Am 7. März 2021 hat das Schweizer Stimmvolk ein Gesetz über ein geplantes elektronisches Identitätssystem verworfen. Das Ergebnis ist ein Rückschlag für die Pläne von Parlament und Regierung, die um den Datenschutz fürchten.

Erschwerend kommt hinzu, dass Bern die digitale Kontrolle buchstäblich privatisieren wollte. Als mögliche Verwalter wurden das Schweizer Banken- und/oder Versicherungswesen vorgeschlagen.

Es ist wahrscheinlich, dass der Vorschlag einer Privatisierung über das ohnehin schon misstrauische Finanzsystem das negative Abstimmungsergebnis noch verstärkt hat.

Das Endergebnis zeigte, dass 64,4 % der Wähler – fast zwei Drittel – sich gegen das geplante Gesetz für eine sogenannte digitale ID, auch bekannt als ID2020, ausgesprochen haben.

Die Regierung, vor allem das Justizdepartement des Bundesrates, propagierte in einer heruntergespielten Propagandamasche die Notwendigkeit eines einzigen Zugangspunkts, um die Nutzung von Online-Diensten, die von kommerziellen Unternehmen angeboten werden, sowie den Kontakt mit öffentlichen Einrichtungen über E-Government-Kanäle zu vereinfachen.

Warum dann die Auslagerung und Privatisierung der hochsensiblen Aufgabe des Identitätsmanagements von Personen?

In der heutigen Welt wissen wir, was Identität bedeutet. Sie umfasst alle möglichen Daten und Informationen über jeden Bürger und jede Bürgerin, wie z.B. Gesundheitsdaten, Strafregister, Finanz- und Bankinformationen, Einkaufs- und Reisegewohnheiten, mit wem und wann man sich trifft – und vieles, vieles mehr.

Das Markt- und Forschungsinstitut gfs.bern kommentierte nach der Abstimmung pointiert: „Das Misstrauen gegenüber privaten Unternehmen war dominant und hat zum Abstimmungskampf beigetragen.“

In einer Pressekonferenz nach der Abstimmung räumte Justizministerin Karin Keller-Sutter „ein gewisses Unbehagen“ bei den Stimmberechtigten ein. Sie rief das Parlament und die Kritiker der gescheiterten Vorlage auf, nun zusammenzuarbeiten, um einen Stillstand zu vermeiden.

„Wir haben keine Wahl und müssen auf eine neue Lösung hinarbeiten, auch wenn es mehrere Anläufe braucht“, sagte sie an einer Pressekonferenz. „Es ist entscheidend, dass die Schweiz bei der Digitalisierung den Anschluss an andere Länder findet.“

Das heißt im Klartext: „Wir werden die digitale ID so oder so durchsetzen, auch wenn es gegen den demokratisch geäußerten Willen des Volkes geht.“

An dieser Stelle ist es vielleicht angebracht zu erwähnen, dass die Schweiz stolze Gastgeberin ist und ihr finanzielles Paradies solch dubiosen Organisationen wie dem Weltwirtschaftsforum (WEF), der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel zur Verfügung stellt – alles steuerbefreite Organisationen.

Heute ist die BIZ, eine privat geführte Institution, als die Zentralbank aller Zentralbanken bekannt und kontrolliert bzw. überwacht im Grunde den internationalen Geldfluss zwischen den meisten Zentralbanken der Welt. Während des Zweiten Weltkriegs leitete die BIZ US-Gelder von der Federal Reserve an Hitlers Deutsche Bundesbank weiter, um seinen Krieg gegen die damalige Sowjetunion zu finanzieren.

Die Schweiz beherbergt auch ein internationales Bankenkartell, das dem der Londoner City gleichkommt oder es sogar übertrifft.

Die „neutrale Schweiz“ hat den Glanz ihrer verfassungsmässigen Neutralität längst verloren, indem sie blind oder unterwürfig dem Diktat, wenn nicht der USA, so doch der Europäischen Union, hauptsächlich der nicht gewählten Europäischen Kommission, folgt.

Schneller Vorlauf zum Frühjahr-Sommer 2022.

Es sieht so aus, als ob sich der undemokratische Wille von Frau Karin Keller-Sutter durchgesetzt hat und dem Schweizer Volk aufgezwungen wird, und zwar durch den erzwungenen QR-Code, ein verheerendes Mittel, um alles zu digitalisieren und zu kontrollieren – jede Bewegung, die Sie machen, jeden Schritt, den Sie tun, jeden Arzt, den Sie aufsuchen, jeden Ort, den Sie besuchen.

Der QR-Code hat die Freiheit der Weltbevölkerung immer stärker eingeengt. Aber in der Schweiz wird es jetzt noch schlimmer.

Der QR-Code-Zwang, alias digitaler Ausweis, findet über das Bankensystem statt – genau der private Sektor, dem die Schweizer Bevölkerung misstraut und den sie vehement ablehnt.

Hat die Schweizer Regierung, der Bundesrat, mit dem Bankensystem konspiriert, um die digitale ID durch den QR-Code – und durch Bankgeschäfte – zu erzwingen?

Riskieren Sie, Herr Bundesrat, das letzte bisschen Vertrauen, das Sie noch geniessen dürfen – nach den Fiaskos mit der COVID-Verwaltung, mit der rückgratlosen Befolgung der EU-Sanktionen gegen Russland – und jetzt mit der Abschaffung der Demokratie, indem Sie genau das durchsetzen, was die Schweizer Bevölkerung vor einem Jahr mit einer Zweidrittelmehrheit abgelehnt hat?

Ab dem 1. Oktober 2022 verlangt jede Bank und jedes Finanzinstitut die Verwendung eines QR-Codes, um eine Bank- oder Postfinanz-Zahlung zu tätigen. Es scheint kein Entkommen zu geben. Ob die Bürgerinnen und Bürger es wollen oder nicht, uns wird ein System aufgezwungen, das auf eine absolute Überwachung und Kontrollversklavung abzielt.

Schon heute kann der QR-Code mindestens 30.000 Informationen über jeden Bürger speichern – und dieses Potenzial kann nach Belieben auf praktisch unbegrenzte Kapazität erweitert werden. Das bedeutet, dass die Banken, die Verwalter des Systems, Sie irgendwann besser kennen werden als Sie sich selbst. Je nach dem guten oder schlechten Verhalten eines Bürgers können die Banken Ihr Geld sperren oder die Verwendung Ihres Geldes einschränken, vorübergehend oder für immer.

Sie erinnern sich vielleicht an den Fichenaffäre-Skandal, der die Schweiz 1989 erschütterte, als bekannt wurde, dass die Schweizer Bundesbehörden und die kantonalen Polizeikräfte ein illegales System zur Massenüberwachung der Bevölkerung eingerichtet hatten. Damals wurden geheime Dateien von etwa 900.000 Schweizer Bürgern und Ausländern angelegt.

Was der QR-Code anrichten wird, ist der Geheimakten-Skandal von 1989 auf Steroiden – und vom Schweizer Bundesrat legalisiert. Oder ist er legal – nach dem erdrutschartigen Nein-Referendum vom 7. März 2021?

Verehrte Mitglieder des Bundesrates, ich bitte Sie – im Namen aller meiner Mitbürgerinnen und Mitbürger – uns eine Alternative anzubieten, um unseren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, eine, die nicht die Verwendung eines QR-Codes erfordert. Und vor allem: Geben Sie die Idee der digitalen ID ein für alle Mal auf. Das Schweizer Volk hat sich am 7. März 2021 mit einer knappen Zweidrittelmehrheit demokratisch dagegen ausgesprochen.

Der QR-Code, der bereits in jeden Winkel unseres Lebens eingedrungen ist, wurde nun für das elektronische Bankwesen vom privaten, alias Bankensektor eingeführt.

Es handelt sich nicht um ein föderales Gesetz. Daher ist es die Pflicht der Bundesregierung, ihren Bürgern eine alternative Methode zur Erfüllung ihrer Zahlungsverpflichtungen anzubieten – eine, die nicht den QR-Code verwendet.

Von Peter Koenig: Er ist geopolitischer Analyst und ehemaliger leitender Wirtschaftswissenschaftler bei der Weltbank und der Weltgesundheitsorganisation (WHO), wo er über 30 Jahre lang weltweit tätig war. Er hält Vorlesungen an Universitäten in den USA, Europa und Südamerika. Er schreibt regelmäßig für Online-Zeitschriften und ist Autor von Implosion – Ein Wirtschaftsthriller über Krieg, Umweltzerstörung und Konzerngier sowie Mitautor von Cynthia McKinneys Buch „When China Sneezes: From the Coronavirus Lockdown to the Global Politico-Economic Crisis“ (Clarity Press – November 1, 2020).

Peter ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Centre for Research on Globalization (CRG). Er ist auch ein nicht ansässiger Senior Fellow des Chongyang Instituts der Renmin Universität, Peking.



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Von Veritatis

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