Chemnitz (dpa) – Zum Ende des bundesweiten Theaterprojekts «Kein Schlussstrich!» widmet sich das Figurentheater Chemnitz heute den Biografien einstiger Vertragsarbeiterinnen aus Vietnam. Im Zentrum der Uraufführung von «So glücklich, dass du Angst bekommst» stehen drei Frauen, die in die DDR zum Arbeiten oder Studieren kamen und bis heute in Sachsen leben. Gemeinsam mit drei Puppen erzählen sie auf der Bühne ihre Lebenswege und von Erfahrungen, die sie und ihre Kinder prägen. Damit will das Theater eine migrantische Perspektive auf die Auf- und Umbrüche der 1980er und 1990er Jahre bieten.

Zu DDR-Zeiten waren Zehntausende Männer und Frauen als Arbeiter und Studenten aus Vietnam nach Ostdeutschland gekommen; Vietnamesen gelten hier als älteste Zuwanderungsgruppe. Laut Mikrozensus 2020 leben bundesweit etwa 183.000 Menschen vietnamesischer Abstammung.

Mit einer Reihe von Aufführungen und Ausstellungen setzen sich seit 21. Oktober bundesweit Theater mit dem Terror des rechtsextremen «Nationalsozialistischen Untergrunds» auseinander. Das Auffliegen der Gruppe, die acht türkischstämmige und einen griechischstämmigen Kleinunternehmer sowie eine Polizistin ermordet hat, hat sich in diesen Tagen zum 10. Mal gejährt.

Das NSU-Kerntrio stammte aus Jena und war Ende der 1990er Jahre abgetaucht. Mit Hilfe von Unterstützern fanden sie zunächst Zuflucht in Chemnitz und zogen dann nach Zwickau, wo sie bis 2011 unentdeckt gelebt haben.



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