Der diesjährige Sommer lässt uns den Klimawandel mit Dürren, Waldbränden, Überflutungen und Gletscherabbrüchen deutlich spüren (Ja, liebe Zweifler, alles, was ich gerade aufgezählt habe, lässt sich auf die globale Erwärmung zurückführen). Aber zum Glück machen wir ja was dagegen: Es gibt die jährlichen Klimakonferenzen, auf denen wird was beschlossen, dann werden alle Länder aktiv, und ein Jahr später macht man von da weiter … So die Theorie. In der Praxis passiert leider herzlich wenig. Also fast gar nichts.

Noch mal schnell das Prinzip erklärt: Wir haben bemerkt, dass es auf der Erde heißer wird, als uns guttut. Nach ein bisschen Hin und Her haben wir festgestellt, dass wir selbst daran schuld sind, indem wir Unmengen Kohlenstoffdioxid und Methan in die Atmosphäre blasen. Dank der umfassenden Berichte des Weltklimarats, in dem sich Hunderte internationale Klimaforschende zusammengeschlossen haben, glauben das mittlerweile auch fast alle (bis auf wenige Unbelehrbare, die dafür aber glauben, dass US-amerikanische Politiker*innen im Keller einer Pizzeria einen Kinderpornoring betreiben).

Um die Emissionen in Zukunft zu senken, hat die Staatengemeinschaft sich das Instrument der nationalen Klimaziele überlegt, Sie mögen schon mal davon gehört haben. Darin versprechen die Staaten, künftig weniger Kohlenstoffdioxid und Methan in die Atmosphäre zu blasen. Weil sie damit etwas zaghaft sind, sollen diese Ziele mit der Zeit ehrgeiziger werden.

Wer macht hier seine Hausaufgaben nicht?

Laut dem Glasgower Klimapakt müssen alle Staaten ihre Ziele für 2030 dieses Jahr erneuern, die Frist dafür läuft im September ab. Wollen Sie mal raten, wie viele das schon gemacht haben? Die Hälfte? Ein Drittel? Na, oder doch wenigstens ein Viertel?

16 ist die Antwort. 16 von 197 Staaten haben ihre Ziele aktualisiert. Die nächste Klimakonferenz soll im November in Ägypten stattfinden – ohne neue Ziele wird es da wenig zu bereden geben. Oder doch, zum Beispiel könnte man auch über die im vergangenen Jahr in Glasgow beschlossene Waldschutz-Deklaration reden, die nach der letzten Konferenz nur vier weitere Staaten unterschrieben haben: Nicaragua, Singapur, Turkmenistan und der Vatikan. Halleluja!

Mit den bisherigen Klimazielen steuert die Welt auf eine Erwärmung von 2,4 Grad zu, mit den derzeitigen Maßnahmen sogar auf 2,7 Grad. Dazu passt, dass gerade eine Gruppe Wissenschaftler forderte, das klimatische Worst-Case-Szenario besser zu erforschen. Wär ja gut zu wissen, ob es schnell geht oder lange wehtut.



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Von Veritatis

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