahr sprang ein solcher Schlägertrupp in Leipzig einem „Querdenken“-Demonstranten sogar auf dem Kopf herumWochenblick berichtete. Dieser blieb wie durch ein Wunder weitgehend unverletzt.

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