Am Samstagvormittag kam es in Deutschland auf der ICE-Strecke zwischen Passau und Nürnberg zu einem islamistisch motivierten Anschlag in einem Fernverkehrszug. Drei Männer wurden teils schwer verletzt und mussten medizinisch behandelt werden, der syrische Täter wurde gefasst. Es kam zu Zugausfällen und Umleitungen.

Von Max Bergmann

Um 9:06 Uhr am Samstagvormittag erreichte der Notruf des Zugpersonals des ICE 928 von Passau nach Hamburg-Altona die zuständige Leitstelle der Deutschen Bahn in Bayern. Der Zug befand sich auf Höhe des Ortes Seubersdorf, zwischen Regensburg und Nürnberg. Angaben des Zugpersonals nach soll ein Fahrgast wild mit einem Messer auf andere Fahrgäste eingestochen haben, Bundespolizei und Rettungskräfte wurden angefordert. Bei dem Täter handelt es sich um Abdalrahman A., syrischer Staatsangehöriger, sogenannter „Flüchtling“ und ersten Informationen nach bereits im Jahr 2014 nach Deutschland eingereist. Der Attentäter soll zuletzt in Passau in unmittelbarer Nähe zur österreichischen Staatsgrenze gelebt haben, es gebe derzeit keine Hinweise auf weitere Täter. A. verletzte zwei Personen schwer, eine weitere Person sei nach aktuellem Kenntnisstand nur leicht verletzt worden. Bei den Opfern des feigen Messeranschlags handelt es sich um drei Männer im Alter von 26, 39 und 60 Jahren.

Täter gefasst – für Mainstream-Median klar: Psychische Erkrankung

Zwei Einsatzzüge der bayerischen Bundespolizei befanden sich zum Zeitpunkt des islamistischen Anschlags in unmittelbarer Nähe auf der Autobahn A3 in Fahrtrichtung Oberösterreich. Die Beamten sollten den Einsatz bei einem Fußballspiel in Regensburg unterstützen und wurden zum Ort des Anschlags abgezogen. So konnte bereits kurz vor halb zehn Uhr die Festnahme des Islamisten vermeldet werden. Da es sich beim Attentäter nicht um einen deutschen Täter handelt war schnell klar, der Täter müsse wohl „psychisch erkrankt“ sein. So vermeldeten am Samstag zahlreiche deutsche Mainstream-Medien bereits wenige Minuten nach der Tat, der Islamist sei „psychisch labil“. Eine mittlerweile absolut übliche Blitzdiagnose, die bei islamistischen Attentätern fast grundsätzlich Anwendung findet und die Schreckenstaten arabischer Migranten relativieren sollen.

Massive Beeinträchtigungen im Bahnverkehr bis in die Abendstunden

Der Regional- und Fernverkehr der Deutschen Bahn war zwischen Regensburg und Nürnberg auf Grund des islamistischen Anschlags vollgesperrt. Fernverkehrszüge wurden weiträumig umgeleitet, Fahrgäste zwischen München, Regensburg und Nürnberg wurden auf die alternativen Fahrtmöglichkeiten über Ingolstadt oder Schwandorf und Amberg verwiesen. Auch in den frühen Abendstunden kam es weiter zu Zugausfällen und Umleitungen. Im ICE 928 befanden sich etwa 300 Fahrgäste. Zunächst war geplant, die Reisenden in einen anderen ICE mit Ziel Frankfurt am Main hinein zu evakuieren, letztendlich kamen aber Busse zur Weiterfahrt nach Nürnberg zum Einsatz. Die Fahrgäste des ICEs wurden gegen halb zwölf Uhr durch die bereitgestellten Ersatzbusse zur Weiterfahrt in die Frankenmetropole verbracht.

Innenminister kündigt Aufarbeitung des Anschlags an

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) teilte noch am Samstag mit, dass die Polizei „mit Hochdruck“ daran arbeite, die Hintergründe der Tat und das Motiv des Täters aufzuklären. Dabei müsse aber auch geprüft werden, inwieweit psychische Probleme vorlägen, so Herrmann. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) lies über Twitter seinen Dank an Polizei und Zugpersonal ausrichten, durch deren „mutigen Einsatz“ noch Schlimmeres habe verhindert werden können. Auch die stellvertretende Bundessprecherin der Alternative für Deutschland, Beatrix von Storch, äußerte sich, verurteilte den islamistischen Anschlag auf Twitter scharf und teilte mit: „Nicht alle Flüchtlinge sind so. Aber es sind zu viele. Punkt“. Anschläge auf Bahnstrecken und Reisezüge in Deutschland sind mittlerweile keine Seltenheit mehr. Lesen Sie auch die Analyse unseres Redakteurs Holger W. Sitter zur islamistischen Bedrohung zwischen Bahnhof und Zug und Gleis.



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